Samstag, Oktober 18, 2008

Leinöl mit Urucum, zwei Stunden lang im Wasserbad erhitzt. Sieht aus wie Johanniskrautöl. Soll sogar auch die Wundheilung fördern - abgesehen davon, dass es alles orange färbt. Habe es schon ausprobiert, den Bambus mit Schleifpapier aufgerauht und mit dem Öl eingerieben. Ist super schön geworden. Fotos vom Ergebnis werde ich die nächsten Tage einstellen.

Blumen in Bambusrohr - Liebeserklärung zum Frühstück...

Ein riesen Paket von meiner Ma ist eingetroffen, was dazu geführt hat, dass das Chaos in unserer Küche noch grösser und ich zur Indianerin wurde... Das tolle ist, es soll noch ein Paket kommen. Dieses mal von der Erika. Schade, dass es derzeit so viel regnet, das verzögert die Zustellung ein wenig. Aber wer weiss, vielleicht kommt ja am Dienstag die Sonne raus und das Packerl an...

Ist die nicht toll geworden? Das ist Alessandros Bambuslampe. Das Grüne drinnen ist ein in Öl getränktes Origami-Papier (ja, Sabine, das von dir, ich habe einen potentiellen Kranich geopfert...). Das Papier soll allerdings irgendwann von einer Acrylhülle ersetzt werden, die nicht gleich einknickt, wenn ich mal aus versehen oben drauf haue...

Stellt euch vor, heute waren wir tatsächlich bei der Umweltbehörde. Lange hat es gedauert. Zuerst hatte es in Strömen geregnet. Dann ist dem Auto der Auspuff mal wieder herunter gefallen. Zum Glück waren wir schon in Werkstattnähe. Dann fehlten plötzlich wieder Unterlagen, von denen ich mir sicher war, dass ich sie schon ausgedruckt hatte. Ja und weil Murphys Law bei uns regiert, war die Tinte vom Drucker eingetrocknet. Als ich gestern aber endlich alle Weichen gestellt hatte, hielt mich heute nichts mehr. Nicht einmal der starke Regen. Vielleicht denkt ihr euch jetzt, dass ich ein wenig spinne, wegen dem Regen. Der Regen hier ist oft aber so, als würde er aus Kübeln ausgeschüttet. Dann sehe ich genauso viel, als wenn ich durch eine Waschstrasse krieche. Die Teerdecke der Landstrasse verwandelt sich dabei noch in eine Rutschpartie mit Schlaglöchern, die vor lauter Pfützen dann als solche nicht mehr zu erkennen sind. Dazu kommen dann noch die Idioten, die meinen, Baricelli spielen und das Leben der restlichen Verkehrsteilnehmer riskieren zu müssen. All das, spielte heute für mich keine Rolle. Das Auto war aufgetankt, der Reifendruck überprüft, der neue Auspuff angeschweisst, die fehlenden Unterlagen ersetzt. Eine Weile hat es gedauert, bis ich meinen Süssen zu dem Unterfangen überreden konnte. Dann ging alles ganz schmerzlos. Die Assistentin beim Umweltamt war sehr freundlich. Sie war wohl auch ein wenig von den tausend Papieren beeindruckt, die ich ihr da so serviert habe. Etliche davon waren mit offiziellen Stempeln versehen, andere habe ich kopieren und mit einem Siegel beglaubigen lassen, damit sie noch mehr hermachen. Frau lernt ja dazu. Stempel und Papier beeindruckt, also habe ich sie mit beidem zugeschüttet. Gut ist auch, dass der Topograf, der unser Gelände aufgenommen hat (ha, einmal kurz draussen, den Rest am Computer!), beim Umweltamt als zuverlässig bekannt ist. Sein Name auf einem der Papiere hat gleich Eindruck geschunden. Es könnte sein, dass wir schon in zwei Wochen einen Ortstermin bekommen würden, meinte die Assistentin. Die uns dann noch erklärte, dass wir für den Bau des Hauses gar keinen Antrag stellen müssten, solange es ausserhalb der für den Naturschutz vorgesehenen Bereiche gebaut wird. Alessandro konnte seinen Mund nicht halten und hat mal eben noch auf das Gesetz verwiesen, nach dem eben schon eine Genehmigung notwendig ist. Mag sein, hat das Mädel gesagt, aber sie zu bekommen, dürfte kein Problem sein. Jawoll! KEIN PROBLEM! Drückt uns mal die Daumen, dass das die Sachbearbeiter auch so sehen. Ihr Götter und Geister, steht uns bei....

Eigentlich hätten wir ja noch den Bescheid vom Amt für Kolonialisierung abwarten müssen, um damit die Steuernummer beantragen zu können. Die Steuernummer wird nämlich vom Umweltamt verlangt, damit sie überhaupt den Antrag bearbeiten. Beim Amt für Kolonialisierung scheint aber trotz des Frühlingsanfangs noch Winterruhe zu herrschen. Etliche Anrufe haben zu keinem Ergebnis geführt. Das habe ich der netten Assistentin beim Umweltamt erklärt und ihr gleich noch die Kopien von den Anträgen für das Amt für Kolonialisierung ausgehändigt, dann noch die beglaubigten Unterschriften aller Nachbarn dazu, um zu beweisen, dass das Grundstück existiert und uns gehört und von den Nachbarn das auch anerkannt wird. Ja, und es hat geklappt.... Jippih... Hätte ich jetzt Sekt zur Hand, würde ich ein Stampferl darauf trinken. Das hole ich nach, wenn der Sachbearbeiter mit uns auf dem Grundstück war und uns sein O.K. gegeben hat!

Also, drückt uns die nächsten zwei Wochen ganz fest die Daumen. Bitte...

Kommentare:

Ursel hat gesagt…

Boah, schön !!

Die Lampe, das Urucum-Öl, Du als Indianerin !!

Na, und der Rest bewegt sich auch ("und sie dreht sich doch" !!!).
So, und jetzt mus ich mal beim Haarewaschen helfen, Sara hat sich ein paar Läuschen eingefangen, bin begeistert ;)

LG Ursel

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Hallo Gabriela!
Na Du wirst ja schon fast zur "Einheimischen", und so schöne Sachen hast Du wieder gemacht.
Liebe Grüße
Grey Owl

der Gauzibauz hat gesagt…

Langsam mach ich mir Sorgen. Es ist kein Paket, sondern ein Brief DIN A5.
Ihr macht die tollsten Dinger mit eurem Bambus. Ist Bohnerwachs nix gegen Schimmel?

Liebe Grüsse//Erika

cupinho gordo hat gesagt…

wirklich eine bemerkenswerte idee und umsetzung mit dem bamboo.wir hatten auch solch eine idee und kauften etwas land in minas. wir bauen fachwerkhaeuser in blumenau schau mal ww.enxaimel.de
ich danke dir fuer den sehr informativen blog und freu mich, eine mutige frau in parana zu sehen , die ihre traeume umsetzt.
parabens
stefan pfitzner