Sonntag, September 30, 2007

Sonnenwasser aus PET-Flaschen

Mit einer Woche Verspätung endlich mehr Infos zum Thema PET-Kollektor. Mit ein paar leeren Plastikflaschen, Rohren, Milchverpackungen (Tetrapack) und der Kraft der Sonne lässt sich wunderbar das Wasser für die Dusche erhitzen.

Bei den meisten Duschen hier wird das Wasser mit Hilfe eines kleinen Elektroerhitzers erwärmt. Eigentlich sind es nur zwei Kupferdrähte, die mit Strom das durchlaufende Wasser erhitzen. Am Duschkopf lässt sich regeln, wie stark das Wasser erhitzt werden soll. In der Regel kann gewählt werden zwischen "Sommer", "Winter" oder "Aus". Steht der Regler auf Sommer, läuft das Wasser schneller an den Drähten vorbei und wird weniger erhitzt. Bei Winter läuft das Wasser langsamer, wird also stärker erhitzt. Diese Art der Warmwasserbereitung ist allerdings sehr teuer, weil eben der dazu notwendige Strom nicht gerade billig ist.

Landestypisch sind hier auch Wasserboxen, die auf dem Speicher untergebracht sind oder in eigenen, meist aus Holz bestehenden, Anbauten. Damit wird garantiert, dass zumindest immer ein gewisser Wasservorrat vorhanden ist und ein entsprechender Druck in den Leitungen. Beides ist nämlich keine Selbstverständlichkeit - zumindest nicht ausserhalb grosser Städte.

Dieses System der Warmwasserbereitung hat den Herrn José Alano aus dem südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina nicht gefallen. Er ist Rentner und dem Gedanken des Umweltschutzes sehr angetan. Also hat er darüber nachgedacht, wie sich das Wasser anders erhitzen lässt. Dabei fielen ihm die Sonne ein und die vielen Plastikflaschen der Erfrischungsgetränke. Während diese PET-Flaschen in Deutschland dem Pfandsystem unterliegen, scheren sich hier nur wenige darum. Ein paar "Catadores", Männer und Frauen, die von Haus zu Haus ziehen und Wertstoffe aus dem Müll glauben, um sie für ein paar Cent zu verkaufen, sammeln zwar auch PET-Flaschen. Die Zahl der Plastikflaschen, die dem Recyclingsystem zugeführt werden, ist aber sehr gering.

Jedenfalls kam der Herr Alano auf die Idee, den Boden der Plastikflaschen abzuschneiden und sie so ineinander zu stapeln. Dann steckte er Plastikrohre rein, durch die das Wasser fliessen soll. In die Flaschen reingesteckt hat er auch noch leere Milchverpackungen, die sonst auch nur auf dem Müll landen würden (Milch in Glasflaschen habe ich zumindest hier an der Küste bisher noch nicht gesehen). Plastikrohre und Milchverpackungen hatte er vorher schwarz angemalt. Als alles zusammengebaut war, stöpselte er den alternativen Kolektor an die Wasserbox, wartete ein paar Stunden, schaltete den Duschregler aus und nahm ein heisses Bad.

Weil gute Ideen, wie diese, schnell geklaut werden, liess er das Ganze auch noch patentieren. Jawoll. Allerdings nicht, um damit Geld zu machen, sondern um zu garantieren, dass kein anderer damit Geld macht. Denn der Senior Alano wollte, dass auch all diejenigen, die nicht so viel Geld haben, sich so ihren Sonnenkollektor selbst bauen können und neben dem Energiesparen so noch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Das fanden einige Politiker auch toll. Zum Beispiel die vom Bundesstaat Paraná. Die paranaensische Staatsregierung hat deshalb auch gleich das Programm "Warmwasser für alle" ins Leben gerufen und mit Hilfe von Herrn Alano eine leicht verständliche Broschüre herausgebracht, die von jedem kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden kann. Sie ist mit vielen Bildern und Zeichnungen versehen, so dass die Anleitung wirklich leicht verständlich ist, sogar auch für diejenigen, die nicht oder nicht so gut lesen können (die Alphabetisierungsrate von Paraná liegt zwar offiziell soweit ich weiss bei weit über 90 Prozent, wirklich lesen und dabei verstehen, was sie gelesen haben können indes bei weitem nicht alle dieser 90 Prozent).

Hätte ich einen Preis für gute Ideen und Aktionen zum Umweltschutz zu vergeben - dem Herrn José Alano würde ich ihn sofort überreichen.

Ich habe mir die Broschüre natürlich gleich heruntergeladen. Jetzt bin ich fleissig am Cola-Flaschen sammeln. 20 habe ich schon. Fehlen nur noch 40. Bei den Milchverpackungen bin ich schneller, schließlich trinke ich selber Milch. Bei den PET-Flaschen bin ich hingegen auf die Mithilfe der Nachbarn angewiesen. Erfrischungsgetränke kaufe ich so gut wie nie.

Achja hier für Ursel der Link mit weiteren Infos und dem download:

http://www.tecnocracia.com.br/arquivos/agua-quente-para-todos

Kommentare:

Ursel hat gesagt…

Hallo Gabriela,

danke !!
Das ist toll !! Leider mag der Server grad nicht gefunden werden, aber wenn das Netz mal weniger voll ist als am Sonntag, schaue ich's mir sofort an !

Bis bald

Ursel

Knolle_P hat gesagt…

Das ist lustig,
ich habe gestern in der Bahn zur Arbeit überlegt das man doch mal versuchen müsste aus pet flaschen eine Art Röhrenkollektor zu bauen.
Heute mal kurz gegoogelt und hier gelandet..
War ich mal wieder zu langsam mit meiner Idee :o)
An das Pfand habe ich überhaupt nicht gedacht ich wollte ja eine möglichst kostenlose Materialquelle..
Danke für den Link zu dem PDF

Gruss,
Knolle_P

文章 hat gesagt…

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