Freitag, Dezember 28, 2007

Zack ist es um, das Jahr

Ein seltsames Jahr, das da zu Ende geht. Zuerst hat es ganz gut angefangen. Unsere kleine Bar lief einigermaßen, mein Bauch wuchs und es gab ein paar schöne Überraschungen, wie ein Paket voller Bücher von der Sam, die ich bisher nur virtuell, sprich über's Internet, kenne.

Dann ging es jäh um die Kurve. Eine Serpentine ist noch ein Klacks dagegen. Ein Blasensprung im fünften Monat. Geburtseinleitung mit tödlichen Folgen für unser kleines Baby. Ein Mädchen. Wir haben sie Clara (Licht) genannt. Dann waren sie wieder zur Stelle meine Schutzengel und sorgten dafür, dass ich dieses Krankenhaus lebend verlassen konnte. Bis sich mein Körper und Geist wieder erholt hatten, dauerte es hingegen eine ganze Weile. Ich mag gar nicht an die ständigen Krämpfe und Blutungen denken.

Es folgte die Eiszeit. Frieren in Brasilien, Teil III. Im nächsten Winter werden wir hoffentlich schon mit einem Holzofen einheizen können.

Mangels Erfolg lösten Manuele und ich unsere Kioskbar wieder auf. Schade. Wenn ich heute aber an den Nachfolgern vorbeilaufe, weiss ich, dass es so besser war. Auch die neuen Bars leiden unter Kundenmangel. Was der Südbrasilianer nicht kennt, probiert er vorsichtshalber erst gar nicht aus. Verallgemeinerung. Leider trifft sie aber für viele, sehr viele, hier an der Küste Paranás zu.

Im Frühling wurde es herbstlich und ein wenig ruhiger. Bis vor Kurzem. Alessandro hat nach ein paar unschönen Vorkommnissen seine Arbeitsstelle aufgegeben, was unserem ohnehin schon gebeutelten Geldbeutel gar nicht gut tat. Manchmal ist es jedoch besser, Seele und Psyche vorn anzustellen, als das liebe Geld.

Mittendrin im Jahr habe ich mich in den Bambus verliebt. Seitdem stöbere ich im Wald und in den Büchern. Nach dem Kurs für Biokonstruktion im Oktober stand es dann fest: unser Haus soll mit Bambus gebaut werden.

Für ein Haus ist ein Grundstück notwendig. Es begann die Suche, bei der sich unser Auto nach und nach in seine Bestandteile auflöste. Jetzt klappert es so vor sich hin. Ausser, wenn es regnet. Dann springt es erst gar nicht an.

Dann kam es wieder, das Glück. Pünktlich zu Weihnachten hat es uns ein wunderschönes Grundstück beschert. Am Rande des Regenwaldes und ein bisschen grösser als drei offizielle Fussballfelder. Das werden wir jetzt irgendwie abstottern. Und wir werden das neue Jahr damit verbringen, für unsere Zukunft zu bauen. "Sítio Verde" soll es heissen. "Grünes Landgut". Und es wird mitten in "Bambueiro" liegen. Was für ein schöner Zufall, dass die Gegend dort nach dem Bambus benannt ist. Ein gutes Zeichen.

Ihr merkt, ich bin wieder guter Dinge. Vor allem heute. Mein Weihnachtspäckchen von meiner Mama ist angekommen. Es gab Stollen zum Kaffee, Dominosteine und Schokoladenleckereien.

Beim Schreiben merke ich gerade, dass 2007 mit einem Paket angefangen hat und mit einem enden wird. Wie passend. Zwischendurch habe ich mich tatsächlich gefült, wie jemand, die ganz schön viele Pakete zu tragen hat. Jetzt trage ich sie nicht mehr. Ich öffne sie, pack sie aus und nimm mir Leckereien heraus....

Euch allen wünsche ich schon jetzt einen guten Übergang ins nächste Jahrund 365 erfolgversprechende Tage, Gesundheit und viele angenehme Musestunden...

Kommentare:

mondin hat gesagt…

Liebe Gabriela,

das ist schön, der Vergleich mit den Päckchen, sich zu bedienen, statt zu tragen.
Das Tragen überlasse mal den Postboten ;)
In diesem Sinn wünsche ich auch Dir/Euch ein gutes, gesegnetes 2008 !!
Ich wollte schon nach Alessandro's Arbeit fragen, wenn Ihr dann umzieht, aber Du hast es ja grad geschrieben..hmmm.
Das deckt sich doch sehr mit meinen Erfahrungen im Beruf.
Gut' Ding will eben Weile haben !!
Und Selbständigkeit hat mit Sicherheit Vorteile.
Ich habe das Gästezimmer jetzt auch nicht nur wegen der Besucher geschmirgelt zum Streichen, sondern weil ich an's Reiki-Geben denke.

Liebe Grüsse und einen guten Rutsch (vielleicht im Meer mit Yemanja ?)

Ursel

Anonym hat gesagt…

Liebe Ursel,
lass uns Päckchen auspacken und das Austragen überlassen wir dem João.... wohlgemerkt, nur das AUStragen nicht das ERtragen...
So wie es aussieht werden wir mit Yemanja feiern und über die Wellen hupfen....
einen guten Rutsch auch dir!!!
liebe Grüsse
Gabriela

Juansi hat gesagt…

Liebe Gabriela, Dir und Euch auch ein Gutes Neues und die Realisierung Eurer Pläne wünsche ich Euch.
Juansi

CresceNet hat gesagt…

Gostei muito desse post e seu blog é muito interessante, vou passar por aqui sempre =) Depois dá uma passada lá no meu site, que é sobre o CresceNet, espero que goste. O endereço dele é http://www.provedorcrescenet.com . Um abraço.

der Gauzibauz hat gesagt…

Ich finde auch: Päckchen auspacken ist schöner als sie mit sich rumtragen, (schleppen) in diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr!
Liebe Grüsse//Erika

p.s. Hast du schon das Buch "Das Montglane Spiel"?

Gabriela hat gesagt…

Oh, Juansi, das wünsche ich dir auch von ganzem Herzen!
Und auch dir Erika und all euch Lieben....
Nein, "Das Montglane Spiel", kenne ich nicht. Um was geht es da denn?
....
liebe Grüsse
Gabriela

der Gauzibauz hat gesagt…

Es ist ein sauguter Historienroman, er umfasst die Zeit von 800 bis jetzt, mit einem verblüffenden Ende.

Schreib mir doch bitte eine e-mail nach norbert-erika@freenet.de