Dienstag, Mai 31, 2016

Schnecken-Wäsche

Pflanzen des RegenwaldesWie fühlt sie sich an, die Sonne? Der Regen hat sie ins Land der Vergessenheit verbannt, während die Feuchte sich um alles wickelt, Menschen, Pflanzen und Wäsche durchdringt.

Seit vier Tagen hängen Socken, T-Shirts und Unterhosen auf der Wäscheleine unter dem Vordach unseres Häuschens. Sie schafft es nicht zu trocknen, stetem Regen, Niesel und Luftfeuchte zu Dank.

Ich beschließe, ein paar halb-feuchte T-Shirts ins Haus zu holen, im Bad aufzuhängen. Als ich das klamme T-Shirt über den Arm werfe, spüre ich etwas Kaltes, Klitschiges. Wäre es nicht frisch gewaschen gewesen, wäre ich meinem Impuls gefolgt, es in hohen Bogen von mir zu werfen. So nehme ich es vorsichtig hoch und beschaue es. Mir entgegen blickt eine Schnecke. Auf der Rückseite des T-Shirts hat sie auf der Suche nach Nahrung  kurvige Schleimspuren hinterlassen. Auch auf der Hausabgewandten Seite des nächsten Shirts und benachbarter Unterhosen sind ihre Spuren sichtbar.

Wie ist das graubraune Kriechtier da hingekommen? Sie muss den Bambus erklommen, dann über die Leine eine Trapeznummer hingelegt und schließlich die für sie angenehm feuchten Wäschestücke entdeckt haben.

Jetzt muss ich auf die Sonne warten, um die Wäsche noch einmal zu waschen.  Bis dahin hoffe ich, dass uns die Unterhosen und Hemden nicht ausgehen.

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