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Gartenarbeit im Winter

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Nach Alessandros Pflegeeinsatz, ist mein Wandgesicht wieder zu sehen. Es ist kalt geworden. Logisch, während bei euch Sommer ist, haben wir Winter . Nein, es schneit nicht. Unsere Region liegt zwischen dem tropischen und subtropischen Klima. An ein paar Tagen im Winter kann da auch bei uns im Regenwald die Temperatur nachts auf unter zehn Grad absinken. Tagsüber liegen die Temperaturen aber meistens zwischen 15 und 18 Grad. Gestern waren es gerade einmal 13 Grad, was eher eine Seltenheit ist.  Das nervige sind nicht die niedrigen Celsius Grade. Es ist der stete Regen, der die gefühlte Temperatur gewaltig absenkt. In den Regenpausen arbeitet Alessandro im Garten. Eigentlich war für heute Sonne angesagt, aber es regnet schon wieder, ein leichter Regen. Manchmal macht er Pausen. Dann stiefelt Alessandro los. Vor Tagen hat er angefangen zu mähen, Sträucher und Bäume auszuschneiden, verwelkte Palmblätter abzusägen und Pflanzen umzusetzen.  Mit dem  Bau unseres Zimmerls  s...

Penelope hat Hunger

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  Wildhuhn Penelope guckt zum Küchenfenster rein. Penelope ist fast schon ein Haustier. Nein, sie kommt nicht ins Haus, sie begnügt sich mit dem Garten rund herum. Sie ist unser Gartentier. Unser Garten ist ein Sammelsurium von Palmen, Bäumen voller Bromelien, Farnen und Philodendren, verschiedensten Sträuchern, Baumfarnen und üppig wachsenden Blattpflanzen, wie verschiedenen Helikonien, riesigen Friedenslilien und anderen Blumen. Auch eine weiß blühende Strauchrose und ein brasilianischer Holunder gehören zu dem Sammelsurium, das unsere einstige Waldlichtung von 4.000 Quadratmetern prägt.  Penelope ist eine Art Wildhuhn, das im Atlantischen Regenwald lebt, dem Regenwald, der sich entlang der Küste Brasilens in einem Streifen über das Gebirge hinweg vom Süden bis in den Norden erstreckt.  Penelope obscura, ein Wildhuhn des Atlan- tischen Regenwaldes. Das dort heimische Wildhuhn erinnert mich an Auerhühner, die ich als Jugendliche in den Chiemgauer Bergen bei der Baltz beo...

Cambucá - Die göttliche Frucht

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Cambucá-Früchte, die gesunde Frucht aus dem Regenwald  Was eine leckere Frucht. Es muss eine der Lieblingsfrüchte der Götter sein. Cambucá heißt sie oder botanisch Plinia edulis.  Nein, ihr kennt sie mit Sicherheit nicht. Sie wird nicht kommerziell angebaut oder vertrieben und sie wächst nur hier an einem begrenzten Küstenabschnitt Brasiliens.  Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder über endemische Baumarten des Atlantischen Regenwaldes gestöbert, das heißt, Arten, die nur dort wachsen. Dabei bin ich auf Cambucá gestoßen oder Cambucazeiro, wie der Baum genannt wird. Ich habe ihn gleich auf meine Wunschliste gesetzt, die Liste der Baumarten, die ich bei uns noch pflanzen möchte. Es ist ein seltener Baum. Er wächst lediglich im Atlantischen Regenwald und dort nur entlang eines schmalen Streifens der südlichen Küste Brasiliens, etwa von São Paulo bis Santa Catarina. Unser Sítio liegt da genau mittendrin. Im Wald sind mir die Früchte bisher noch nicht aufgefallen. Aber bisher...

Der Bambus, ein Meister des schnellen Wachsens

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Die ersten Bambussprossen spitzen aus der Erde. Hier ein Spross des  Guadua chacoensis, eine in Südbrasilien heimische Bambusart, die wir bei uns gepflanzt haben. Endlich spitzen die ersten Bambussprossen heraus. Sie sind spät dran dieses Mal. Der Dendrocalamus (Riesenbambus) hat sonst schon immer Ende November, Anfang Dezember damit begonnen, seine Sprossen in die Höhe zu treiben. Diesen Sommer hat er erst Ende Januar damit angefangen. Auch der Guadua chacoensis, der im Süden Brasiliens heimisch ist, treibt erst seit Kurzem ein paar Sprossen durch die Erde.  Es hat viel geregnet in den vergangenen Monaten und war nicht wirklich so heiss, wie sonst. Vielleicht liegt die Verzögerung daran. Auch sind es nur wenige Sprossen, die da kommen. Während der Riesenbambus weit mehr als ein dutzend Sprossen pro Jahr hervorbringt, sind es dieses Jahr bis jetzt nur drei. Da werden wir keine zum Essen ernten, ausser, es kommen noch ein paar Nachzügler. Der einzige Bambus, der wie üblich Spro...

Gartenarbeit bei Regen

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Freischneiden des Zwingers Heute wieder ein Regentag. Irgendwie gibt es bei uns in diesem Sommer mehr Regen als Sonne. Die Pflanzen finden das prima und wuchern wild Richtung Himmel.  Die Araça, ein bei uns im Regenwald heimischer Baum mit leckeren Früchten, ist ebenso über sich hinaus gewachsen. Sie hat dabei über dem Eingang des Zwingers ein Tor gebildet. Davon war wiederum die Ora-Pro-Nobis begeistert (Pereskia). Sie hat die Araça-Äste über dem Zwinger als Klettergerüst genutzt und dieses mit einem undurchdringlichen Teppich versehen. Kurz, es war Zeit, ein wenig einzuschreiten. Statt zu bauen, stand heute Gartenarbeit auf dem Programm, genauer gesagt, das Zurückschneiden der Araça und der mit Dornen bewehrten Ora-Pro-Nobis. Dass es dabei geregnet hat, war nicht weiter schlimm. Der Regen hier im Regenwald ist warm. Hätte die Sonne gescheint, wäre ich auch nass gewesen vor lauter Schwitzen. So, war es eine angenehme Arbeitstemperatur und der Regentag ein guter Gartenarbeitstag. ...

Tropische Früchte in der Hecke

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  Früchte des Chal-Chal-Baumes. Ich habe ein neues Bäumchen entdeckt. Chal-Chal heißt er, oder Allophylus edulis auf botanisch. Vögel, Fledermäuse und Affen sind begeistert von ihm, von seinen süßen Früchten. Die sind sogar für uns Menschen eßbar. In der Volksmedizin wird der Tee aus seinen Blättern gegen Bluthochdruck, bei Leberproblemen und Fieber getrunken.  Aufgefallen ist er mir, weil ich gerade in der Orange-Gelb-Roten-Gartenphase bin und seine  bunten Früchte nicht zu übersehen waren.  Er ist alleine in unserer Hecke aufgegangen. Die Hecke war eigentlich einmal eine Hibiskushecke. Die Blattschneiderameisen fanden den Hibiskus wunderbar, noch dazu so viele in einer Reihe. Sie haben immer wieder nur die Astgerüste der Hibiskus-Sträucher übriggelassen, bis die meisten Hibiskussträucher aufgegeben und sich heimische Sträucher von alleine eingestellt haben.  Jetzt werde ich ihn hüten, meinen Chal-Chal, ein paar der Früchte essen und die Samen einsetzen, um noc...

Mein tropischer Garten in Orange, Gelb, Rot

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Mein Garten, mein Kleinod, mein Wunderland. Ich liebe es, durch den Garten zu stapfen, um zu sehen, was dort so kreucht und fleucht, was dort wächst und blüht.  Meine kleinen Entdeckungstouren führen mich zur Zeit durch ein orange-gelb-rotes Spetakel.  Auf unserer etwa 4.000 Quatratmeter großen Waldlichtung haben wir Inseln angelegt. Das heißt, wir haben Bäume und Sträucher gepflanzt und um sie herum Blatt- und Blütenstauden gesetzt. Nicht alles hat funktioniert. So manchen Stauden ist es zu feucht und heiß bei uns. Tropische Pflanzen fühlen sich hingegen wohl und breiten sich wunderbar aus. So sind die Inseln einem steten Wandel durchzogen, bei dem mal die eine, mal die andere Staude Oberhand gewinnt. Etliche der Stauden haben wir im Wald gefunden und bei "Nachbarn" gerettet, wie Calathea oder Helikonien. Die meisten Städter, die in unserer Nachbarschaft ein Grundstück im Grünen ergattert haben, wollten erst einmal alles niedermähen, um ihren Bauplatz zu "säubern"....

Zurück zur Routine

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 Zurück zur Routine. Es nieselt. Genau das richtige Wetter, um ein wenig im Garten zu arbeiten. Alessandro hat angefangen zu mähen und die Agave zurückgeschnitten. Jetzt kommt mein Part, Aufräumen und unseren Blätterweg wieder sichtbar machen. Grashorste haben ihn eingenommen. Hält das Wetter an, geht es zur Treppe und zur Rampe. Die sind ebenso ein wenig zugewildert.  Ja, es ist viel Arbeit, aber es beruhigt mich, im Garten herumzuwurschteln und es ist angenehm, wenn es nieselt und die heisse Sommersonne irgendwo weit über den Wolken versteckt ist. 

Gelbe Tupfer im grau-grünen Regenwaldwinter

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Jetzt im Winter geben grau-grüne Farben den Ton in unserem Regenwald an, es ist der Atlantische Regenwald, einer der gefährdesten und ebenso artenreichsten Regenwälder der Welt. Unter anderem ist er Lebensraum von knapp 1.200 Orchideenarten. Eine von ihnen ist der Chuva-de-ouro, der Goldregen. Er sorgt derzeit überall für knallgelbe Tupfer, blüht in seiner herrlichsten Pracht - und das mitten im Winter.  O.K., der subtropische Winter ist nicht mit einem bayerischen Winter zu vergleichen. Hier an der Küste des brasilianischen Bundesstaates Paraná ist er eher angenehm, mit Temperaturen tagsüber zwischen 15 und 20 Grad und nachts nahe 10 Grad. Manchmal kann es nachts auch stärker abkühlen oder tagsüber auch schon einmal über 20 Graden. Gleich bleibt hingegen die Luftfeuchte. Die unterschreitet selten die 90 Prozent.  Im Winter können sich zudem Regentage nahtlos aneinanderreihen. Die Regenmenge ist zwar wesentlich geringer als im Sommer, aber der Niederschlag verteilt sich über d...

Erdpyramiden im Garten

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Der viele Regen hat im Garten Mini-Erdpyramiden gebildet. Unser Garten ist mit Erdpyramiden durchzogen. Der ganze Garten ist ein wenig übertrieben. Aber dort, wo die Baustelle für unser Zimmer ist, da stehen sie, etliche Erdpyramiden. Der Regen der vergangenen Wochen (oder sind es Monate?) hat sie gebildet.  Ich glaube, seit September haben wir Sonne und Sterne nur ein halbes dutzend Mal gesehen . Die restlichen 90 Tage hat es, genieselt, gewittert, gestürmt, geregnet , war es trüb und zu kühl für die Jahreszeit. Kam sie dann einmal heraus, die Sonne, hat sie die Temperaturen auf fast 40 Grad aufgeheizt. Jetzt regnet es wieder. Bis April soll es so bleiben. Der El Niño sei schuld, sagen sie.  Wahrscheinlich wird der Regen unsere Erdpyramidensammlung noch vergrößern. Dort, wo wir den Aushub für die Punktfundamente aufgeschüttet haben, haben die himmlischen Wassermengen die feinen Ton- und Lehmelemente ausgewaschen. Geblieben sind Säulchen mit einem Stein oben drauf. Der hat die...

Malagueta-Marmelade

 Sonntag. 39 Grad. Was mache ich? Pimenta kochen. Im Kühlschrank stand noch eine Ananas. Die eignet sich wunderbar für ein Pimenta. Ich habe sie klein geschnitten und mit etwas Zitronenwasser weich gekocht.  Eine Stunde am Gasherd stehen bei 39 Grad im Schatten, mag ein wenig blöd erscheinen. Aber ich schwitze ja sowieso schon, da ergibt die Abhitze vom Gasherd nicht wirklich einen Unterschied.  Beim Rühren tropft mir der Schweiß von Nase und Stirn. Nur nicht vorbeugen und in den Topf schauen, sonst wird es eine Schweißtropfenmarmelade. Ja, die Grundlage für das Pimenta ist eine Marmelade. Wirklich viel hat die Ananas nicht ergeben. Ich presse deshalb noch sechs Orangen aus, die die Nachbarin von ihrem Bäumchen gepflückt und mir vorbei gebracht hat. Die Kombination Ananas-Orange schmeckt wunderbar.  Den Pimenta habe ich oben im Gemüsegarten vom Strauch gezupft. Sieben Malagueta-Schoten habe ich kleingeschnitten. Wie eine Chirurgin kam ich mir dabei vor. Fehlte nur de...

Cidas Rose - Eine Rose im Regenwald

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Cidas Rose Cidas Rose blüht. Lange war ich Cida in den Ohren gelegen, mir doch einen Ableger von einer ihrer vielen Rosen zu machen. Besonders hatte es mir eine rosa-weiße angetan, die nicht so stark gefüllt ist, aber einen wunderbaren, leichten Rosenduft verströmt. Sie erinnert mich ein wenig an die auch in Bayern heimischen Hundsrosen.  Mitten im Ampertal, haben sie in Haindlfing Böschungen zwischen extensiven Weiden und Acker gesäumt. Im Frühjahr bildeten ihre Blüten herrliche weiße Bänder im satten Grün des Tales. Oft bin ich dort entlang gelaufen, von Busch zu Busch, um mich an ihren Blüten satt zu riechen. Im Herbst habe ich ihre Hagebutten gesammelt und köstliche Marmelade daraus gemacht.  Cidas Rose erinnerte mich an meine "alte" Welt. Ein bisschen davon wollte ich mir in meine Dschungeloase holen. Anfang dieses Jahres brachte mir Cidas Lebenspartner das versprochene Rosenpflänzlein. Was für eine Freude. Ich habe es direkt vor den Eingang gestellt.  Jetzt hat es f...

Wild wachsende Mini-Gurken

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Ich schlemme mich derzeit durch unseren Regenwald. Während im Gemüsegarten derzeit kaum etwas wächst, weil es entweder zu viel regnet, zu kalt, zu heiß oder zu trocken ist, halt alles andere als ein ausgeglichenes Wachsklima, ist der Wald voll mit Essen. Die großen Palmen werfen ihre letzten Früchte ab, die kleinen Tucum-Palmen bilden gerade neue, von den Schwammerln habe ich euch ja schon erzählt und gestern habe ich hinter dem Haus auch noch ein paar Wild-Mini-Gurken entdeckt und auch geerntet, das heißt, sie direkt in Mund und Bauch verschwinden lassen.  Melothria pendula heißen sie botanisch. Sie schmecken tatsächlich nach Gurke und so wie es aussieht, fruchten sie bei uns zweimal oder mehrmals im Jahr. Denn eigentlich habe ich an einer anderen Stelle, am Waldrand, auch schon im Februar Mini-Gurken geerntet.  Die Mini-Gurken lieben Ruderalflächen im Halbschatten. Wie Gartengurken klettern auch sie. Mit ihren Rankfäden halten sie sich an Blättern und Ästlein fest und schaf...

Fliegende Kartoffeln

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Cará moela - Fliegende, am Klettergerüst wachsende Kartoffeln. Kartoffeln wachsen nicht immer unter der Erde. Unsere klettern das Bambusgerüst hinauf, das wir oben auf der Obstwiese im Schutz der Bäume aufgestellt haben. Im Schutz der Bäume deshalb, weil die tropische Sonne einfach zu stark ist und die Blätter unserer fliegenden Kartoffeln verbrennen würde.  Eigentlich sind es keine fliegenden Kartoffeln. Sie sind so etwas ähnliches wie Kartoffeln, zumindest schmecken sie so ähnlich und lassen sich auch wie die Kartoffeln aus den europäischen Supermärkten gut einlagern. Statt unter der Erde zu wachsen, hängen sie aber an dünnen Stielen herunter.  In Wirklichkeit werden sie Cará moela (Nieren-Cará) oder Cará de cerca (Zaun-Cará) genannt. Dass wir sie fliegende Kartoffeln nennen, daran ist Schorschi schuld. Er hat uns unsere ersten Carás moelas geschenkt. Die sind eher anspruchslos und wachsen selbst auf unserem lehmigen, humuslosen, verdichteten Boden. Als uns Schorschi unse...

Fliegende Smaragde und andere Bananenfans des Regenwaldes

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Saíra-sete-cores, Fliegende Smaragde, wie Ulli sie getauft hat. Frisch geerntete Bananen hängen wir zum Nachreifen unter dem Vordach vor der Haustüre auf. Das haben die Bewohner des Regenwaldes längst herausgefunden. Legen wir keine Banane in ihr Futterhäuschen, das am Baum vor dem Haus hängt, kommen sie und fordern ihren Tribut. Die Saíra-Sete-Cores (Tangara seledon), die ihr oben auf dem Foto seht, sind keineswegs die einzigen, die Bananen heiß begehren.  Nachts kommen Fledermäuse zum Abendessen vorbei. Werden die ins Futterhäuschen gelegten Bananen nicht gleich von den Vögeln verspeist, ziehen sie zudem Schmetterlinge an, wie den blauen Morpho .  Sind die noch an den Stauden hängenden Bananen am Kipp-Punkt von unreif zu bald-reif ziehen sie ebenso Festgäste an. Gralha azul (blaue Raben), Pica-pau-amarelo (Gelbschopf-Specht) und Jacu (ein Wald-Wildhuhn) sind ganz wild auf auf sie. Im Video seht ihr einen Gelbschopf-Specht beim Bananenschmaus, vom Wohnzimmerfenster aus gef...

Gewürz des Lebens aus dem Regenwald

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  Kennt ihr bestimmt: Kurkuma oder Gelbwurzel. Genannt wird es auch indischer Safran oder Gewürz des Lebens. Kurkuma ist die Seele des Curry. In Brasilien ist es als Erdsafran bekannt, Açafrão da terra.  Eigentlich stammt Kurkuma aus Asien. Aber es scheint Regenwaldklima zu lieben. Wie seine Verwandten, der Ingwer, wächst es bei uns hervorragend gut. Ingwer haben wir selbst zwar noch nicht angebaut, aber ein paar Kurkumas haben wir hinter dem Haus im Halbschatten gepflanzt. Volle Sonne mag er nicht wirklich. Unter dem Bambus gefällt es ihm aber ganz gut. Die Bambusblätter sorgen für Schatten, Feuchtigkeit und Humus. Ausser ernten muss ich deshalb nicht viel tun. Zieht er seine Blätter ein, hängen sie verwelkt herunter, weiss ich, dass er erntereif ist.  Gestern habe ich seine Rhizome ausgegraben. Eins habe ich gleich zusammen mit Erbsen, Knoblauch, Zwiebeln und Kräutern zu einem herzhaften Brotaufstrich verarbeitet. Den Rest schneide ich klein und vermische ihn mit Sonnen...

Monstera deliciosa - Süsses Monster und Philodendron

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Monstera deliciosa - ein deliziöses Monster Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass ihre Blätter gelöchert sind Imbê, eine Philodendronart, die der Monstera ziemlich ähnlich sieht.  Jorge hat uns mal vor Jahren einen Ableger einer Monstera deliciosa geschenkt. Den haben wir natürlich gepflanzt und gehegt und gepflegt. Später haben wir dann noch einmal einen Ableger vom Ableger gemacht. Als 2011 ein schweres Erdbeben Japan erschütterte und für einen Tsunami sorgte, gab es bei uns an der Küste Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche . Nein, die hatten nichts mit dem Erdbeben zu tun. Es war nur zufällig zum gleichen Zeitpunkt. Fast eine Woche lang war die nördliche Küste von Paraná von der Umwelt abgeschnitten, ohne Strom und ohne Trinkwasserversorgung. Straßen waren von Schlamm und umgefallenen Bäumen bedeckt.  Etwa 25 Kilometer die schmale Teerstraße weiter nördlich entlang gab es eine wunderschöne Allee mit Königspalmen und stattlichen Bäumen. An denen kletterten Philoden...

Gefundene Eier

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Endlich. Zumindest eins der Outdoor-Hühnereinester habe ich entdeckt.  Die Mädels haben zwischenzeitlich zwar auch wieder in den Stallnestern gelegt, allerdings hat Junghahn Eagleeye Cherry die Situation jedes Mal genutzt und sie dabei besprungen, mit dem Endergebnis von aufgeschlagenen Eiern, die er dann fleissig verputzt hat. Aber morgen ist Schluss damit. Eine Nachbarin etwa 1,5 Kilometer weiter hinten im Wald wird ihn aufnehmen. Sie hat Hühner und auch ein paar Gockelbipperl, aber die Gockelbipperl sollen einmal Brathähnchen werden, also hat sie Interesse an unserem Eagleeye gezeigt und versprochen, dass er nicht als Hendel enden wird.  Jetzt, da ich weiss, wo die Mädels legen, dürfen sie aber auch weiterhin im Freien legen. Die Stelle ist neben dem Haus, am Fuss einer Palme, geschützt von Schlingpflanzen. Ein gutes Alternativnest.

Hund hilft bei Gartenarbeit

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  Gloria, die etwas andere gärtnerische Hilfe Na Hallo, was macht der humano, der Mensch, denn da? Ah, er schneidet Pflanzen, Helikonien genauer gesagt. Na, da kann ich doch helfen... Das Stengelteil bekomme ich auch klein. Erst einmal reinbeissen. Was? Der Mensch schneidet die Pflanzen noch kürzer? O.k., kein Problem. Das bekomme ich auch noch hin. Nebenbei gesagt, der humano könnte von mir noch lernen. Heh Mensch, schau mal, ich mach das im Liegen... Gloria ist eins unserer Findelkinder. Sie und ihr Bruder wurden mit nur drei Monaten an der etwa 300 Meter von uns entfernten Teerstraße einfach ausgesetzt. Dass Tiere einfach ausgesetzt werden, passiert leider immer wieder. In größeren Städten gibt es Programme zur Kastrierung und Sterilisierung der Katzen und Hunde, um die Zahl der Straßentiere einzuschränken. Viele haben zwar Haustiere, können sich oft aber keine Sterilisierung leisten, die bei Katzen etwa ein Viertel des Mindestlohnes kostet und bei Hunden je nach Gewicht einen h...

Auf Baum wachsender Kaktus - Kakteen des Regenwaldes

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  Mein "Treppen-Kaktus" im Garten Bei Kaktus kommen euch wahrscheinlich Bilder von Kakteen in den Sinn, die sich in trockenen, semiariden Gebieten in die Höhe recken. Kakteen gelten als die Wahlpflanzen Nummer Eins für Gießmuffel und sie brauchen nicht viel Aufmerksamkeit oder Pflege. Letzteres stimmt.  Der Beweis dafür ist mein Cacto-escada, mein Treppen-Kaktus. Zumindest nenne ich ihn so. Botanisch heißt er Selenicereus anthonyanus und auf deutsch Königin der Nacht, weil seine Blüten nur eine Nacht lang offen sind, oder Fischgrätenkaktus.  Vor Jahren hat mir Mari einen Ableger davon geschenkt. Den habe ich gepflanzt und dann vergessen. Eine Woche Starkregen hat dann aber die rund um ihn in voller Wucht wachsenden Helikonien, Calathea und Zierbananen umgedrückt. Die Pflanzeninsel vor dem Haus sah damit natürlich nicht mehr wirklich schön aus. Die Lösung: alles abschneiden. Sie wachsen ja wieder nach. Mitten beim Abschneiden all der umgedrückten Stauden sah ich ihn d...