Sonntag, November 02, 2008

Katzenbank aus Bambus


Über hundert Prozent Luftfeuchte!


Da schimmelt alles. Bambus, Holz, Leder und sogar CDs.


Dank Sam's Tipp habe ich es geschafft, den Bambusschimmel zu vertreiben. Es hat funktioniert, Sam. In der Apotheke habe ich mir ein Blondiermittel besorgt und damit die von Schimmel befallenen Stellen eingeschmiert. Es hat ein wenig geschäumt. In der Sonne ist der Schaum eingetrocknet und weg war der Schimmel. Bis jetzt ist er noch nicht wieder zurück gekommen. Allerdings hat die Sonne das schöne Urucum-Orange ein wenig ausgebleicht. Macht nix. Werde nach einem Mittel suchen, um das Pigment besser zu fixieren. Ausserdem werde ich kein Leinöl mehr verwenden. Denn zieht nicht wirklich in den Bambus ein, schafft dafür aber eine schöne Schimmelfeuchte. Vielleicht klappt es ja, das Urucum direkt in den Bambus einzureiben, eben ohne Leinöl, und den Bambus dann mit einem Lack auf Wasserbasis anzumalen. Ein neues Versuchsobjekt dazu habe ich schon.

Die vergangenen Tage haben wir ein Sofa-Bett aus Bambus gebaut. Es ist ein wenig zeitaufwendig, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Sogar den Lattenrost haben wir aus Bambus hergestellt. Der Bambus wird dazu der Länge nach geteilt. Die so entstandenen Latten müssen dann nur noch an den Rändern glatt geschnitzt werden. Weil der Bambus ja rund ist, muss die Unterseite noch ein wenig abgeflacht werden. Fertig.



Dann wird alles zusammen gesteckt, mit Bambusdübeln versehen und werden deren Überstände abgesägt. Es folgt ein wenig Schleifarbeit und schon kann das Bambussofa genutzt werden.

Die Katzenbande ist schon ganz begeistert vom Bambusbett, auch wenn der letzte Schliff und der Lack noch fehlen. Wenn alles fertig ist, werde ich natürlich nochmal ein Bild machen...

Das Angenehme an einem Lattenrost aus Bambus ist, dass er sich dem Körper anpasst. Da, wo das Gewicht grösser ist, gibt er nach, zum Beispiel am Hintern, und da wo weniger Gewicht aufliegt, unterstützt er. Ein weiterer Vorteil des Bambusbettes ist, dass es völlig frei von Metall ist, weil anstatt der Nägel oder Schrauben Dübel aus Bambus verwendet werden. Ausserdem ist es sehr leicht.

Ein paar Leute, die zufällig vorbei gekommen sind, als wir auf der Veranda am werkeln waren, blieben neugierig stehen und waren ganz angetan von unserer Arbeit. Eine Nachbarin hat uns sogar gleich einen Auftrag zum Bau einer Liege erteilt. Bis wir uns dem widmen können, wird jedoch noch ein wenig Zeit vergehen. Am vergangenen Wochenende kam unsere Vermieterin zu Besuch, um uns mal eben so nebenbei mitzuteilen, dass sie das Haus verkauft hat und wir doch so schnell wie möglich ausziehen sollen, weil die neuen Besitzer einziehen wollen. Zuerst hiess es, bis Mitte November sollen wir raus, in gerade einmal knapp drei Wochen. Ein wenig Aufschub ist mir aber gelungen. Bis spätestens Ende November müssen wir nun das Haus geräumt haben. Ich bin ganz froh drum, weil ich ja sowieso so schnell wie möglich raus wollte.

Gestern und vorgestern waren wir schon auf dem Grundstück, um einen Platz für ein kleines Hüttlein von 12 Quadratmetern vorzubereiten. Unsere vorläufige Bleibe, bis wir ein grösseres Häusle bauen werden. Zwölf Quadratmeter sind nicht viel, aber ausreichend. Immerhin werden wir ja auch eine Art offenen Stadel bauen, der sich auch dazu nutzen lässt, Dinge unterzustellen. Ein Problem ist noch, das Klo. Vorerst wird es wohl ein Plumplsklo sein. Fliessend Wasser gibt es ja noch nicht. Ausser im Bach natürlich. Ob wir davon ein wenig ableiten können, um damit ein Wasserrad anzutreiben, weiss ich noch nicht. Die Umweltbehörde hat sich leider noch nicht gemeldet. Deshalb weiss ich auch nicht, ob wir eine Pflanzenkläranlage und eine Regenwasserzisterne bauen dürfen, wie wir es beantragt haben. Egal. Jetzt wird erst einmal ein Hüttlein gebaut und dann nach und nach der Rest dazu. Ich bin schon ganz aufgeregt. Endlich geht es los.

Klar, werde ich nach und nach vom Fortschritt unseres "Projektes" berichten. Es wird allerdings ein wenig verzögert erfolgen. Strom gibt es nämlich auch noch nicht. Nur ein paar Solargartenlampen, die mir meine Mama schon geschickt hat, werden uns die Nacht ein wenig erhellen, bis wir ein grösseres Photovoltaik-Modul angeschafft haben werden, mit dem wir dann doch ein paar Lampen und den PC mit Strom versorgen können. Als Kühlschrank wird uns vorerst eine Isopor-Box dienen müssen. Es gibt hier zwar auch Kühlschränke, die mit einer Gasflasche betrieben werden. Die sind allerdings ziemlich teuer. Irgendwie und irgendwann bekommen wir das aber auch gelöst. Jedenfalls freue ich mich schon darauf, am Rande des Regenwaldes zu leben und einen kleinen Ökotraum zu verwirklichen...

Kommentare:

kvinna hat gesagt…

Das wird ja immer aufregender! Ich fiebere mit und denk' fest an euch!

Sam hat gesagt…

Ah, es bleibt spannend!
Wie beneide ich Euch drum, Euch von Grund auf selbst was zu bauen! Ich würds mir nie zutrauen, das mit dem Wasser/Abwasser/Klo selbst hinzukriegen, obwohl in D alles in fix und fertig ausgerechnet samt Material zu haben wäre! Ich zieh meine Kopfhaut vor Euerm Pioniergeist!

PS noch: Leinöl (und viele andere zähe Öle auch) kannst Du mit Terpentinöl verdünnen damits besser eindringt, auch das verflüchtigt sich völlig (wenn auch unter Gestank).
Und der Zusatz von Ballistol, bzw. die pure Anwendund desselben, entzieht kommender Verschimmelung die Grundlage. Mit Zedernhölzöl oder Neembaumöl (Teebaumöl) solls auch gehen, hab ich aber nur gehört und keine eigene Erfahrung.
Ballistol ist ursprünglich ein Öl zum Gewehrputzen, ein pflanzliches, alkalisches Öl mit ganz geringer Oberflächenspannung. (Wenn Du davon einen Tropfen aufs Wasser tust, fliegts förmlich auseinander)
Ich weiss nicht, ob es das auch in Brasilien gibt, bzw. in Eurer Gegend.
Ich kanns Dir schwerstens empfehlen für alles mögliche! Ameisen, Milben, Magenschmerzen, Fusspilz, Schuppen, bakt. Hautausschläge, Schürfwunden (DAS Zaubermittel!) für mechanische Teile (es verharzt nicht)
Es riecht allerdings auch eine Zeitlang.

Ich drück Euch die Daumen und rühr Dich halt wennst was brauchst!

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Hallo Gariela!
Du bist ja ganz schön fleißig!!
Kein Wunder, dass Du keine Zeit zum bloggen hast. Aber es ist schön, was Neues von Dir zu lesen.
Viele liebe Grüße
Grey Owl

Ursel hat gesagt…

Hey,

na, es geht ja mit Riesenschritten voran !!
Auch, wenn der Rausschmiss 'n bisschen plötzlich kommt..
Was hast Du denn als Blondierungsmittel gegen Schimmel genommen ??
Wasserstoffperoxid ??
Das werde ich mal an meinen Lederschuhen ausprobieren, die im Schrank auch ab und an schimmeln.

Liebe Grüsse
Ursel

der Gauzibauz hat gesagt…

Liebe Gabriela,

ich staune! So schöne, nützliche Dinge. Viel Efolg und Freude wünsche ich euch damit.

Liebe Grüsse//Erika

Gabriela hat gesagt…

Hallo Ihr Lieben,

irgendwie will der blogger meinen Kommentar nicht veröffentlichen... Also, neuer Versuch...

Sam, danke für den Tipp. Habe eine Landwirtin kennen gelernt, die sagt, sie kenne das Ballistol, d.h. sie kennt etwas, was mit Ballis anfängt. Sie hat mir versprochen, sich für mich schlau zu machen...

Ursel, ja, es war Wasserstoffperoxid. Pass aber auf, dass deine Schuhe danach nicht als Blondinen herumlaufen ;)

Euch allen vielen Dank. Euer Zuspruch tut gut!

Ja, es kommt schon ein wenig Pioniergefühl auf. Vieles ist eben anders oder gibt es hier nicht. Keinen riesigen Obi und auch keine mittleren Baumärkte, nur winzigen Dinger, die sie als grosse Baumärkte anpreisen, und die sich als kleine Läden mit kaum Auswahl herausstellen, dafür sind aber 130 Kilometer Anfahrt notwendig. Macht nix. Es fällt uns zum Glück ja immer wieder irgend eine Ersatzlösung ein. Weil das hier alle so machen, das mit den Ersatzlösungen, und eben nicht wirklich etwas perfekt ist, fällt es auch leichter, mal etwas auszuprobieren. Kein Perfektionismus, kein Druck. Klappt mal etwas nicht, probieren wir was anderes, bis es klappt. Ausserdem soll unser Hüttlein ja auch kein Palast werden, steht mitten in der Pampa mit Wald drumherum und ohne direkter Zufahrt. Somit bleiben blöde Kommentare von Nachbarn nahezu aus. Das erleichtert das Ganze auch ein wenig. Dazu kommt, dass die meisten hier nur herumwurschteln, einfache Holzhäuser noch ziemlich häufig sind und die meisten Häuser keinen Kanalanschluss haben. Alles in allem, erleichtert das meinen Tatendrang.

liebe Grüsse euch allen

Gabriela

jacker hat gesagt…

It seems different countries, different cultures, we really can decide things in the same understanding of the difference!
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文章 hat gesagt…

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