Donnerstag, Juni 02, 2016

Rettungsaktion für giftige Viper

 Der Nebelniesel taucht Wald und Wege in ein tiefes Grau. Auch heute ist es wieder kühl und nass. Wäre es wärmer gewesen, wäre der kleine Zwischenfall mit der Jararaca nicht so glücklich verlaufen.

Jararaca auf WasserhahnSie hat sich auf vor der Holzwand unter dem Dachvorstand des Hauses vom Nachbarn im Trockenen eingekuschelt. Regungslos liegt sie da auf dem Plastikwasserrohr, als Alessandro den Hahn aufdreht, um den Nachbarshund mit frischem Wasser zu versorgen. Erst jetzt sieht er das kleine braune Knäuel, aus dem ihm reglos zwei Augen entgegen schauen.  Von dem reflexartigen Rückzug seiner Hand lässt sich die giftige Viper nicht stören. Nicht einmal ein Z
üngeln ruft es hervor. Bewegungslos ist sie auch noch, als wir zur Rettungsaktion ansetzen.

Mit dem Stecken stupst Alessandro eine aufgeschnittene PET-Flasche unter sie und schubst sie mit der Steckenspitze hinein. Erst jetzt streckt sie die Zunge raus, sondiert ihre neue Lage und zeigt sanfte Lebenszeichen. Ohne jegliche Fluchtversuche lässt sie sich zu ihrem neuen Fleckchen tragen.
Freisetzen von Jararaca

Weit ab von uns und unserem Nachbarn entlassen wir sie aus dem grünen Plastikkäfig. Da liegt sie und schaut zu uns, so als würde sie uns sagen wollen, dass ihr das kühle Nass ihres neuen Aufenthaltsortes gar nicht gefällt. Nur unwillig und mit Hilfe weiterer Steckenschubser verkriecht sie sich langsam ins sichere Gebüsch.


getarnte Jararaca
Zwischen dem Gras ist die kleine Viper nur schwer zu
erkennen. In der Kühle verkriecht sich die nachtaktive
Schlange nur langsam ins Gebüsch.
Herbst und Frühjahr sind Schlangenzeiten. Durch die Kühle bewegen sie sich in der Regel nicht so schnell, reagieren langsamer. Sie verlassen sich vollkommen auf ihre Tarnung. Immer wieder bin ich erstaunt, wie schwer sie zu sehen sind und wie sie voller Zutrauen in Hausnähe Unterschlupf suchen. Unser Haus suchen sie nur selten auf. Der Geruch der Katzen und Hunde lässt sie Abstand halten.

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