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Zur Bambuspflege Bambussprossen essen

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Sprossen vom Riesenbambus, Dendrocalamus asper. Sehr lecker im Huhneintopf.  Jetzt hat unser Riesenbambus (Dendrocalamus asper) doch noch ein paar Sprossen hervor gebracht. Er ist spät dran. Etwa 15 Sprossen hat er gemacht. Vielleicht werden es noch mehr. Vergangene Woche waren es nur drei als ich nachgeschaut habe. Es können deshalb durchaus noch ein paar dazu kommen. Die Saison hat je gerade erst angefangen. Fünf der bisher 15 aufgegangenen Bambussprossen habe ich gestern geschnitten, um daraus Sprossen zum Essen zu machen. Das Schneiden der Sprossen dient übrigens nicht nur der Kulinarik. Der Horst wird damit auch gepflegt. Ich ernte Sprossen, die eng zusammenstehen oder auf der Seite zur Straße hin wachsen, wo sie später stören könnten. Mit weniger Sprossen, braucht der Horst auch weniger Kraft, und bleibt gesünder.  Es ist schon faszinierend, dass wir den Bambus sowohl zum Bauen verwenden , weil er hart wie Holz ist, und ihn trotzdem auch essen können, weil seine Sprosse...

Cambucá - Die göttliche Frucht

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Cambucá-Früchte, die gesunde Frucht aus dem Regenwald  Was eine leckere Frucht. Es muss eine der Lieblingsfrüchte der Götter sein. Cambucá heißt sie oder botanisch Plinia edulis.  Nein, ihr kennt sie mit Sicherheit nicht. Sie wird nicht kommerziell angebaut oder vertrieben und sie wächst nur hier an einem begrenzten Küstenabschnitt Brasiliens.  Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder über endemische Baumarten des Atlantischen Regenwaldes gestöbert, das heißt, Arten, die nur dort wachsen. Dabei bin ich auf Cambucá gestoßen oder Cambucazeiro, wie der Baum genannt wird. Ich habe ihn gleich auf meine Wunschliste gesetzt, die Liste der Baumarten, die ich bei uns noch pflanzen möchte. Es ist ein seltener Baum. Er wächst lediglich im Atlantischen Regenwald und dort nur entlang eines schmalen Streifens der südlichen Küste Brasiliens, etwa von São Paulo bis Santa Catarina. Unser Sítio liegt da genau mittendrin. Im Wald sind mir die Früchte bisher noch nicht aufgefallen. Aber bisher...

Lust auf Apfelkiachl

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  Es war keine Schüssel voll mit Apfelkiachl, aber ein Teller voll. Schade nur, dass sie so schnell im Bauch verschwinden. Als ich die Miniäpfel gesehen habe, überkam mich plötzlich unendliche Lust auf Apfelkiachl. Es würden Mini-Apfelkiachl werden. Egal, Hauptsache Apfelkiachl.  Erinnerungen an mein altes Leben in einer anderen Welt, bahnten sich den Weg durch die Gedanken an unseren Holzbau . Er ist es, der seit Monaten Hirn und Körper fordert. Wären da nicht die Äpfelkiachl.... Die Frauen des Bauernverbandes Freising waren Meisterinnen was Schmalzgebäck betrifft, wie Ausgezogene, Schuxen und natürlich auch Apfelkiachl. Waren sie bei Veranstaltungen mit einem Stand vertreten, gab es keinen Halt. Ich musste unbedingt ihre Ausgezogenen und Apfelkiachl genießen.  Meine Apfelkiachl sind nicht mit den ihren oder denen meiner Ma und meiner Oma zu vergleichen. Sie schmecken aber nach Erinnerung, nach vergangenen Zeiten, kurz, einfach herrlich. Sie katapultieren mich in eine wa...

Regenwald Adventskalender Türchen 22

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Noch habe ich keine Samenschoten der Vanilleorchidee gefunden. In unserem Wald klettern aber einige der Vanilleorchideen Bäume und Palmen hinauf. Ein paar habe ich auch gepflanzt. Sie lassen sich leicht vermehren. Ein Stückchen mit zwei, drei Blättern reicht. Ich stecke die Ableger lediglich an einem Baumstamm angelehnt ein paar Zentimeter in die Erde, und fertig. Der Rest geschieht alleine. In unserem Regenwaldklima gedeihen sie zu meiner Freude jedenfalls bestens. Mehr über die Welt der Vanilleorchideen erfährt ihr hier: " Weihnachten gibt es Orchideen-Platzerl mit Vanille"  Übrigens ist der Atlantische Regenwald das Biom, in dem weltweit die meisten Vanilleorchideen-Arten wachsen.

Malagueta-Marmelade

 Sonntag. 39 Grad. Was mache ich? Pimenta kochen. Im Kühlschrank stand noch eine Ananas. Die eignet sich wunderbar für ein Pimenta. Ich habe sie klein geschnitten und mit etwas Zitronenwasser weich gekocht.  Eine Stunde am Gasherd stehen bei 39 Grad im Schatten, mag ein wenig blöd erscheinen. Aber ich schwitze ja sowieso schon, da ergibt die Abhitze vom Gasherd nicht wirklich einen Unterschied.  Beim Rühren tropft mir der Schweiß von Nase und Stirn. Nur nicht vorbeugen und in den Topf schauen, sonst wird es eine Schweißtropfenmarmelade. Ja, die Grundlage für das Pimenta ist eine Marmelade. Wirklich viel hat die Ananas nicht ergeben. Ich presse deshalb noch sechs Orangen aus, die die Nachbarin von ihrem Bäumchen gepflückt und mir vorbei gebracht hat. Die Kombination Ananas-Orange schmeckt wunderbar.  Den Pimenta habe ich oben im Gemüsegarten vom Strauch gezupft. Sieben Malagueta-Schoten habe ich kleingeschnitten. Wie eine Chirurgin kam ich mir dabei vor. Fehlte nur de...

Maniok, lecker und vielseitig

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  Maniokwurzel Nach Stunden des Schneidens, Schälens, Waschens und Eintütelns gibt es jetzt eine Pause.  Alessandro hat bei einem etwa 1,5 Kilometer entfernt lebenden Nachbarn eine Kiste Maniok gekauft, etwa 22 Kilogramm. Wahrscheinlich sind es mehr. Etwas mehr als acht Kilogramm habe ich verarbeitet und die Kiste sieht immer noch voll aus. Es sind Prachtstücke von Wurzelknollen. Das Schneiden ist leider nicht so einfach und das Schälen dauert, auch wenn ich schön langsam herausfinde, wie es besser geht. So schnell wie Lucia bin ich aber noch lange nicht. Lucia hat für meine Freundin Marcia gearbeitet und Maniok im Akkord geschält. Marcia hat die geschälten Stücke dann vorgekocht und sie in der Stadt portionsweise verkauft. Auch in Brasilien wird die Zeit zum Kochen knapper. Ich übe mich im Schälen Bei Lucia sah das Schälen jedenfalls sehr einfach aus. Angeritzt, angezogen und schwupp war die Schale ab. Wie sie das gemacht hat, habe ich nicht wirklich herausbekommen, obwohl si...

Wild wachsende Mini-Gurken

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Ich schlemme mich derzeit durch unseren Regenwald. Während im Gemüsegarten derzeit kaum etwas wächst, weil es entweder zu viel regnet, zu kalt, zu heiß oder zu trocken ist, halt alles andere als ein ausgeglichenes Wachsklima, ist der Wald voll mit Essen. Die großen Palmen werfen ihre letzten Früchte ab, die kleinen Tucum-Palmen bilden gerade neue, von den Schwammerln habe ich euch ja schon erzählt und gestern habe ich hinter dem Haus auch noch ein paar Wild-Mini-Gurken entdeckt und auch geerntet, das heißt, sie direkt in Mund und Bauch verschwinden lassen.  Melothria pendula heißen sie botanisch. Sie schmecken tatsächlich nach Gurke und so wie es aussieht, fruchten sie bei uns zweimal oder mehrmals im Jahr. Denn eigentlich habe ich an einer anderen Stelle, am Waldrand, auch schon im Februar Mini-Gurken geerntet.  Die Mini-Gurken lieben Ruderalflächen im Halbschatten. Wie Gartengurken klettern auch sie. Mit ihren Rankfäden halten sie sich an Blättern und Ästlein fest und schaf...

Austernpilze aus dem Regenwald

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Als Kinder haben wir mit unserem Vater am Nußlberg und später am Buchberg immer Schwammerl gesammelt. Steinpilze, Reizger und Täublinge wurden zu einer feinen Schwammerlsuppe mit Semmelknödel verarbeitet. Hier im Süden Brasiliens ist das Schwammerlsuchen nicht wirklich ein Brauch.  Rosafarbener Austernpilz, Pleurotus djamor, heimisch im Atlantischen Regenwald In unserem Regenwald gibt es etliche Pilze. Immer wieder habe ich gefragt, welche denn eßbar sind. Die Antwort war immer die gleiche: Die Pilze sind nicht zum Essen. Leider fielen mir auch keine Ähnlichkeiten mit den Mitteleuropäischen Schwammerln auf. Hin und wieder habe ich ein Stück abgebrochen und an die Zungenspitze gehalten, um zu sehen, ob es ein Taubheitsgefühl oder ein Brennen gibt. Manche duften lecker und geben auch kein Taubheitsgefühl, aber ob sie tatsächlich eßbar sind, wusste ich nicht. Zum Glück habe ich André de Meijer kennengelernt, ein Naturalist aus den Niederlanden. Er lebt in unserer Nähe, vielleicht 4...

Fliegende Kartoffeln

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Cará moela - Fliegende, am Klettergerüst wachsende Kartoffeln. Kartoffeln wachsen nicht immer unter der Erde. Unsere klettern das Bambusgerüst hinauf, das wir oben auf der Obstwiese im Schutz der Bäume aufgestellt haben. Im Schutz der Bäume deshalb, weil die tropische Sonne einfach zu stark ist und die Blätter unserer fliegenden Kartoffeln verbrennen würde.  Eigentlich sind es keine fliegenden Kartoffeln. Sie sind so etwas ähnliches wie Kartoffeln, zumindest schmecken sie so ähnlich und lassen sich auch wie die Kartoffeln aus den europäischen Supermärkten gut einlagern. Statt unter der Erde zu wachsen, hängen sie aber an dünnen Stielen herunter.  In Wirklichkeit werden sie Cará moela (Nieren-Cará) oder Cará de cerca (Zaun-Cará) genannt. Dass wir sie fliegende Kartoffeln nennen, daran ist Schorschi schuld. Er hat uns unsere ersten Carás moelas geschenkt. Die sind eher anspruchslos und wachsen selbst auf unserem lehmigen, humuslosen, verdichteten Boden. Als uns Schorschi unse...

Gewürz des Lebens aus dem Regenwald

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  Kennt ihr bestimmt: Kurkuma oder Gelbwurzel. Genannt wird es auch indischer Safran oder Gewürz des Lebens. Kurkuma ist die Seele des Curry. In Brasilien ist es als Erdsafran bekannt, Açafrão da terra.  Eigentlich stammt Kurkuma aus Asien. Aber es scheint Regenwaldklima zu lieben. Wie seine Verwandten, der Ingwer, wächst es bei uns hervorragend gut. Ingwer haben wir selbst zwar noch nicht angebaut, aber ein paar Kurkumas haben wir hinter dem Haus im Halbschatten gepflanzt. Volle Sonne mag er nicht wirklich. Unter dem Bambus gefällt es ihm aber ganz gut. Die Bambusblätter sorgen für Schatten, Feuchtigkeit und Humus. Ausser ernten muss ich deshalb nicht viel tun. Zieht er seine Blätter ein, hängen sie verwelkt herunter, weiss ich, dass er erntereif ist.  Gestern habe ich seine Rhizome ausgegraben. Eins habe ich gleich zusammen mit Erbsen, Knoblauch, Zwiebeln und Kräutern zu einem herzhaften Brotaufstrich verarbeitet. Den Rest schneide ich klein und vermische ihn mit Sonnen...

Monstera deliciosa - Süsses Monster und Philodendron

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Monstera deliciosa - ein deliziöses Monster Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass ihre Blätter gelöchert sind Imbê, eine Philodendronart, die der Monstera ziemlich ähnlich sieht.  Jorge hat uns mal vor Jahren einen Ableger einer Monstera deliciosa geschenkt. Den haben wir natürlich gepflanzt und gehegt und gepflegt. Später haben wir dann noch einmal einen Ableger vom Ableger gemacht. Als 2011 ein schweres Erdbeben Japan erschütterte und für einen Tsunami sorgte, gab es bei uns an der Küste Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche . Nein, die hatten nichts mit dem Erdbeben zu tun. Es war nur zufällig zum gleichen Zeitpunkt. Fast eine Woche lang war die nördliche Küste von Paraná von der Umwelt abgeschnitten, ohne Strom und ohne Trinkwasserversorgung. Straßen waren von Schlamm und umgefallenen Bäumen bedeckt.  Etwa 25 Kilometer die schmale Teerstraße weiter nördlich entlang gab es eine wunderschöne Allee mit Königspalmen und stattlichen Bäumen. An denen kletterten Philoden...

Stachelbewehrte Früchte

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  Unsere ersten Ora-pro-nobis-Früchte (Pereskia) Die ersten Früchte der Ora pro nobis sind reif. Nein, sie sind nichts für mich, auch wenn sie wahrscheinlich ewig gesund sind. Aber sie haben einen eingebauten Ess-Schutz. Sie sind mit Stacheln bewehrt und noch dazu saurer als die sauersten Zitronen.

Winterliche Ernte

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Meine heutige kleine Winterernte: Kinkan, Orangen Champagne, Orangen Valença und eine Art Pampelmuse und eine der letzten Auberginen noch von der Sommerpflanzung. Morgen werde ich noch Bananen ernten.  Ich liebe es, durch den Garten zu streifen und dabei Früchte zu pflücken. Die Zitrusfrüchte werde ich zu Gelee verarbeiten, die Aubergine kommt ins Abendessen.  Zwei kleine Auberginen hängen noch. Auch die im Sommer gepflanzten Pimenta tragen endlich Früchte. Ansonsten beginnt sich im Gemüsegarten die Winterpflanzung langsam zu entwickeln. Im Winter ziehen wir sensibleres Gemüse, das der starken Sommerhitze und den zerstörenden Platzregen nicht gewachsen ist, wie Salat, Kohl oder Tomaten.  Vorne rechts Pimenta Cumari, heimisch in Brasilien und ewig scharf

Ora pro nobis - Bete für uns

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Ora pro nobis - Bete für uns. Nein, ich bin nicht auf einmal religiös geworden. Ora pro nobis ist eine in Brasilien heimische Kletterpflanze, deren Blätter und Früchte eßbar sind. Es ist das erste Mal, dass unsere geblüht hat. Jahrelang habe ich gewartet, um die Blüte der Ora-Pro-Nobis in natura zu sehen. Vor sieben oder acht Jahren hatte ich einen Steckling am Fuß des neben dem Hundeschloss stehenden Guavenbaumes in die Erde gesteckt. Mit der Zeit hat er alles erklettert, Guavenbaum, Araça-Baum und sogar unser Dach, ohne dass wir ihm viel Beachtung geschenkt haben.  Dann waren sie da, die Blüten. Vor zwei bis drei Wochen habe ich an ihren jungen Seitentrieben zwischen ausgestreckten Hochblättern steckende winzige Knospen entdeckt. Jeden Tag habe ich sie inspiziert. Sie schienen sich aber nicht wirklich zu verändern. Dann war sie plötzlich da, die Blüte, als hätte sie ein innerer Zauber erweckt.  Was für eine Pracht. Alle Knospen haben sich gleichzeitig geöffnet und einen weiß...

Weihnachten gibt es Orchideen-Platzerl mit Vanille

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Na, habt ihr euch mit Vanillekipferl eingedeckt?  Falls ihr beim Backen dazu Vanilleschoten hergenommen habt, eßt ihr Samen von Orchideen. Ja, richtig, Samen von Orchideen. Die Vanilleschoten sind nämlich eigentlich fermentierte Samenkapseln, und die Samenkapseln stammen von einer Orchidee der Gattung Vanilla.  Am Wahrscheinlichsten ist, dass ihr die Samen von Vanilla planifolia verbacken habt. Sie stellt weltweit über 90 Prozent der vermarkteten Vanilleschoten.  Eine der Vanille-Orchideen Brasiliens Es gibt aber noch andere Vanille-Orchideen. In Brasilien wachsen gleich 38 verschiedene Vanille-Arten in diversen Biomen. 20 davon sind endemisch, kommen also nur in Brasilien natürlich vor.  Warum ich euch von den Vanille-Orchideen erzähle?  Weil auch bei uns ein paar davon wachsen. Und ich habe natürlich auch ein paar Vanillekipferl. Meine Ma hat sie mir geschickt. Mit 19 verschiedenen Arten von Vanille-Orchideen ist der Atlantische Regenwald das Biom Brasiliens, ...

Schnelles Brot aus der Pfanne

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  Fladenbrot in der Pfanne gebacken Pfannenbrot ist eine tolle Sache. Es lässt sich schnell machen und landet auch genauso schnell im Bauch. Wenn zur Abendbrotzeit unangemeldet Besuch kommt, ist es eine wunderbare Alternative. Bei uns im Regenwald gibt es ja keinen Laden oder Bäcker um die Ecke.  Die meisten Besucher aus der Stadt denken da nicht dran.  Das macht nichts. Mehl, Milchpulver und restliches Zubehör habe ich immer auf Vorrat im Haus und in wenigen Minuten kann mit dem Essen begonnen werden.  Es ist außerdem eine gesellige Angelegenheit. Während ich einen Brotfladen nach dem anderen in der Pfanne backe, wird geratscht, geschlemmt, gelacht.  Das Rezept ist einfach. Aber fragt mich nicht nach genauen Mengen. Ich mache das Pi-mal-Daumen. Zutaten: 2 Teetassen Mehl (ergibt etwa 10 bis 12 Fladen) warme Milch oder warmes Wasser etwas Zucker ein wenig Salz ein Teelöffel Trockenhefe 3-4 Zehen Knoblauch  Wenn ihr wollt, könnt ihr auch noch ein Ei mit dazu ...

Orangefarbene Noppenzitrone

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Wilde Zitrone - Limão rosa  Sie sieht aus wie eine Orange mit Noppen, ist aber eine Zitrone. Ihr Fruchtfleisch ist auch orange. Ihr Geschmack ist aber sauer, sehr sauer und ja, auch ein wenig zitronig. Limão rosa heissen sie hier, auch wenn sie nichts mit der Farbe Rosa gemein hat. Vielleicht mit Rosen. Zweige, Stamm und Äste sind ziemlich bedornt, wie die meisten Bäumchen der Zitrusfrüchte. Manche sagen auch Limão índio, Indio-Zitrone. Das Atribut índio bekommen hier viele Pflanzen, wenn Wildformen gemeint sind.  Ungewöhnlich sind die Noppen.  Unsere Wildzitronen haben eigentlich eine glatte Schale. Nur das eine Bäumchen, das was weiss ich woher ist, bringt Noppenfrüchte hervor. Ich werde aus ihr eine Nachspeise zaubern, eine Creme mit Sahne, süsser Kondensmilch, Zitronensaft und Araça pera, eine Verwandte der Guaven, nur saurer.  

Mitternachtsweihnachten im Regenwald

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Einer der vielen Weihnachtsbäume die bei uns gerade in voller Blüte stehen.  "Aleluia" (Hallelujah) nennen ihn die Einheimischen. Endlich ist Mitternacht. Heute habe ich es kaum erwarten können. Irgendwie hat der Hunger einfach nicht locker gelassen. Beinahe hätte ich es heuer nicht bis zum "Ceia de Natal" geschafft, dem traditionellen Weihnachtsessen. Das wird erst Mitternacht eingenommen - eigentlich im Kreise der Familie. Es ist eine gesellige Angelegenheit, bei der die ganze Familie die Zeit mit Ratschen und Spielen verbringt. Eigentlich ist es nur ein Spiel: Amigo secreto (Geheimer Freund). Bei dem wird im Vorfeld ausgelost, wer wen beschenkt. Das bleibt natürlich bis Weihnachten geheim. Erst dann werden die Geheimnisse nacheinander gelüftet. Das Spiel beginnt mit dem Einleitungssatz "Mein geheimer Freund ist.....". Dem folgt eine kurze, meist lustige Beschreibung des geheimen Freundes, bei der die meisten schon wissen, um wen es sich handelt. Schließ...

Die gelbe Frucht, die es in sich hat - Neun Rezepte mit Bananen und deren Schalen

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Ihr werft Bananenschalen auf den Kompost? Müsst ihr nicht. Ihr könnt sie essen oder trinken: in Form von Kuchen, Platzerl, Brot, Vitamindrink, gedünstet als Fleischersatz, als Nachspeise... In Brasilien gibt es eine Bewegung der alternativen Ernährung, dazu gehört auch das Essen oder Verwenden von Pflanzenteilen, die überlicherweise auf dem Kompost landen. Ihr kennt das wahrscheinlich aus Deutschland. Das Grün der Gelberüben, der Rote Bete oder des Knoblauchs - alles kann gegessen werden.  Hier kommt noch die Verwertung von Schalen hinzu. Aus Orangen- und Zitronenschalen lassen sich beispielsweise Marmelade oder kristallisierte Streifen machen (wie, verrate ich euch noch in einem anderen Post). Lasst mich vorerst von der Bananenschale erzählen. Die ist laut den Ernährungswissenschaftlern reich an Mineralien, Ballaststoffen, Magnesium, Potassium und Vitamin B6. Darüber hinaus schmeckt sie lecker, auch wenn das auf den ersten Blick etwas seltsam erscheinen mag. Nein, auch hier ist es...