Dienstag, Juli 03, 2018

Schokoladenblues


 Ich hätte jetzt gerne ein Stückchen Schokolade...
(Foto: Marcos Santos, USP Imagens)
Ich hätte jetzt gerne ein Nutella oder eine Milka mit Haselnuß oder ein Ferrero Küßchen oder eine Ritter Sport.

Gibt es alles bei uns nicht.

Nutella gab es mal. Das war, bevor der Euro auf über 4 Reais gestiegen ist. Da hat ein Winzgläschen 30 Reais gekostet, genauso viel wie 10 Kilogramm feinster Vollkornreis. Drin war gerade einmal ein Eßlöffelchen. Ein Schleck und weg. Seufz. Wahrscheinlich ist damals schon die teure Haselnußcreme in den Verkaufsregalen vergammelt. Vor dem Vergammeln hätten sie die auch mir zukommen lassen können. Haben sie aber nicht. Jetzt würde das Gläslein vermutlich 50 Reais kosten, wenn es denn importiert werden würde. Das rentiert sich derzeit aber nicht. Seit Monaten ist es gänzlich aus den Regalen des Supermarktes verschwunden.

Kakao-Frucht
In kaum einem anderen Land wird soviel
Kakao angebaut, wie in Brasilien.
(Foto: Sidney Oliveira, fotospublicas.com)
Das gilt beinahe auch für die hiesige Schokolade.

Ihr wisst es vielleicht nicht, aber wir leben hier im Kakaoland. Drei Bäumlein haben auch wir gepflanzt. In keinem anderen Land der Welt wird so viel Kakao angebaut, wie in Brasilien. Ist nicht gerade Ostern, landet er in Form von Schokolade trotzdem kaum in den Supermärkten, zumindest nicht in denen unseres Hafenstädtchens.

Gibt es mal welche, können wir auswählen zwischen "garoto" und "garoto". Der Preis? Etwa genauso viel, wie ich für zwei Kilogramm Vollkornreis zahle. Dafür bekomme ich ein Winztäfelein, wenn ich es denn bekomme. Früher war auch das größer. Dann kam die Krise. Die hat die Schokoladentafeln halbiert und den Preis erhöht. Für Weniger dürfen die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

Ach, ich hätte jetzt gerne ein Stückchen Schokolade. Statt mir ein solches in den Mund zu schieben, werde ich meinen Händen eine andere Arbeit geben: Geschirrspülen. Was für ein Ersatz.... zum Dahinschmelzen... :)

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