Freitag, Januar 23, 2015

Plötzlich ist er weg der Strom und wird zum Glauben an den Regen aufgerufen



Wir haben Glück, alle zwei Tage regnet oder gewittert es.

Dann sitzen wir meistens allerdings auch im Dunkeln und wedeln uns mit dem Fächer kühle Luft zu. Wenn es gewittert fällt der Strom aus. Meistens gewittert es nachts, dann kehren wir wieder in die alte Zeit zurück, verteilen Kerzen im Häuschen und lauschen den Stimmen aus dem kleinen Weltempfänger, der mit Batterie läuft. Manchmal dauert es nur eine Stunde bis wir wieder Strom haben, manchmal müssen wir bis zum nächsten Tag warten.

Regnet es nicht, fällt der Strom inzwischen allerdings auch aus. Dreimal ist das diese Woche passiert, und das am hellichten Tag. Am Montag ist er großflächig in Brasilien ausgefallen. Geplant, wie sie sagen, um das Netz zu schützen. Spezialisten sagen, dass das Netz überlastet war und nicht genügend elektrische Energie produziert worden ist.

Es ist Sommer. Es ist heiß. Überall laufen die Klimaanlagen und Ventilatoren. Stromfresser sind unterwegs und die Stauseen der Stromkraftwerke sind am Austrocknen. Von öffentlicher Seite wurde das Problem bisher herunter gespielt, wurde auf Übertragungsfehler oder menschliche Fehler getippt.

Heute hat der brasilianische Energieminister allerdings zum ersten Mal eingeräumt, dass angesichts der fast leeren Stauseen der Strom knapp werden könnte und eine Rationierung des Stroms nicht ausgeschlossen ist. Was fehlt, ist Regen in ausreichender Menge, um die Stauseen im Zentrum und Südosten des Landes wieder zu füllen. Dort stehen die Wasserkraftwerke, die 70 Prozent des brasilianischen Energiebedarfes abdecken sollen. 

In drei Bundesstaaten (Minas Gerais, São Paulo und Rio de Janeiro) haben die Governeure schon zum Strom- und Wassersparen aufgerufen. In Paraná ist das bisher noch nicht passiert. Aber hier bei uns fällt ständig der Strom aus und in Antonina gibt es bereits Stadtviertel, die ohne Wasser aus der Leitung sind, weil der Leitungsdruck nicht ausreichend ist, wie sie sagen. Die Wasserwerke verkünden indes, dass alles in Ordnung sei und sie alles im Griff hätten. Stopp. Das heißt es auch von den Stromversorgern. Wenn schon jetzt, im angeblichen Normalzustand, der Strom dauernd ausfällt, will ich allerdings nicht wissen, wie es ist, wenn es Probleme gibt. 

Jetzt hoffen alle auf mehr Regen und der Energieminister ruft dazu auf, daran zu glauben, dass der Regen bald wieder die Stauseen füllen wird.





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