Sonntag, Dezember 28, 2014

Gewittertauchstation bei 40 Grad im Schatten

Der heisseste Sommertag bis jetzt. 

Fast 40 Grad im Schatten. 

Zu heiß, um irgend etwas zu machen. Außerdem ist Sonntag. 

Der erste Sonntag nach dem Türklinken in die Hand geben der Weihnachtswoche. Es war eine schöne Weihnachtswoche mit viel Besuch von Verwandten, Freunden, Bekannten und Nachbarn. Wir haben zum ersten Mal einen Chester gebraten, einen Riesengockel, d.h. was riesig ist an ihm, ist seine Brust. Er ist bereits mit einem Plastikthermometer ausgestattet, das in die Höhe schießt, wenn er fertig gebraten ist.

Die Zucchini sucht sich ein schattigeres
Plätzchen. Der Sommer ist einfach zu heiß,
um irgendetwas in der Sonne anzubauen.
Zum Glück kommt das Sommer-gewitter heute früh. Erst 14:48 und in der Ferne grummelt es schon. 

Noch leiden die Pflanzen unter der starken Sonne. In ein paar Minuten wird sich das ändern, wenn der Regen herunter prasselt. Bis dahin muss ich mit Schreiben fertig sein. 

Wenn es gewittert, stöpseln wir alles aus. Damit die Blitze keine Schäden an den Elektrogeräten anrichten können. Vergangene Woche ist bei Nachbarin Tania alles durchgebrannt, Waschmaschine, Computer, Telefon. Dabei hat der Blitz gute hundert Meter entfernt von ihrem Haus in eine Eukalyptusplantage eingeschlagen. Eukalyptus zieht Blitze an, sagt sie. Warum sie die hier exotischen Bäume gepflanzt haben, weiß sie nicht mehr. Jetzt will sie von der kleinen Plantage jedenfalls nichts mehr wissen.

Irgendwann werde ich ganz auf den Agrofloresta umstellen, bei
dem das Gemüse im Schatten der Bäume gepflanzt wird.
Im Hintergrund seht ihr Manã Cubiu. Ein Nachtschattengewächs,
das einen guten Saft abgibt.
In der Regel fällt der Strom aus, wenn es gewittert. Kommt er dann wieder zurück, gibt es oft eine Überspannung. Also wird alles ausgestöpselt. Alessandro hat schon die Stecker von Ventilator, Fernseher und Kühlschrank gezogen. Gleich bin ich dran mit dem Laptop und dem Telefon.

Das grummeln wird lauter. Endlich kommt auch eine kleine Brise auf, erfrischender Wind, der durch die Fliegengitterfenster ins Haus weht und den ausgeschalteten Ventilator ersetzt. Es ist dunkel geworden, auch wenn bis zum Sonnenuntergang noch etliche Stunden fehlen. In wenigen Minuten hat sich der strahlend blaue Himmel in einen dunkel-grau-ultramarin Himmel verwandelt. 

Noch 2-3 Tage und wir können Bambussprossen ernten. Dieses Mal
möchte ich ein paar einlegen. Mal schaun, ob wir es schaffen, nicht
alle einfach aufzuessen. Auf dem Foto unser Bambusa. Wahrscheinlich
ein Bambusa vulgaris.
Die ersten Tropfen prasseln auf Dach und Erde. Gerade hat sich der angekündigte Stromausfall eingestellt. 

Zack ein Blitz, gefolgt von einem Knall und lautstarkem donnern, das alles durchreißt.

Leute, Servus. 

Gehe auf Gewittertauchstation...






Keine Kommentare: