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Regenwald-Adventskalender Türchen 3

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Die Orchideen Chuva de prata blühen rechtzeitig zur Weihnachtszeit. Manche Bäume sind so voll mit ihnen, dass es wirkt, als wären sie von unsichtbaren Waldwesen extra zur Weihnachts-Zeit mit den weissen Tupfern der Orchideen geschmückt worden.

Regenwald-Adventskalender Türchen 2

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Baumfarne sind Urgewächse. Der Atlantische Regenwald ist Heimat mehrerer Arten. Manche von ihnen wachsen nur ein bis zwei Zentimeter im Jahr. Trotzdem sind aber 3 bis 4 Meter hohe Exemplare zu finden. Sie sind damit Baumfarn-Methusalems. Früher wurden aus ihren fasrigen Stämmen Blumentöpfe für Orchideen hergestellt. Das ist mittlerweile v erboten. Baumfarne stehen inzwischen zudem unter Schutz.

Regenwald Adventskalender

In der Nacht habe ich versucht, einen Regenwald-Adventskalender für euch zu machen. Es gibt da ein paar Sites, mit denen das geht.  Ein wenig hat es gefuchst. Er wollte das Format meiner Bilder nicht anerkennen. Also musste ich das Format der Fotos erst einmal umändern. Als der Kalender dann endlich fertig war, habe ich es nicht wirklich geschafft, den Kalender hier im Blog einzubinden. Ich glaube zudem, dass ihr jedes Mal beim Aufrufen Werbung und Cookies akzeptieren müsst. Ich lasse ihn trotzdem hier stehen. Vorsichtshalber stelle ich auch den direkten Link ein. Wenn ihr hier klickt, müsstet ihr direkt zu der Site mit meinem Adventskalender kommen.  Aber ganz abgesehen von dem, verspreche ich euch, jeden Tag das geöffnete Türchen auch hier, direkt im Blog zu veröffentlichen.  Viel Spass damit und eine schöne Adventszeit...  

Mandarinen mit Moos und Flechten

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Moos und Flechten am Mandarinenbäumchen Wie hoch bei uns die Luftfeuchte ist, zeigt sich auch an den Bäumchen unserer Zitrusfrüchte. Deren Äste und Zweige vermoosen in Windeseile.  Den Bäumchen der Orangen, Zitronen und Mandarinen tut das gar nicht gut. Sie mögen keine Feuchtigkeit an ihrem Stamm und Geäst, auch nicht die, die sich im Moos ansammelt. Einmal im Jahr zupfe ich deshalb Moose und Flechten ab.  Das ist dann fast wie in meiner alten Heimat beim herbstlichen Moossammeln für die Weihnachtskrippe. Nur wärmer ist es, der Tukan krächtst und die Zikaden schrillen.   

Mitternachtsweihnachten im Regenwald

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Einer der vielen Weihnachtsbäume die bei uns gerade in voller Blüte stehen.  "Aleluia" (Hallelujah) nennen ihn die Einheimischen. Endlich ist Mitternacht. Heute habe ich es kaum erwarten können. Irgendwie hat der Hunger einfach nicht locker gelassen. Beinahe hätte ich es heuer nicht bis zum "Ceia de Natal" geschafft, dem traditionellen Weihnachtsessen. Das wird erst Mitternacht eingenommen - eigentlich im Kreise der Familie. Es ist eine gesellige Angelegenheit, bei der die ganze Familie die Zeit mit Ratschen und Spielen verbringt. Eigentlich ist es nur ein Spiel: Amigo secreto (Geheimer Freund). Bei dem wird im Vorfeld ausgelost, wer wen beschenkt. Das bleibt natürlich bis Weihnachten geheim. Erst dann werden die Geheimnisse nacheinander gelüftet. Das Spiel beginnt mit dem Einleitungssatz "Mein geheimer Freund ist.....". Dem folgt eine kurze, meist lustige Beschreibung des geheimen Freundes, bei der die meisten schon wissen, um wen es sich handelt. Schließ...

Benzedeira und 21 Kräutersalbe gegen Hexenschuss

Es geht wieder. Das Schlimmste vom Hexenschuss ist überstanden. Ich kann wieder schmerzfrei sitzen und mich einigermaßen bewegen.  Am Samstag kamen die "Polacos", Polen. Ihre Groß- oder Urgroßeltern stammten aus Polen. Sie hatten sich mit anderen polnischen Einwanderern in der Umgebung von Curitiba angesiedelt, Land bestellt und gearbeitet. Heute ist die Region ein Stadtteil von Curitiba. Da wohnen auch "unsere" Polacos, ihre Tanten, Onkels, Cousins. Etwa 600 Meter von uns aus weiter in den Wald haben "unsere" Polacos eine Datscha gebaut. Die ganze Familie hat geholfen. Die Matriarchin ist leider im vergangenen Jahr gestorben. Aber Kinder, Enkel und Urenkel kommen hin und wieder, wie eben auch vergangenes Wochenende. Die "Kinder" sind in meinem Alter und auf einer ähnlichen Vibe wie wir. Die Freude ist deshalb immer groß, auch wenn wir dieses Mal Distanzen und Mundschutz dabei waren.  Luci hatte eine spezielle Salbe dabei. 21 Kräuter, darunter Ar...

Osterfest

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Wünsche euch allen ein frohes Osterfest! Wie wir Ostern begehen?  Ohne "Oascheibn" und Eier, weil unsere Hühner gerade nicht legen.  Der Nachbar sagt, in der Karwoche legen Hühner keine Eier. Das ist so und fertig.  Drei Eier habe ich aber noch. Mit denen werde ich einen Schokoladekuchen backen, um uns das Ostern zu versüßen. Wer weiß, wenn das Wetter hält, werden wir abends vielleicht einen Fisch in ein Bananenblatt einwickeln und über Feuer braten. Sehr leckere Angelegenheit. 

Die Mondphasen des Phylodendron und der Besen Hans

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Besen aus Cipó des Philodendron ssp. Frage ich jemanden nach den Mondphasen, kommt immer die gleiche Antwort: bei abnehmenden Mond. Bei abnehmenden Mond wird gewaschen, werden Haare geschnitten, wird gepflanzt und wird der Bambus geschnitten. Nur der Cipó, der soll bei Vollmond geerntet werden. João Vassoura lacht erst einmal, als ich ihn darauf anspreche. Dann schiebt er seinen Helm etwas höher und zeigt auf den Wald. Bei Vollmond sei der Tag halt etwas länger, weil er nachts für mehr Licht sorge, sagt er, schaut schelmisch und macht dann mit der Hand eine wegwischende Bewegung. "Alles Schmarrn", so João Vassoura. Völlig egal, ob abnehmender, zunehmender Mond, ob Voll- oder Neumond, die Technik, der Krafteinsatz und das Ergebnis seien immer das Gleiche verrät er. Den ganzen Namen von João kenne ich nicht. Wir nennen ihn João Vassoura. Auf bayerisch wäre das der "Besen Hans". Den Besen hat er von uns als Nachnamen bekommen, weil er eben Besen macht. Einen so...

Unser Kaffee - angebaut im Regenwald

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Sein Aroma umschmeichelt Gaumen und Rachen. Noch lange nach dem Hinunterschlucken ist es da. Ein wenig nussig, ein bißchen zimtig und ein Hauch von Schokolade sind zu spüren. Unser eigener Kaffee. Drei Sträuchlein haben wir vor ein paar Jahren gepflanzt. Ich glaube, sie waren vom IAPAR, dem landwirtschaftlichen Forschungsinstitut Paranás. An den Namen der Sorte erinnere ich mich nicht mehr. Vielleicht habe ich den auch nie gewusst. Ob es Arábica ist? Arábica ist die Grundlage des Espresso. Ein wenig bitter. Dennoch wird vor allem er in Brasilien angebaut. Je nachdem wie das Klima ausfällt, werden in dem südamerikanischen Land jährlich etwa 50 Millionen "Sacas" Kaffee produziert. Davon sind 35 Millionen Sacas Kaffee Arábica und 15 Millionen Sacas Kaffee Conilon. Ein "Saca" ist ein Sack mit 60 Kilogramm. Die Ernte beträgt damit etwa 3 Millionen Tonnen Kaffee pro Jahr. 2016 waren es aber "nur" 43 Millionen sacas. Das Vorjahr war zu trocken, der Regen ...

Stromloses und regenverstürmtes Weihnachten

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Nein, es war kein besinnliches Weihnachten. Kaum war der Tisch mit dem Festschmaus aus Riesenhuhn, Reis mit Weintrauben, Farofa mit Bananen, Kartoffelsalat und allerlei gedeckt, war der Strom weg. Zumindest hat das Timing gestimmt. Die Kerzen für die Weihnachtsstimmung waren bereits angezündet. Noch hatte das Oh-Du-Fröhliche die Oberhand, auch wenn draussen ein Regensturm wütete und die von uns angelegten Gräben in reißende Bäche verwandelte. Immerhin saßen wir bei einem nächtlichen Weihnachts-Candlelight-Diner im Trockenen. Ganz so besinnlich ging es aber nicht weiter. Plötzlich haben sich von der Decke die Wand hinunter kleine Rinnsale gebildet. Die haben wir aber erst entdeckt, als wir uns unter prasselndem Regen gemütlich ins Bett verziehen wollten. Im stromlosen Dunkel aufs Bett gelegt, kam der Aufschrei. Das Bett ist naß. Die Decke ist naß, das Laken ist naß und auch die Matratze. Die Taschenlampe angeknippst zeigte die Antwort auf die Frage des Warum. Die Steckdose an der...

Karneval am Horziont des Regenwaldes

Nachts laufe ich durch den dunklen, stillen Regenwald vor zur Straße. Die Hunde haben nicht aufgehört zu bellen. Irgendetwas muss los sein.  Ob einem der Nachbarn etwas passiert ist, Einbrecher unterwegs sind, sich der Nachbarshund verletzt hat? Ich muss sowieso mit den Hunden eine Gassirunde drehen und mich etwas bewegen. Also gehe ich los. Drei einsame Sterne sind zwischen den Wolken zu sehen. Durch die Bäume hindurch erkenne ich in der Ferne einen orangefarbenen Streifen am Horizont, der von hellen Lichtern durchzuckt wird: die Reflexe des Karnevals in Antonina, einer der besten Straßenkarnevals Südbrasiliens. Wahrscheinlich sind gerade die Sambaschulen mit ihren Tänzern und phantasievollen Wagen die Avenida Gomes entlang gezogen, begeistert angefeuert von einem Publikum, das oft doppelt oder dreimal so groß ist, wie die Stadt Einwohner zählt. Vielleicht ist die Parade auch schon vorbei und wurde der öffentliche "Baile" eröffnet, Tanz. Dann gibt es Live-Musik von einer m...

Mückenregen

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Wenn sie nur nicht dieses die Nerven zerbohrende Geräusch von sich geben würden, würde ich sie ohne Weiteres unbehelligt lassen. Obwohl das ganz schön dumm wäre. Es ist ja nicht ihr sirenenartiger Ton, der Mücken zum Feind des Menschen macht. Zika, Chikungunya, Dengue, Malaria und Gelbfieber sind nur einige der vielen unter Umständen tödlich verlaufenden Krankheiten, die sie übertragen können. Mücken sollen vor allem bei Vollmond sehr aktiv sein, sagen Dona Dora und Tio Zeco. Sie berufen sich dabei auf altes Volkswissen, wie sie betonen.  Jetzt ist der Neumond gerade vorbei. Nach ihrer Theorie soll es rund um diesen kaum Mücken geben. Das scheinen die im Verlauf der Jahre nur vergessen zu haben. Sie schwirren in Schwärmen mit Myriaden von Mitgliedern, bei Vollmond, bei Neumond, bei Halb- und sonstigem Mond. Vielleicht ist es ja auch gerade andersherum und die Stechtiere bevorzugen den Neumond, um ihr Larvendasein zu beenden und einen Neuanfang im Erwachsenenstad...

Dem Saci-Pererê seine Bambusorchidee

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Unser Bambus mit einer Mini-Orchidee, die ich bisher nur auf Guaven-Bäumen gefunden habe Im Bambushorst da lebt der Saci-Pererê, ein kleiner Kobold, der mit Mensch und Tier seine Späße treibt. Damit haben wir auf "unserem" Grundstück für eine kleine Saci-Pererê-Population gesorgt, weil wir an verschiedenen Ecken und Enden Bambus gepflanzt haben. Ein besonders schönes Heim hat er hinter dem Hundezwinger. Da wächst der Bambusa vulgaris prächtigst vor sich hin. Seine Stangen sind am Fuß mit Moos bewachsen und bieten dem kleinen Kobold einen grünen Samt-Teppich. An einem der Kolme hat der Saci-Pererê jetzt sogar eine Balkonblume bekommen, eine kleine Orchidee mit winzigen gelben Blüten. Die habe ich bisher nur auf den Goiaba-Bäumen (Guaven) gefunden. Wer weiß, vielleicht war ja das kleine Männchen selbst am Werk und hat dafür gesorgt, dass sie in seinem Heim wächst. Der Saci-Pererê ist eine Folklorefigur Brasiliens, die auf eine Legende der Indios Südbrasiliens, der Tupi,...

Die Zigeunerin mit dem kopflosen Pferd

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Hufe schlagen auf das Kopfsteinpflaster während der Nachtnebel den Hügel vom Meer hinauf zur Kirche zieht und alles in sich verschlingt. Nichts ist zu sehen, nur das Getrappel eines Pferdes schallt von den Wänden der Häuser wider. Es ist das weiße Pferd der Bartira, der jungen, schönen Zigeunerin, der Tochter des Clanchefs. Die Zigeuner hatten ihre Zelte auf der Wiese unterhalb der Kirche aufgeschlagen, die von den ersten gottesfürchtigen Siedlern gebaut wurde. Es war ein schwülheißer Sommertag, zu heiß zum Arbeiten, zu heiß zum Sitzen, zu heiß für alles. Bartira schnappte sich ihre weiße Stute, ihre treue und stete Begleiterin und machte sich auf den Weg zur nahegelegenen Meeresbucht. Mit einem Sprung ins Wasser wollte sie sich Abkühlung verschaffen. Zum letzten Mal in ihrem Leben sah sie über die Bucht. Dann tauchte sie in die Schwärze des Todes. Mit dem Kopf prallte sie auf den Felsen. Pampa, ihr Pferd, trottete ohne Bartira zurück zum Platz des Lagers. Erschrocken vom Auftau...

Treffen der Weltkulturen: 1. Indigene Weltspiele

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Logo der offiziellen Seite  der Indigenen Weltspiele In Florida hatte ich einmal die Gelegenheit, einen Pow wow mitzuerleben. Was war ich begeistert von der Vielfalt, der für mich fremden Traditionen und den Menschen. Jetzt treffen sich im brasilianischen Palmas 116 indigene Völker aus der ganzen Welt zu den ersten Indigenen Weltspielen. Vom 20. bis zum 31. Oktober finden dort die "Jogos Mundiais dos Povos Indígenas" statt, um ihre Kulturen vorzustellen, zu debattieren und bei Wettkämpfen anzutreten, bei denen nicht das Gewinnen, sondern das Zelebrieren ihrer Traditionen im Vordergrund steht. Der Lauf mit einem geschulterten Baumstamm, Kanufahren und Lanzenwerfen sind einige der Disziplinen. Präsentiert werden ebenso Kopfball, Pfeil- und Bogenschießen, Indiaca. Begleitet werden die Indigenen Weltwpiele von einem Kunsthandwerkermarkt und einem Grünen Markt, bei denen die Ureinwohner die in ihren aldeias gefertigten Produkte anbieten. Sie werden sich in Foren und Wor...

Zum brasilianischen Osterfrühstück gibt's bayerischen Osterfladen

Mit ihren großen Kastanienaugen sieht sie mich ernst an. "Ich muß die Spuren wegwischen", sagt sie und schrubbt mit einem Putzlumpen den gefließten Boden. Drei weiße Punkte rechts, drei weiße Punkte ein wenig nach vorne versetzt links, die Spuren des Osterhasens. Denen ist sie in der Früh gefolgt, um ihr Nest, gefüllt mit Schokolade, zu finden. Jetzt will die vierjährige Raffa eine Wiederholung. Wenn keine Spuren mehr da sind, weiß der Osterhase nicht mehr, dass er schon hier gewesen ist, dann kommt er vielleicht noch einmal, erklärt sie und putzt weiter. Alle Schwestern mit ihren Männern, Kindern und Enkelkindern sind zum Osterfest gekommen, haben sich im Haus einer der Schwestern getroffen, 25 Tanten, Onkel, Cousins und wir mittendrinnen, sitzen an der weißen Tafel zum Osterfrühstück. Jeder hat etwas mitgebracht. Ich habe einen echten, bayerischen Osterfladen gebacken. Zwei Kilo Osterfladen zwischen Herzen aus Maiskuchen, Panetone, Vollkornbrot, Semmeln, Honigmelonen, Pap...

Zum Erntedank gibt es ein Karfreitags-Osterfeuer

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Alessandro beim Rückschnitt der Tahiti-Limone, die  auf unserer  Obstwiese wächst. Vielleicht werden wir heute abend ein kleines Karfreitagsfeuer machen und später über der Glut ein paar in Bananenblätter eingewickelte Fische grillen. Nachbarin Cida hat fünf Tilapien und zwei Traira gebracht. Drei große Fischteiche zieren ihr sítio, das etwa zwei Kilometer von uns entfernt ist. Cida angelt gerne, ißt aber keinen Fisch. Die Tilapien, die zu den Buntbarschen gehören, stammen eigentlich aus Afrika. Weil sie nicht gerade hohe Anforderungen stellen und sich stark vermehren, gelten sie in Brasilien als hervorragende Zuchtfische für Teichanlagen. Zumindest in Südbrasilien gehört zu einem richtigen Sítio unbedingt ein Teich mit Tilapien. Wir werden einen Teich anlegen - ohne Tilapien. Stattdessen kommen die einheimischen Traira, Kará und Bagres rein. Die mag hier keiner. Die Traira erinnert mich aber an die Hechte und den Hechtsee, in dem ich als Kind immer gebadet habe. Außer...

Wir mitten unter den Escandalosas

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Der Baile das Escandalosas ist einer der Höhepunkte des Karnevals in Antonina. Er zieht jährlich tausende von Menschen an - uns auch... Jetzt ist es wieder vorbei das Spektakel, das jährlich dreimal soviele Touristen anzieht wie Antonina Einwohner hat. Und wir waren mittendrin, haben so sinnliche Worte wie água mineral (Mineralwasser) und poeira (Staub) mitgegröhlt und wild getanzt, sind die Avenida do Samba auf und ab gelaufen und haben Engel, Teufel, Bräute und Krankenschwestern bewundert während wir mal eben eine öffentliche Dusche abbekamen. Pünktlich zur Eröffnung des Karnevals in Antonina am Freitag hat der Dauerregen eingesetzt. Für den Tag der escandalosas, unserem Einsatztag war eigentlich eine Regenpause vorher gesagt. Davon wollte der Regen allerdings nicht wirklich etwas wissen. Nur kurz hat er sich zurück gezogen, lange genug, dass wir uns kostümiert und rausgewagt haben. Mit Nachbarn und Freunden in der Stadt angekommen öffneten sich dann jedoch wieder die S...

Heidelbeerbarbies

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Plötzlich überfällt mich eine unbändige Lust auf Heidelbeeren. Das muss an der Perücke liegen, die im vergangenen Jahr beim Karneval Alessandros Kopf geziert hat. Obwohl, die war eher rötlich-pinklich. In meinem Kopf ist sie Heidelbeerfarben. mmmh, Heidelbeerkuchen, Heidelbeerjoghurt, Heidelbeeren mit Sahne, heiße Heidelbeeren... Nein, ich werde mich nicht als Heidelbeere verkleiden. Heute hat der Karneval in Antonina begonnen. Die Stadt steht Kopf. Bis vor Kurzem war ein wenig dum-dum zu hören. Das war, bevor es zum Regnen angefangen hat. Ich hoffe, dass es am Montag weniger regnet, wenn wir gemeinsam mit den "escandalosas" über die Avenida do Samba laufen, zwischen Barbies, Bräuten und Freunden.

Mit Strohsternen in tropische Weihnachtsstimmung versetzt

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Eine drückende Schwüle macht es unmöglich, den Tag im Freien zu verbringen. 35 bis 38 Grad und eine unbarmherzige Sonne versengen alles im Nu. Die Luft ist feucht und schwer, auch wenn das Hygrometer nur eine Luftfeuchte von 88 Prozent anzeigt. Morgen soll es regnen. Dann können wir wieder ein wenig aufatmen.  Die Nachbarn, die in der kühleren Stadt Curitiba leben, hoch oben auf dem Festlandplateau halten die Hitze nicht aus. Heute früh sind sie angekommen, haben ihr Wochenendhäuschen aufgeschlossen, die eingesperrte dicke Luft nach draußen entweichen lassen und den Ventilator eingeschaltet, um sich von diesem anblasen zu lassen. Von seinem Wind haben sie sich ein wenig Erfrischung erhofft, aber die kam nicht. Gegen Mittag sind sie mit ihren Nerven am Ende. Seu João hat sich auf den Weg zu uns gemacht, steht jetzt oben an unserer Einfahrt. Er klatscht in die Hände und die Hunde melden ihn mit ihrem Gebelle an.  "Ich habe schon gedacht, ihr seid nicht zu Hause", sagt...