Montag, Januar 25, 2016

Wasseranschluß mit Bambusbrunnen



Nach über acht Jahren sind wir endlich an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Das Wort "Trinkwasserversorgung" ist ein wenig übertrieben. Das Wasser ist unbehandelt und stammt direkt von einem Bergbach, der in der Serra do Mar (Küstengebirge) entspringt. Er fließt durch ein privates Naturschutzgebiet der SPVS, einer Gesellschaft zum Schutz des Wildlebens.

Kontrolliert und behandelt wird das Wasser erst in der Stadt Antonina. Der ländliche Raum mit den Ausmaßen eines Landkreises, in dem immerhin zwischen 5.000 und 7.000 Menschen leben bleibt sich damit selbst überlassen.

Damit das Wasser nicht ganz so schlammig in unsere "caixa" (eine Art Reservoir über dem Bad) gelangt, haben wir einen Filter vorgeschaltet. Zum Trinken filtern wir das Wasser trotzdem noch einmal zusätzlich.
Der Vorteil des Wasseranschlusses ist, dass wir uns jetzt die tägliche Pumparbeit sparen. Für eine Dusche waren immerhin 300 Pumper notwendig. Beim Wäschewaschen, habe ich Gießkannenweise das Wasser vom Brunnen angekarrt. Jetzt drehe ich den Hahn auf. Vor lauter Begeisterung habe ich gestern und heute gleich Berge von Wäsche gewaschen. Wie schnell und einfach das jetzt geht...

Einen kleinen Wasserhahn zum Hände- und Füßewaschen haben wir auch neben dem Haus vor das Orchideum gelegt. Damit er ein wenig schöner aussieht, habe ich ihm einen Bambusmantel verpasst und ein paar Steine verbaut, die wir beim Aufgraben des Grabens für die Wasserleitung gefunden haben.

Wehmutstropfen ist die Wasseruhr. Die haben sie uns 300 Meter vom Haus entfernt, vorne an die Straße hin geknallt. Auf meinen Einspruch hin gab es vom Direktor der Wasserwerke mal wieder Ausreden und die Erklärung, dass das so üblich sei im ländlichen Raum, was so nicht stimmt. Bei der Marcia ist die Wasseruhr schließlich auch direkt am Haus und beim Nachbarn zumindest an seiner Grundstücksgrenze. 

Kommt es irgendwo auf der Strecke bis zu unserem Grundstück zu Problemen, müssen wir jetzt das auslaufende Wasser zahlen. Fummelt einer an der Uhr herum, was wir wegen der Entfernung ja gar nicht mitbekommen, geht das ebenso auf unsere Kosten. So haben wir unsere Routine geändert. Nachts laufe ich mit den Hunden vor zur Teerstraße, um die Wasserzufuhr abzustellen. Morgens läuft Alessandro nach vorne und stellt sie wieder an.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Das habe ich auch dem Direktor der Wasserwerke angekündigt. Werde mich jetzt mal wieder durch die Gesetze wühlen, um unser Recht und die Pflichten der Wasserwerke herauszufinden.

Immerhin ist aber das Leben mit dem Wasseranschluß schon einmal leichter geworden.


Mein kleines Plätzchen neben dem Haus, um draussen Hände und Füße waschen zu können. Die Steine haben wir beim Aufgraben des 300 Meter langen Grabens für die Wasserleitung gefunden und gesammelt.

Kommentare:

Falk Otte hat gesagt…

Hallo Gabi, wie filtert ihr denn das "Trinkwasser", ansonsten habe ich mir so ein "abenteuer"immer mal gewünscht!! dein alter onkel falk

Debora Lyson hat gesagt…

Hallo Gabriela, es wird ja immer schöner bei Euch ... :-) Der Wasseranschluss sieht Klasse aus. Wann können wir euch mal besuchen kommen? Gilberto hat mir heute erzählt, dass eure Hundedame da eventuell empfänglich für einen kurzzeitigen männlichen Begleiter ist...Nun, wir hätten da einen aussichtsreichen Kandidaten ... ;-) vielleicht magst du mir ja kurz antworten unter: markus@mayde.com.br oder über das Kontaktformular auf unserer Seite: www.sitio-pedacinhodoceu.com.br ....(da gibt es glaub ich auch ein Bild von unserem Schäferhund) ..Alles Liebe derweil und bis bald mal...Markus