Sonntag, Juni 26, 2016

Wachsende Bambus-Pergola


Die Pergola wächst.

Nach der Regenperioda gab es ein paar trockene Tage und wir konnten endlich mit ihrem Aufbau bei der Ademadam beginnen.

Die Pergola gehört zu einem Projekt, mit dem die Kleinlandwirte der Region gestärkt und letztlich auch der Tourismus gefördert werden sollen.

Entstehen wird dazu mitten im historischen Zentrum vom Städtchen Antonina ein "Espaço Gourmet" mit einer offenen Küche und einer Gaststube im Freien. Gemüse und Zutaten werden von den Kleinlandwirten Antoninas kommen. Sie sind es auch, die ihre Erdfrüchte in kulinarische Köstlichkeiten verarbeiten werden. Gesetzt wird dabei auf nicht herkömmliche aber in Südamerika heimische Gemüsearten, wie Taioba oder Manã Cubiu.

Von uns gibt es dazu die Pergola für die Freiluft-Gaststube. Noch gibt es einiges zu tun. Aufgestellt ist aber schon das Grundgerüst. Die sechs Pfeiler müssen nur noch an ihrer Basis mit Beton ausgegossen werden, um ihnen mehr Stabilität zu verleihen.

Der "Sonnenbrecher" besteht ebenso aus Bambus. Während wir für die Grundstruktur Bambusa vulgaris verwendet haben, kommt bei den Sonnenbrechern eine schlankere Art zum Einsatz, die im getrockneten Zustand dunkelbraun ist. Welche Art sich genau dahinter verbirgt, weiß ich nicht. Das habe ich leider noch nicht herausgefunden. Wir haben die Stangen aus einem Horst unweit von unserem Anwesen geschnitten.

Alle Bambusstangen haben wir vorab gegen Insektenattacken mit Borax behandelt und dann vorgetrocknet und schließlich mit der Hilfe von Feuer den Feuchtigkeitsgehalt der Bambusstangen weiter gesenkt, um sie ohne Probleme für die Konstruktion verwenden zu können.


Morgen werden wir uns an das Versteifungs- und Ziergitter machen, so das trockene Wetter weiter anhält.

Bambus ist ein günstiges und in beinahe allen Regionen Brasiliens, zumindest in kleineren Mengen vorhandenes, Baumaterial. Das bedeutet aber nicht, dass Bambusstrukturen billiger sind als Holzstrukturen.

Anders als bei Holz muss jede Bambusverbindung einzeln angepasst werden, da keine Stange der anderen gleicht. Der manuelle Aufwand ist deshalb wesentlich höher. Ich hoffe aber, dass wir mit dem Ergebnis dennoch ein paar Menschen vom Bambus überzeugen können, den in meinen Augen vielversprechensten Rohstoff der Zukunft.

Die Studenten aus Rio de Janeiro, die eine Woche lang zu Besuch bei Ademadam waren, waren jedenfalls schon einmal begeistert.

Die Ademadam ist eine Organisation, die sich die soziale Ökologie und eine nachhaltige Entwicklung im Sinne des Umweltschutzes auf die Fahnen geschrieben hat. An ihrem Hauptgebäude zeigt sie dazu unter anderem verschiedene Möglichkeiten einer grünen Architektur, wie ein begrüntes Dach, das gleichzeitig eine kleine Parkanlage bietet, eine mit Zierbananen und Helikonien bestückte Pflanzenkläranlage, die eher einem Blumenbeet als einer Abwasseranlage gleicht, eine Wurm-Kompostierung für Haushalte in der Stadt und eben auch unsere Bambuspergola.

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