Sonntag, Juli 20, 2008

Mondphasen

Mit den "Aussaattagen" von Maria Thun fing es an. Dann kam das Buch "Mondzeit" von Ute York dazu (es ist zwar schon in den 90ern erschienen, kann ich aber trotzdem sehr empfehlen).

Später wurden Paungger und Co mit ihren Ausgaben zu den Mondphasen berühmt, wurden Bücher, Artikel und Kurse über die Mondphasen Mode. Da interessierte mich die Mondphasen-Literatur schon nicht mehr, weil ich das, was ich wusste und gelernt hatte schon längst anwendete. Mit den ausführlichen "Aussaattagen", die jährlich erscheinen und auch die Planetenkonstellationen mit einbeziehen, war es ein Leichtes.

Jetzt wünsche ich mir wieder ein wenig Mondliteratur. Allerdings keine europäische. Auf der südlichen Erdhalbkugel scheinen die Mondkräfte anders zu wirken.

In Deutschland war ich es gewohnt, meine Enthaarungsprozedur bei abnehmenden Mond zu vollziehen. Mit guten Ergebnissen. Hier waren die Ergebnisse indes nicht so gut. Dass die Haare so schnell wieder nachwuchsen, schob ich zuerst auf die Ernährung, meinen täglichen Vitaminschub durch frische Säfte und Obst. Inzwischen habe ich entdeckt, dass das Ergebnis der Enthaarung hier länger anhält, wenn ich bei zunehmenden Mond enthaare. Auch Alessandros Haare wachsen langsamer nach, wenn ich sie bei zunehmenden Mond schneide. Ob die Mondkräfte südlich des Äquators anders wirken? Immerhin sind ja auch die Jahreszeiten umgekehrt, ist hier dann Sommer, wenn bei euch im Norden Winter ist.

Die Literatur, die ich hier gefunden habe, stammt leider fast ausnahmslos von Autoren, der nördlichen Hemisphäre. Selbst die Aussaattage gibt es als Übersetzung und ein biodynamisches Institut, das nach den antroposophischen Richtlinien von Steiner und Demeter arbeitet ebenso. Nur ein Werk, das sich tatsächlich auf Erfahrungen, Studien und Untersuchungen über die Mondphasen und deren Auswirkungen in Brasilien beruft, habe ich noch nicht entdeckt.

Bei meinen Bambusrecherchen bin ich auch nicht weiter gekommen. Die meisten empfehlen einen Schnitt bei abnehmenden Mond, ähnlich wie das der Fall beim Holzeinschlag in Europa ist. Lediglich bei einem Bambusfachmenschen fand ich den Hinweis, dass es besser sei die Bambusrohre, bei Neumond oder kurz danach zu schneiden. Seine Tests und Erfahrungen hätten ergeben, dass dann der Befall mit Käfer und Termiten geringer ist. Eine andere Architektin rät, bei "Lua sentada", "sitzendem Mond", zu schneiden. Was aber, ist bitteschön ein "sitzender Mond"?

Es hilft nichts. Ich werde wohl meine eigenen Beobachtungen anstellen müssen. So, wie es mir ein anderer Fachmensch von einer Bambusvereinigung geraten hat.

Kommentare:

Juansi hat gesagt…

Die Maria Thun kaufe ich mir auch jedes Jahr. Ich gieße meine Pflanzen an den Blatttagen. Zumindestens die Pflanzzeiten für die südliche Hemisphäre stehen drin. Ich würde das mit dem Bambus ja so machen wie es auch mit den Haaren klappt. Was ich aber nie kapieren werde ist, dass die Sonne mittags bei Euch im Norden steht. Stimmt das wirklich?

Übrigens stehst Du mit Deinem "Lua sentada" auf der ersten google-Seite :-)

Lieben Gruß
Juansi

Ursel hat gesagt…

Hallihallo !!

Du, der Frisör hat mir gesagt, dass ich meine Haare bei abnehmendem Mond schneiden lassen soll. Ich dachte, es hätt' damit zu tun, dass die Haare dann weniger, aber vielleicht stärker werden. Aber es macht Sinn !!

Und der "sitzende Mond", meinst Du nicht, dass das hier der wunderschöne abnehmende Mond ist, wenn die Mondsichel liegt statt, wie in D, auf einer Seite zu steh'n.. ?

Kam mir nur so in den Sinn..

Habe sonst nie soo viel auf die Mondphasen gegeben, obwohl ich mich hier mondin nenne (sollte ich vielleicht).

LG Ursel

Gabriela hat gesagt…

Hallo Juansi,
ja, wahrscheinlich ist es wirklich besser, mich auf mein Gefühl und meine eigenen Erfahrungen zu verlassen. Werde aber auch versuchen, einen Wissenschaftler zu kontakten, der eine Studie über die Indios und im speziellen ihr Wissen über die Mondphasen gemacht hat. Seinen Namen habe ich schon. Fehlt nur noch die Adresse. Die werde ich hoffentlich auch noch ausfindig machen.
Das mit der Sonne finde ich auch seltsam. Aber es stimmt, sie steht im Norden. Das bereitet mir immer noch Probleme, wenn ich mich zu orientieren versuche.

Hallo Ursel,
schneidest du deine Haare bei abnehmenden Mond, stärkst du deine Haarwurzeln und kannst somit auf volleres Haar hoffen. Sie sollten allerdings auch langsamer wachsen. Tun sie hier nur nicht. Zumindest nicht meine und Alessandros. Im Gegenteil. Bei abnehmenden Mond geschnitten oder enthaart, wachsen sie ruck zuck wieder nach... Vielleicht ist es ja das Küstenwetter, das zu dem unerwarteten Haarwachstum führt.

Das mit der "Lua sentada" habe ich herausgefunden, es ist mitten in der Nacht, wenn der Mond am Horizont verschwindet. Zumindest hat mir ein Fischer das so erklärt. Ich dachte ja auch eher an die liegende Sichel. Naja.

Sonst ist an den Mondphasen aber wirklich etwas dran. Ich finde auch, der beste Ratgeber ist der von Maria Thun, weil sie eben nicht populistisch ist, sondern sich auf eigene Erfahrungen und Tests beruft.


lustig das mit dem Google-Platz...

euch beiden ganz liebe Grüsse

Gabriela

Juansi hat gesagt…

Hallo Gabriela,
ein schönes Bild, wenn der Mond am Horizont "aufsitzt". Ja, Maria Thun macht es glaube ich seit den vierziger Jahren des letzten Jh. Da ist schon so viel an Erfahrung zusammengekommen. Sie berücksicht auch schon lange nicht mehr nur den Mond, sondern hat festgestellt, dass auch die Planeten die Witterung beeinflussen. Ich finde das so spannend. Einmal las ich ein Buch von einer Grundschullehrerin, die ihre Kinder nach dem Mondstand unterrichtete, weil sie die unterschiedlichen Stimmungen der Kinder zu den verschiedenen Zeiten beobachtet hatte. Das klang ganz plausibel.

Herzliche Grüße
Juansi