Freitag, Oktober 31, 2014

Zeitloser Namenssalat

Die Herbstzeitlose ist verblüht. Ein untrügliches Frühlings-Zeichen mitten im Oktober.

Schorschi nennt sie "flor de outubro", Oktoberblüte. Weil sie nur für ein paar Tage im Oktober blüht. Das will nicht viel heißen. Er nennt auch das Basilikum Alfavaca, die Gelbwurzel Safran, die weiße Sumpflilie Jasmin und Mispeln sind für ihn gelbe Pflaumen. Er ist keineswegs der Einzige, der das Namenskarussell betätigt.

Bei Nachbarin Roseli ist ein Kaktus die "flor de outubro". Der treibt im Oktober an seinen Blatträndern jede Menge rote und rosafarbene Blüten. Mir fällt der deutsche Name dazu nicht mehr ein.  Vielleicht heißt er in Deutschland Maiblume, wer weiß. In bayerischen Wohnzimmern ist er jedenfalls weit verbreitet und hier im Süden Brasiliens ebenso.

Dr. Google hilft auch nicht wirklich weiter. Da erscheinen unter dem Namen "flor de outubro" die Kakteen der Nachbarin Roseli. Mr. Wikipedia erklärt mir, dass die Herbszeitlose zu den Gewächsen der "Zeitlosen" gehört, der Colchicaceae. Damit können sie also auch im Frühjahr blühen. Alles weist daraufhin, dass sie zumindest eine Verwandte der Herbstzeitlosen ist. Sie blüht nur ein paar Tage, ohne dabei ihre Blätter zu zeigen. Die kommen erst danach und bleiben nur für ein paar Wochen. Die meiste Zeit des Jahres versteckt sich die Blume unter der Erde. Dooferweise habe ich es wieder verpasst, ein Foto zu machen.

Fotografiert habe ich hingegen den Maikäfer, der in Brasilien den Mai mit dem November vertauscht. Ob er tatsächlich mit den europäischen Maikäfern verwandt ist, weiß ich gar nicht. Er sieht ihm zumindest äußerst ähnlich. Vielleicht ist es ja auch ein Junikäfer, dem kleineren Verwandten des Maikäfers.
Brasilianischer Maikäfer im November

Egal. Es ist Frühling. Die Araça pera sind reif, die Mamangavas, Riesenhummeln, bestäuben die Maracuja-Blüten und wir bereiten uns auf den Sommer vor.


Araça pera, saurer als Johannisbeeren, aber zu
Marmelade und Saft verarbeitet super lecker



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