Samstag, November 15, 2014

Schneiderfahrt zum Eiscremepot

Wenn zwei "Caboclos" in die Stadt fahren, erleben sie die tollsten Sachen. Zum Beispiel stellen sie ganz erstaunt fest, dass Feiertag ist und fast alle Geschäfte deswegen geschlossen sind, dass mitten in der Stadt eine Bühne aufgebaut ist, auf der Gospelsänger auftreten,dass feiertags Bäcker und Barber geöffnet sind, während Bars und Kneipen die Rollläden herunter gelassen haben.

Mit Caboclos werden hier die Menschen bezeichnet, die auf dem Land leben, deren Schulausbildung nur rudimentär ist, die die moderne Welt nur aus dem Fernseher kennen. Ursprünglich waren die Caboclos Nachkommen von Europäern mit den Indios, eigene Randgesellschaften, die in keiner der beiden Kulturen mehr heimisch waren.

Wir waren nicht die einzigen Caboclos im Bus. Dona Cida, unsere Nachbarin hat auch eine Schneiderfahrt hingelegt. Dabei haben wir uns bei der Hinfahrt alle so gefreut, dass der Bus so schön leer war. Die Sitzplätze waren zwar alle besetzt, aber immerhin gab es nicht das übliche Gedränge bei den Stehplätzen. Erst kurz vor der Ankunft ist uns der Aushang aufgefallen, auf dem zu lesen stand, dass am Samstag, 15. November, der feiertags Fahrplan gilt. Zu spät.

Eigentlich wollten wir unseren Laptop ein wenig aktualisieren. Mit unserem Schneckennet und den 56 Kbs zu Hause geht das nicht wirklich. Aber, ihr ahnt es, die Internetcafés waren geschlossen. Ein offenes Geschäft haben wir dennoch gefunden. Da haben wir einen ganzen Pot Eiscreme gekauft. Unseren ersten seit Jahren, Strom und Gefrierfach im Kühlschrank machen es möglich. Herrlich. Morgen ist Sonntag, da werde ich mitten am Rande des Regenwaldes Eis essen. Jawoll.

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