Montag, Januar 18, 2016

Caninana erlegt Katzenbabys


Katze Flocke hüpft elektrisiert nach hinten. "Pulo do gato", nennen sie das. "Sprung der Katze". Der wird als letzter und überraschender Trick eingesetzt, um einer brenzligen Situation zu entkommen. Flocke Rückwärtssprung ist wie ein Alarm. "Um bicho", ein Tier, sagt Alessandro und springt vom Frühstückstisch auf, um nach draussen zu laufen.

Langsam pirscht er sich an und bleibt etwa fünf Meter vom Fenster entfernt entstehen. Entwarnung. Eine Caninana sagt er. Eine Schlange Abrahams. Ungiftig, aber knapp zwei Meter lang.

Ich locke Flocke mit leckeren Verheissungen von der Schlange weg. Die schlängelt zwischen Bambus und Juçara-Palmen davon. Alessandro verliert sie schnell aus den Augen, sieht nicht, ob sie irgendwo einen Baum erklimmt.

Wir haben schon beobachtet, wie die Caninans sich hoch oben in den Kronen mit dem Geäst der Bäume verweben und ihre Tarnkappe aufsetzen. Die Einheimischen sagen, "Vorsicht, sie kann fliegen, geh' nicht zu nah ran". Sie fliegen nicht. Sie klettern gewandt und mit einer faszinierenden Geschwindigkeit von einem Baum zum anderen.

Plötzlich entdecke ich, dass nur noch zwei der kleinen Katzenjungen um meine Beine kreisen, während ich dem Rest der Katzenbande Futter anbiete, damit sie nicht auf die Idee kommen, die Caninana zu verfolgen. Selbst auf mein Rufen hin kommen die anderen beiden Katzenbabys nicht. Mutter Maxi miaut nur aufgeregt und sieht mich an. "Wo sind deine filhotes", frage ich. Maxi begleitet mich auf meinem Rundgang ums Haus. Vor der zweiten Eingangstür entdecke ich sie unter meinem Werkstattstisch, still und seltsam ausgestreckt daliegend. Sie liegen da, als würden sie in der sommerlichen Mittagshitze eine Siesta halten. Noch ist es jedoch mit 28 Grad angenehm "kühl". Sie reagieren nicht auf mein Rufen, wie sie das sonst tun. Ich hebe sie hoch. Kalt sind sie. Im Sterben liegen sie. Ihre Rippen gebrochen.

Ich habe nicht gesehen, wie die Caninana sie gepackt und anscheinend zerquetscht hat. Ich weiß nur, dass sie am Morgen noch fröhlich mit den anderen herum gesprungen sind. Jetzt sind sie tot,

In der ländlichen Region leben Caninanas durchaus in Hausnähe, manchmal auch unter dem Dach. Sie werden als Segen angesehen, weil sie Ratten, Mäuse und auch andere Schlangen fern halten. Wahrscheinlich hat sie gedacht, dass die kleinen, neugierigen Katzenbabys Mäuse sind. Zum Fressen ist sie nicht gekommen, weil dann schon Flocke und vielleicht auch Katzenmutter Maxi hinter ihr her waren.



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