Donnerstag, März 06, 2014

Telefon im Haus

Wir tauchen immer mehr ins 21. Jahrhundert ein.

Seit ein paar Tagen haben wir Telefon IM Haus. Ja, im Haus.

Geraldo, sei Dank. Er hat mir geholfen, mich durch den Wust von Fachbegriffen zu wurschteln und eine Lösung herauszufinden, wie auch wir so zwischen Hügeln und Bäumen versteckt den Luxus eines Telefonanschlusses haben können.

Als das Paket ankam - wir haben per Internet gekauft; zum ersten Mal; auch das eine Story; die gibt's aber später. Als das Paket ankam, konnten wir es kaum erwarten, das tuten aus dem Hörer zu vernehmen. Bis dahin vergingen aber noch drei Tage. Erst einmal hat Alessandro die futuristisch ausschauende Antenne zusammen gebastelt. Die haben wir auf eine Bambusstange gebunden und sind dann damit durch den Garten gewandert, Alessandro die Stange mit der Antenne in der Hand, ich mit dem Telefon, so wie Geraldo es uns gezeigt hat. Bis wir einen Empfang gefunden haben, hat es schon zu dunkeln angefangen. Also die Tour auf den nächsten Tag verschoben.

Zum Glück kam an dem Tag Schorschi zu Besuch. Der hat auch ein Rural-Telefon, eben so eins, wie wir gekauft haben. Schorschi hat uns gezeigt, wie sich die Netzssuche mit dem Telefon beschleunigen lässt und wie die Stärke des empfangenen Signals gemessen werden kann. Das stand nämlich schlauerweise nicht in der Anleitung. Das stärkste Signal, das wir fanden, kam vom Netzanbieter Oi. Wir hatten aber nur einen Chip von Claro und der nächste Bus in die Stadt wäre erst nach Ladenschluss dort angekommen. Nochmal alles vertagt, um Chip zu kaufen.

Mit dem neuen Chip ging es dann etwas schneller. Nach wenigen Stunden hatten wir einen guten Platz gefunden, mit mittelgutem Empfang. Antenne auf Stahlstange geschraubt und dort aufgestellt. Schnell rein ins Haus und Telefon angestarrt, in der Hoffnung, es ruft gleich einer an. Tat aber keiner. Wusste ja auch noch keiner von unserem Glück und auch nicht von der neuen Telefonnummer.

Noch ist es komisch, das Telefon direkt im Haus zu haben. Alessandro wäre heute beinahe in den Wald hoch gestiefelt, um von dort aus seine Mama anzurufen. Im Wald gibt es eine Stelle, von der aus wir bisher telefoniert haben, so es denn nicht regnete.

Das Telefon ist gleichzeitig auch ein Modem. Ich kann damit jetzt von daheim aus im Internet surfen. Yippih, auch das eine seltsame Neuheit. Es hat zwar etwas gedauert, bis wir das hin bekommen haben, weil mein Laptop nur Windows 8 als Betriebssystem hat und das Telefon das Windows 8 nicht mag. Nach etlichen Versuchen, den richtigen Treiber für das Teil zu finden, haben wir aber auch das gemeistert. Das Interent ist zwar ein wenig langsam, aber es funktioniert. Nur Bilder, die kann ich nicht wirklich hochladen. Ausser, ich warte stundenlang. Muss aber nicht sein. Bilder gibt es eben, wenn ich mal wieder in die Stadt komme.

Da seht ihr mal, was der Strom mit uns so alles anstellt oder zu was er so führt. Ohne Strom, ist das Rural-Telefon nämlich nicht zu betreiben. Da fällt mir ein, ich hätte eigentlich den Stromzähler heute ablesen und das Ergebnis dem Stromkonzern mitteilen müssen. Mache ich morgen.

Jetzt gehe ich erst einmal ins Bett, um ausgeschlafen zu sein, falls morgen früh das Telefon klingelt.


1 Kommentar:

mondin hat gesagt…

Wohooo :)
Pass' auf, dann kommt auch bald der Kühlschrank !!!

LG Ursel