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Madonna und die Schalensteine

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Für "Juansi" Juansi wollte wissen, ob es Madonnen und Grotten an Wegen und Feldern auch in anderen katholischen Gegenden gibt. Das tut es. Auch hier in Brasilien, gibt es sie. Schließlich soll Brasilien das Land mit den meisten Katholiken sein. Zumindest wird das offiziell verlautbart, auch wenn ich bisher mehr "Crente", Protestanten, kennengelernt habe. Aber vielleicht ist das nur lokal bedingt. Zurück zu den Madonnen. Feldkreuze mit dem sterbenden Jesus habe ich noch keine gesehen, dafür schon einige Madonnenstatuen aus allen möglichen Materialien. Für manche wurden kleine Grotten aus gesammelten Steinen gebaut. Andere stehen einfach so da. Hier die Madonna aus Holz an einem Strandzugang im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina. Was mich aber noch mehr erstaunt hat, als all die Madonnen, sind die Schalensteine. Hinter der Holzmadonna gibt es einen kleinen Trampelpfad, der zu einem riesigen Felsblock führt und dort sind die spiegelglatten Kreise mitten auf...

Nur heiße Luft

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Jetzt aber schnell, bevor es wieder Mitternacht ist, ein neuer Werktag anfängt und damit mein Internetzugang wieder mehr kostet. Wie schon lange versprochen, die Geschichte mit dem selbst gebastelten Heißluftballon. So ein Ballon ist schnell gebaut, sagt Thiago. Thiago ist 14 und hat kein Geschenk für seinen Onkel, zu dessen Geburtstagsfest er eingeladen ist. Also hin gesetzt und einen Ballon gebaut. Zuerst die kleinen Geschwister zum Einkaufen geschickt: Seidenpapier und Kleber. Dann geht es los: Thiago halbiert die rechteckigen Papierbögen zu jeweils zwei Dreiecken, klebt jeweils zwei Dreiecke zu einem Trapez zusammen und dann die Trapeze zum Ballon. Fehlt nur noch der Antrieb. Auf Klopapier lässt er Wachs tropfen und faltet das bewachste Papier zu einem Würfel. Er schlitzt ein altes Kabel auf, holt den Draht heraus und biegt daraus eine Art Schaukel, auf der er den Wachswürfel befestigt. Fertig. Mit einem Föhn pustet er heiße Luft in den Ballon, um zu sehen, ob der auch dicht ist. M...

Nachtdiamanten

Heute Abend haben die Sterne die Erde geküsst. Bis zum Erdboden hinab waren die Nachtdiamanten zu sehen. In ihrer Mitte ein vertrautes Bild, der Orion. In klaren Winternächten habe ich ihn von meinem Balkon aus in Deutschland schon bewundert. Jetzt schenkt er mir hier ein Stück heimatlichen Himmel. Auch die Pleijaden habe ich schon entdeckt. Nur der große Wagen, der ist mir hier bisher noch nicht begegnet. Vielleicht ist er von der südlichen Erdkugel aus auch gar nicht zu sehen. Hier ist schließlich alles anders, steht die Sonne im Norden, statt im Süden. Banalitäten. Ich weiß. Sie verwundern mich aber immer wieder. Wie mich auch jedesmal wieder der Sternenhimmel in den Bann zieht. Weil es hier kaum eine Straßenbeleuchtung und auch nur wenige Häuser gibt, fehlt störendes Streulicht und sind besonders viele Sterne zu sehen.
Habe es endlich geschafft, meine Tagebucheinträge auf meiner Homepage zu aktualisieren. Vor lauter blog und Weihnachten und Sommer hatte ich meine Homepage ganz schön vernachlässigt. Sorry. Jetzt sind aber wenigstens unter der Rubrik Tagebuch ein paar neue Texte zu lesen.... Viel Spaß beim Stöbern auf www.geschichten-archiv.de Eure Gabriela P.S. werde natürlich auch weiterhin hier im blog etwas schreiben, zum Beispiel über einen selbst gebastelten Heissluftballon, den wir neulich nachts haben steigen lassen....

Vom Lodda und vom Zuckerhut

Nero Corleone. Ein kleiner italienischer Kater, der allerlei Abenteuer erlebt und sich ins Herz von Sommerfrischlern einschleicht. Deutsche Sommerfrischler. Die adoptieren ihn und ab geht die Reise "ins Land von Lothar Matthäus", wie Nero Corleone in der Geschichte von Elke Heidenreich stolz verkündet. Das Land von Lothar Matthäus, das war einmal Deutschland. Seit einiger Zeit ist er aber schon Trainer der Nationalelf von Ungarn. Die wollen ihn behalten. Die Brasilianer wollen ihn aber auch, vielmehr die Curitibaner, einer Stadt ähnlich groß wie München und im Süden Brasiliens gelegen. "Der beste deutsche Fussballer aller Zeiten", sagen sie in den Abendnachrichten, soll die Mannschaft von Curitiba trainieren. "Clube Atlético Paranaense" nennt sich die. Doch der Lodda, der aus Franken stammt, dem Teil Bayerns, in dem es kein t und kein p gibt, hält sich bedeckt, will erst heute, am Sonntag seine Entscheidung bekannt geben. Er müsse erst einmal mit seiner Fa...

Mein erstes Waschbrett

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Mein erstes Waschbrett. Ist es nicht hübsch? Waschbretter fand ich schon immer faszinierend. Keine Ahnung, warum das so ist, aber es ist so. Als ich aufwuchs, gab es in unserem Nachbardorf zweimal im Jahr einen Flohmarkt. Da waren hin und wieder alte Waschbretter zu finden. Dann gab es noch Musikgruppen, die mit Löffeln auf den Brettern schabten, um den Rhythmus zu unterstreichen. In den siebziger und achtziger Jahren war das ziemlich in. Zum ersten Mal neue, ungebrauchte Waschbretter habe ich aber erst hier in Brasilien gesehen. Vielleicht gibt es sie auch irgendwo in Deutschland neu zu kaufen, aber nicht in ganz gewöhnlichen Supermärkten, wie das hier der Fall ist. Es gibt gleich mehrere Preisklassen. Die Luxusausführung ist aus Plastik und gleich in ein Becken eingearbeitet. Bei der Mittelklasse besteht die Reibefläche aus einem Metall. Die einfache Form ist aus verschiedenem Holz von Hand gefertigt. Bei meinem sind am Rand noch Markierungen zu sehen, die der Handwerker gemacht hat,...

Weihnachtsfest mit Ameisenplage

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Mit einem Stromausfall am 22. nachts fing es an. Das ist nichts Ungewöhnliches. Es passiert öfter einmal, dass wir für ein paar Minuten auf die Moderne verzichten, wie es Alessandro ausdrückt. Im Dunkeln taste ich mich zum Küchenschrank, um Kerzen und Streichhölzer heraus zu ziehen. Es hat etwas Romantisches, so ein Stromausfall. Bei Meeresrauschen, Grillengezirpe und Kerzenlicht sitzen wir am Küchentisch, spielen Domino und stellen fest, dass Kerzen eine tolle Falle für fliegende Ameisen sind. Zu hunderten umschwirrten sie noch kurz zuvor die Küchenlampe. Alessandro hielt eine Schüssel gefüllt mit Wasser unter die Lampe und fing so die Hälfte von ihnen auf. Einen weiteren Teil erledigte ich mit dem Besen. Den kläglichen Rest überließen wir den Geckos und, wie wir jetzt feststellten, der Kerzenflamme, in der sie ruckzuck wegschnurzeln, wenn sie ihr zu Nahe kommen. Jetzt ist es friedlich und wir geniessen die warme Sommernacht. Nach einer halben Stunde geht das Licht wieder an. Was wir ...