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bambussianas

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Ja, sucht nur. Ihr werdet ihn nicht finden, den Bambus. Auf dem Foto jedenfalls nicht. Das habe ich gemacht, mit einem der Bambus im Rücken. Ein eher dünner Bambus, dessen Halme einmal 6 bis 8 Zentimeter Durchmesser haben werden, wenn er ausgewachsen ist. Statt Bambus seht ihr unser Sítio. Ganz im Hintergrund unser Hüttlein samt An-Rohbau. In der Mitte "meine" Baumfarne und vorne links eine Reihe mit Königspalmen und noch weiter links davon der Beginn meiner Hibiskushecke... Unser Bambus wächst. Selbst der Guadua chacoensis hat schon ein paar Meter hohe Halme in den Himmel gestreckt. Der Dendrocalamus asper treibt zum zweiten Mal in diesem Jahr aus. In zwei bis drei Jahren werden wir wohl endlich ein wenig unseres eigenen Bambus ernten können. Bis dahin klopfe ich überall dort an, wo ich verwertbaren Bambus sehe. Der meiste, den ich bisher benutze, ist von der Marcia. Sie hat einen Dendrocalamus asper. Eigentlich eine leckere Art Speisebambus. Das wissen auch die T...

sauber, neujahr verpasst...

schon ist´s passiert. Das neue Jahr ist schon fast eine Woche alt und mir ist es kaum aufgefallen. Es funktioniert immer noch nicht mit der Umstellung. So sehr ich es mir auch vornehme, es klappt nicht. Im Augusut, in unserem Winter, habe ich mich eigentlich ganz erfolgreich darauf programmiert, dass Weihnachten nicht vor der Tür steht. Trotz Glühwein, kühle zehn Grad und gegrillten Pinienkernen habe ich tapfer "Im Märzen der Bauer" gesungen. Schliesslich stand das Frühjahr schon nah. Auch im Frühjahr, im Oktober, ist es mir noch gelungen, mich auf das nun doch schon quasi bevor stehende Weihnachtsfest zu freuen. Dann kam der Dezember. Es kam die grosse Hitze, das Geschwitze und aus war's mit den guten Vorsätzen, dieses Mal Weihnachten und Silvester nicht zu vergessen. Es ist wie immer ganz schmerzlos vorüber gezogen. Still und heimlich. Schwupp, weg war Weihnachten. Schwupp, weg war das alte Jahr. Und ich schwitze immer noch. Immerhin scheint sich in meinen Synapsen, die...

Schneetreiben

Nein, noch schneit es nicht. Zumindest nicht hier an der Küste Paranas. An einigen Fleckchens Südbrasiliens soll das Schnee-Ereignises aber schon verdächtig nahe der Möglichkeit gewesen sein. Mit nahezu Null Grad und so. Wir hatten bisher einen wunderschönen Winter, der mich mit demRegensommer ein wenig verwöhnt hat. Meistens ist es tagsüber 20 und 26 Grad warm. Nachts kühlt es auch nur auf 14 bis 18 Grad ab. Es lässt sich also aushalten. Auch wenn wir gerade eine "Kältewelle" haben, mit Regen, tagsüber 16 Grad und nachts so um die 11 Grad, ist der Winter so doch in Ordnung. Die Kältetage sind gezählt, das wurde von den Meteorologen schon angekündigt. Unser Häuslein wächst. Die Wände sind fertig hochgezogen. Wir sind gerade dabei, den Bambus für den Dachstuhl zu behandeln. Eine Stange nach der anderen füllen wir mit Borax. Dann muss gewartet werden. Dann werden die Stangen von der Spachtelmasse befreit, die wir in mögliche Risse geschmiert haben, damit da das Borax nicht raus...
Mensch, Januar. Ewig her. Vor lauter bauen und probieren bin ich nicht mehr ins Lan-house gekommen. Heute regnet es. Da kann nicht viel gemauert werden. Die Werkstatt steht voll mit Bambus und kann deshalb nicht genutzt werden. Also: Stadtbesuch. Alessandro hat seine Grippeimpfung hinter sich gebracht. Letzter Tag heute. Er ist in die Gruppe der 29 bis 39-jährigen gefallen, die sich eben noch bis heute impfen lassen konnte. Davor waren zwei Wochen für Kinder bis zu 2 Jahren reserviert, Schwangere, Indios, Öffentlich Angestellte und Lehrer, und über 60-jährige, ach ja auch noch die mit chronischen Krankheiten. (Ursel, habe ich eine Gruppe vergessen?) Der Rest wie ich und die meisten Kinder und Jugendlichen blieben aussen vor. Ich weiss auch nicht, ob ich mich hätte impfen lassen. Wir sind ja sowieso immer auf unserem "Sitio". Der Bambus, der in der Werkstatt steht, das wird einmal unser Dachstuhl. Wir behandeln ihn gerade. Eine Bambusstange nach der anderen: Diaphragmen durch...

Die Wiederentdeckung des Schweisstuchs

Obwohl es bewölkt ist und gleich wieder regnen wird, versammelt sich der Schweiss auf Gesicht, Dekoltee und Armen zu Tropfen und Rinnsalen. Unser Hüttlein verlasse ich nur noch mit Schweisstuch, um mich damit in unbeobachteten Momenten abzutupfen, so wie es in den alten mexikanischen Filmen, die Gangsterbosse tun. Ich bin nicht die einzige, die das tut. Gestern zog das Mädel an der Kasse im Supermarkt auch ein Schweisstüchlein hervor. Ich habe gelacht, und mit meinem in heisser Verbundenheit gewedelt. Auch wenn Luftfeuchte und Hitze mir zwischendurch zu schaffen machen, so ist dieses Wetter doch besser zum Arbeiten, als wenn es trockener wäre und die Sonne herunter klnallen würde. So muss ich wenigstens nicht wählen, ob ich mich zuerst mit dem Anti-Mückenmittel und dann mit dem Sonnenblocker (Stärke 50) einschmiere oder umgekehrt. Jetzt brauche ich nur Anti-Mückenmittel. Die Wissenschaftler könnten ruhig mal ein kombiniertes Mittel erfinden. Eins, das nicht so extrem nach Parfüm duftet...

Siesta

36 Grad im Schatten. Zu heiss zum Arbeiten. Schnell ins dunkle, kühle Lan-House geflüchtet. Die Siesta über sozusagen, bevor es wieder weiter geht. Wir sind gerade dabei, das Fundament für unseren Anbau auszuheben. Streifenfundament mit tieferen Bohrungen an einigen Stellen. Ewig harter Lehmboden, der morgens vom Tau nass Tonnenschwer an den Stiefeln kleben bleibt. Zentimeter für Zentimeter graben wir uns vorwärts. Irgendwann wird es schon werden. Der Ansporn steht schon im Schuppen: Kloschüssel, Waschbecken, Mosaik-Fliesen. Unser Bad. Es wird ein wenig grösser als die Hundeburg und es wird gemauert. Ich habe nachgegeben. Der Rest wird aus verputzten Bambuswänden bestehen. Ob die Pfosten oder Tragwerke auch aus Bambus sein werden, müssen wir noch entscheiden. Der von uns geerntete Bambus hat sich leider als untauglich heraus gestellt. Er ist schon jetzt, trotz langsamer Trocknung, an einigen Stellen aufgeplatzt. Auch der Broca, eine Art Holzwurm, hat sich an ein paar Stäben bereits ein...

Deutscher Papierkram

Jetzt muss ich erst einmal verschnaufen. Obwohl, so schlimm war es auch nicht. Gestern ist die Windschutsscheibe vom Robocop gesprungen. Das ist ganz toll, weil es für ihn hier kaum Ersatzteile gibt. Der deutsche Autohersteller mit dem O am Anfang ist hier auch gar nicht bekannt. Sie nennen den Astra hier Chevrolet, weil General Motors das Vertriebsrecht von Opels in Brasilien hat. Egal. Für Astras aus dem Jahr 1995 sind die Ersatzteile dünn gesäht. Deshalb sitze ich nun im Lan-house, um nach Alteisenwarenhändler in der grossen Stadt Curitiba zu suchen. Ich hoffe, dass da irgendwo noch ein alter Astra rumrostet und ein paar Teilchen von ihm zu erwerben sind. Das Verschnaufen hat aber mit der Polizei zu tun. In den gut fünf Jahren, in denen ich nun schon hier lebe, bin ich nur äusserst selten in eine Polizeikontrolle gekomme, so wie heute. Das war doof. Ich dachte mir, super, jetzt werden sie mir erzählen, dass ich mit einer geplatzten Windschutzscheibe nicht "zirkulieren" da...