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Schnee von gestern

Kleine, weiße Flocken zieren den Bildschirm. Wären da nicht die Leute mit Mützen auf den Köpfen und strahlenden Gesichtern, könnte es als durchflocktes Fernsehbild durchgehen. Das Bild unseres Fernsehers ist trotz Parabolantenne nicht so gut. Unser Häuslein steht in einer Talmulde, umgeben von Bäumen und Hügeln und die Antennenschüssel liegt auf dem Boden. Sie liegt da, weil wir es noch nicht geschafft haben, einen Support zu zimmern oder zu betonieren. Ihr Bodendasein hat den Vorteil, dass die Katzen sie nicht für interessant genug halten, um auf ihr herumzukraxeln. Der Nachteil ist der Schnee im Bild. Die sporadisch dahin fallenden weißen Punkte, die jetzt in den Abendnachrichten für Aufsehen sorgen, sind aber echt. Echter Schnee. Mitten in Brasilien. Das heißt, nicht mitten, aber immerhin im Süden Brasiliens unter anderem in einer kleinen Stadt namens São Joãoquim, im Bundesstaat Santa Catarina. Die Reporterin grinst über das ganze Gesicht. Schnee. Zum ersten Mal in ihrem Leben. S...

Auch Antonina geht auf die Strassen

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Die Proteste in Brasilien halten an. Am Donnerstag waren nach offiziellen Verlautbarungen in ganz Brasilien über eine Millionen Menschen auf den Strassen, um gegen Geldverschwendung, gegen Korruption, gegen Preiserhöhungen, für eine bessere Gesundheitsversorgung, bessere Schulbildung und überhaupt zu demonstrieren. Waren es zunächst vor allem Jugendliche, die protestierten, sind mittlerweile alle Altersschichten vertreten. "Die Jugendlichen von 1968 unterstützen die Jugendlichen von heute", ist auf einem der vielen Banner zu lesen. Die meisten Banner mahnen, kritisieren, fordern. Veränderungen sind gefragt. "Der Elefant ist erwacht", ist ein weiterer Spruch. Lange hat der Elefant geschlafen. Jetzt reicht es ihm. Sogar in Antonina haben sich Menschen versammelt, um zu demonstrieren. Antonina, ein kleines Hafenstädtchen mit einer der schönsten Meereseinbuchtungen Amerikas. Verschlafen, hohe Arbeitslosigkeit, wenig Perspektiven für junge Menschen. Die meisten ju...

Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat - Brasilien auf den Strassen

Es ist noch nicht zu Ende. Neue Proteste sind bereits angekündigt. Angekündigt sind ebenso Streiks. Streiks, die seit der Ära Lula rar geworden sind, ist er doch Kind und Papa der Gewerkschaften. Die Proteste jetzt drehen sich nicht um Arbeitgeber, Urlaubstage oder Löhne, auch nicht um die Regierung, die Präsidentin und Freundin Lulas, Dilma und noch weniger um 20 centavos, die Tariferhöhung der Omnibusse. Die Tariferhöhung waren höchstens der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Jahrzehnte hat es ins Fass getropft, wurde die Korruption ignoriert, herunter gespielt oder wenn Korrupte verurteilt wurden, blieben und bleiben sie dennoch meist auf freien Fuss. Platsch, Tropfen ins Fass. Wer nicht ausgeraubt werden will, verzichtet auf schöne Autos, teure Häuser, verschanzt sich hinter Bodygard und Stacheldraht - oft hilft das aber auch nicht. In der zwei-drei Millionen Einwohner zählenden Stadt Curitiba (Hauptstadt vom brasilianischen Bundesstaat Paraná) und dem ...

Barbatuques und Bayern

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Fragt mich mal, was Bayern mit Brasilianern gemeinsam haben. Da kann ich euch einiges erzählen. Aber seht selbst. Ich stell euch da mal ein musikalisches Beispiel rein. Von Brasilien die Barbatuques. Eine Gruppe, ein Projekt, die "Körpermusik" machen, ihren Körper in musikalische Instrumente verwandeln.  Video mit einer Anzeige.  Drückt einfach auf den Pfeil rechts "Pular anúncio"  und schon beginnt der eigentliche Videoclip. Und dann das: Schuaplattln - auch eine Art Körper-Percussion.... "Rock mi" mit dem Flashmob (Album "Alpin" von voXXclub)

Alles Banane oder was?

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Mist. Die Tastatur klemmt. Also müsst ihr mal wieder mit ein paar Fehlern leben.... Tippfehlern, weil ich mal wieder in Eile bin. Um 16.00 Uhr fährt mein Omnibus. Da will ich mit. Der nächste geht erst wieder um 18.15 Uhr, da ist es jetzt im WInter schon dunkel und ich habe die Taschenlampe vergessen, wo sie gerade heute unbedingt notwendig wäre - heute, nahe Neumond, ist es zu finster, um den Kilometer von der Bushaltestelle bis zu unserm Hüttlein ohne Probleme zu finden. Vor ein paar Tagen habe ich die versprochenen Fotos von den Bananenfasern gemacht. Fibra de Banana  Das ist eine tolle Sache, das mit der fibra de banana und überhaupt mit der Banane.  Aber seht selbst: Teil eins: Die Frucht und die Culinaria Die Bananenstauden treiben einmal im Jahr Blüten. Ein Fest für Kolibri, Bienen und Co. Dann kommen die Früchte. Ein Fest für die Gralha azul (ein dunkelblauer Rabenvogel) und mich. Bevor die Bananen reif werden und die Gralha sie alle weg f...
Leute, entschuldigt, irgendwie vergeht die Zeit im Internetcafé doppelt so schnell wie draussen im Wald.... habe den Bericht über die Fibra de Banana nicht vergessen.... im Gegenteil. Alessandro hat gestern eine Bananenstaude umgeschnitten, von der ich Fasern machen werde. Logisch werde ich dabei ein paar Fotos machen. Lasst euch überraschen. Die Bananenfasern sehen teilweise aus wie Spitzendeckchen.... derweil alles Liebe

Baile mit Aipim

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Drei Tage Stadtpause. Manchmal dauert es noch länger bis ich wieder in die Stadt fahre.  Musste heute aber für Marcia ihren Aipim Etiketten entwerfen und ausdrucken. Ohne Strom hilft da nur eine Fahrt mit dem Omnibus in die Stadt, ins Lan-house (Internet-café). Marcia wohnt noch weiter von der Stadt entfernt als wir es tun. Ihre Chácara ist von meiner so um die zwölf Kilometer entfernt, wobei die letzten zwei Kilometer pure Schotter-Schüttelpiste sind. Marcia hat noch eine kleine Landwirtschaft und einen Pavillon für Evente. Da helfen wir immer fleissig mit, zum Beispiel wenn es Bailes gibt, Tanzabende. Wobei der Begriff Tanzabend nicht wirklich treffend ist. Es geht erst nachts los, nach 21/22 Uhr und dann wird getanzt was das Bein hält bis zum nächsten Morgen. Beim letzten Mal gingen die letzten Gäste so um 5:30, vielleicht waren es auch schon 6 Uhr morgens. Wir waren jedenfalls alle ganz schön geschafft. Und Roney, einer der Musiker, hatte keine Stimme mehr. Die Leute...