Sonntag, Oktober 07, 2007

Ein Schlitten. Mitten in Brasilien. Der stand etwas achtlos in einem Garten herum, der mit Stacheldrahtzaun bewehrt und von kläffenden Hunden bewacht ist. Gefunden haben wir das tolle Stück bei einem Ausflug nach Morretes. Wir sind eine historische Strasse entlang gefahren. Anhaia ihr Name. Sie wurde schon im 16. Jahrhundert von Jesuiten und Goldgräbern begangen, um von der Küste hinauf ins Gebirge und dann nach São Paulo zu gelangen.

Entlang der Strasse, die eher einem besseren Feldweg gleicht, stehen auch noch ein paar uralte Häuser aus der Zeit der ersten Einwanderer. Begleitet wird die Strasse auch von einigen Schnappsbrennereien.

Das ist eine der Brennereien. In dem Teil links wird Zuckerrohr hinein geschoben und mit Hilfe der Wasserkraft aus ihm ein Zuckersaft gepresst. Der wird dann zu Cachaça, Zuckerrohrschnapps, destiliert, der dann wiederum als Caipirinha oder sonstwie verköstigt wird. Je nachdem in welchen Fässern das Getränk reift ändert sich seine Farbe. Grün, gelb oder transparent ist das Ergebnis und ziemlich scharf.

Eigentlich wollten wir ja Grundstücke suchen, von denen wir eins kaufen könnten. Leider waren wir in diesem Punkt erfolglos. Schade. Der alte Weg ist wunderschön. Umsäumt teils von kleinen Feldern, auf denen Maracuja, Zuckerrohr und andere Dinge angebaut werden, und von Regenwald und etlichen klaren Bächen. Alle paar Kilometer gibt es ein paar einzelne Häuser, die natürlich jeweils von mindestens einer kleinen Kirche begleitet werden. Sogar eine kleine Schule und einen Posto de saude, so etwas wie einen Erste Hilfe Posten oder eine allgemeine Arztpraxis, gibt es.

Ich habe meine Bitte schon ausgesprochen. Denn dort würde ich wirklich gerne sesshaft werden. Wir werden sehen.

Nebenbei haben wir noch gestöbert. Gestöbert nach Ausflugszielen. Wenn meine Ma im nächsten Jahr kommt, will ich ihr schließlich auch ein wenig bieten können. Abenteuer, Geschichte, Wanderungen....

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