Sonntag, März 08, 2015

Internationaler Frauentag mit Zauberwörtern

Schön
voller Kraft
und voller Macht

Morgens, wenn das sanfte Licht des anbrechenden Tages durch das Augenlid hindurch für Klarheit sorgt, suchen sie sich im Kopf ihren Platz, um den Körper die kommenden Stunden hinweg zu begleiten. Schnell dahin gedacht, noch bevor ich aus der Hängematte schlüpfe, geben sie Zuversicht, umschmeicheln den Tag, begrüßen das Leben.

Weibliche Wörter von einer erfahrenen Seele. Ernst
sieht sie mir in die Augen, als sie mir ihr Geheimnis preisgibt, mir ihre täglichen Zauberwörter verrät. Vor 72 Jahren ist K. zur Welt gekommen, hat Söhne und Töchter groß gezogen, ist ihren orientalischen Wurzeln gefolgt. Noch heute versprüht sie soviel Lebenskraft, dass ich mir sicher bin, sie wird noch ein paar weitere Jahrzehnte hier auf dieser Erde verbringen.

K. ist eine der 103,5 Millionen Frauen Brasiliens. Schöne Frauen, kraftvolle Frauen, machtvolle Frauen, die täglich kleine und große Probleme bewältigen, so wie überall auf der Welt.

Rund um den 8. März rücken einige der Probleme plötzlich in den Mittelpunkt, wird die Gleichstellung der Geschlechter angeprangert und eingefordert, werden Reden geschwungen, Frauen der Wissenschaft und Wirtschaft geehrt, werden Statistiken präsentiert, die zeigen, dass die Gleichstellung noch in weiter Ferne liegt.

Immerhin wird der internationale Frauentag in Brasilien mittlerweile stärker politisiert, als das noch vor wenigen Jahren der Fall war. 2010 haben in den Medien noch Berichte über die Veranstaltungen zum 8. März dominiert, Veranstaltungen für Frauen, wie kostenlose Frisöraktionen, Maniküren oder Schminken und den Frauen wurde gratuliert, als wäre es ihr Geburtstag. Vorzeigefrauen, die in von Männern dominierten Berufen Karriere gemacht haben, wurden präsentiert und von Erfolgen bei der Gleichstellung gesprochen.

Für den heutigen Frauentag sind indes öffentliche Debatten, Vorträge, Informationsveranstaltungen, Demonstrationen und auch Proteste angekündigt, wie der in Rio de Janeiro von den „Mulheres Rodadas“. Sie haben den Tag des Minirocks ausgerufen, um das Recht der Frauen zu verteidigen, sich so anzuziehen wie sie wollen, ohne anzügliche Bemerkungen oder gar Übergriffe von Männern befürchten zu müssen. Unterstützt wird der Protest von der UNO-Frauenvertretung in Brasilien. In der Hauptstadt Brasília gibt es einen Lauf zur Kampagne „Justiz für den Frieden im Haus“, die sich gegen die häusliche Gewalt richtet, und der brasilianische Bund der Frauen (União Brasileira de Mulheres) hat zu einer Demonstration im Prol der politischen Reform aufgerufen.

Es tut sich etwas - schön, kraftvoll und machtvoll...

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