Ich hätte gerne ein Ökohäuschen. Aus Bambus soll es sein. Mit Wänden aus Lehm, einer Regenwasserzisterne, einem Brauchwasserzyklus und einem System von Versatzgruben mit anschliessender Pflanzenkläranlage. Das Wasser zum Duschen soll durch die Sonne aufgeheizt werden. Eliett, meine Nachbarin, hilft mir schon, Zwei-Liter-Petflaschen zu sammeln, aus denen der Wassererhitzer gebaut werden soll. Boden und Dach sollen mit Tetrapack isoliert werden. Also wasche ich fleissig Milch- und Saftpackungen aus und hänge sie zum Trocknen auf die Wäscheleine. Alessandro plant inzwischen kräftig am Grundriss des Häuschens und sucht im Internet Informationen. Er glaubt noch nicht so richtig, dass Bambus wirklich eine Alternative zu Eukalyptusholz ist. Balken aus Eukalyptus will ich nicht verwenden. Eukalyptus sind hier nicht heimisch und sorgen eher in den gigantischen Monokulturen für Probleme. Bambus wächst in Brasilien wild. Über 1300 verschiedene Arten soll es geben, darunter auch eine, die Stämme m...
Entschuldigung. Ohne Strom und Internet ist es gar nicht so leicht, das blog aufrecht zu erhalten. Um im Lanhouse zu posten muss ich ausserdem mein Paradies verlassen. Wo da doch so viel zu tun ist. Den Umzug haben wir alle prima überstanden. Nach einer Woche und 5 Fahrten hatte ich alle Katzen eingefangen und zur neuen Heimat gebracht. Ein paar der acht waren ein wenig sauer über den Transport. Ein paar andere fanden die Wildnis alles andere als toll. Zumal da auch noch wilde Verwandte von ihnen leben. An einem der ersten Tage hörten wir gleich ein lautes Fauchen, wie von einem Löwen im Käfig nebenan. Mit Machete und Stock sind wir zu der Richtung getigert, aus der das Fauchen kam. Gesehen haben wir nichts, ausser Grünzeug. Gehört haben wir hingegen das Liebesmiaue und -gefauche der Wildkatzen. Ein wenig angsteinflössend, wenn ich nicht wüsste, dass sie noch mehr Angst vor uns Menschen haben. Inzwischen haben wir uns eingelebt, haben ein paar Bambus gepflanzt, das Hüttlein weiter ausg...
Es ist wieder soweit. Auch dieses Jahr habe ich für euch wieder einen Adventskalender mit Bildern aus dem Atlantischen Regenwald erstellt. Das ganze Jahr über bin ich mit dem Handy durch den Wald gelaufen und habe Fotos von Pflanzen, Tieren, Baumrinden, Wurzeln, Blättern und allem, was ich interessant fand, gemacht und für den Adventskalender gesammelt. 24 davon habe ich euch in den Adventskalender gepackt und jeweils mit einem kleinen Text versehen, um euch ein bisschen in die phantastische Welt des Regenwaldes zu entführen. Klickt einfach auf den Link => Regenwald Adventskalender und schon könnt ihr Türchen öffnen und in meine Welt eintauchen. Ich wünsche euch viel Spaß damit und eine wundershöne Adventszeit.
Im Wald von einem Bekannten haben wir Stachelpalmen entdeckt, Brejaúva heißen sie (Astrocaryum aculeatissimum). Ich habe ihre Früchte schon einmal gesehen. Hin und wieder werden sie an den Buden angeboten, die entlang der Straße in Morretes aufgebaut sind. Die dazu gehörige Palme war mir bisher unbekannt. Schöne, schlanke Palmen sind es, vielleicht 8 bis 10 Meter hoch, durch deren Blattkronen ein sanftes Licht fällt. Sie wachsen mitten im Atlantischen Regenwald und gleichen unseren Tucum-Pälmchen, nur dass sie größer sind. Einmal aufgebrochen, geben ihre Früchte ein nach Kokosnuß schmeckendes weißes Fruchtfleisch frei. Das heißt, freiwillig geben sie es nicht her. Es muss mit einem Messer rausgepuhlt werden. Auch die Ernte der Trauben mit den Nüsschen ist nicht so einfach. Der Stamm der Brejaúvas ist voll mit Millionen von dünnen Stacheln, die Nähnadeln alle Ehre machen. Jean hat sich einen langen Stecken zurecht geschnitzt, mit Gabel vorne dran und versucht,...
Mein Weihnachtskaktus blüht mitten im August. Habt ihr auch einen Weihnachtskaktus im Wohnzimmer, Büro oder auf dem Balkon? Es ist ein pflegeleichter Kaktus, der nicht viel Licht mag und gleichzeitig größere Wassermengen verträgt. Vielleicht habt ihr euch schon einmal gefragt, warum der Weihnachtskaktus so andere Ansprüche hat, bevorzugen die meisten Kakteen doch pralle Sonne und wenig Wasser. Die Antwort ist einfach. Er stammt aus dem Regenwald, genauer gesagt dem Atlantischen Regenwald. Dort wächst er nicht auf dem Boden sondern sitzt als Epiphyt in Astgabeln und auf den Zweigen der Bäume. Bei uns im Regenwald habe ich bis jetzt noch keinen Weihnachtskaktus wild wachsend gefunden. Das mag nichts heißen. Theoretisch sind seine Heimat die Regenwälder des Küstengebirges Südostbrasiliens. Wir leben am Fuß des Küstengebirges. Der Atlantische Regengwald, der uns umgibt, ist aber kein ursprünglicher Wald mehr. Nachdem die Menschen hier schon Kohle aus seinen Bäumen gemacht und Büffel g...
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