Dienstag, März 13, 2007

Land unter

Es hat ganz schön gewittert. Kaum war das eine um, kam schon das nächste. Gut, dass ich vorgesorgt und die Kerzen schon bereit gestellt hatte. Mitten unterm schnippeln fiel er nämlich tatsächlich aus, der Strom. Alles war dunkel. Es fehlten sogar die oranglichen Flecken, die sonst von den Lichtern der naheliegenden Städte am Himmel zu sehen sind.

Schwarz wie die Nacht ohne Zivilisation war's.

Mit den Kerzen ging's etwas. Romantisch. Mit der Zeit nur ein wenig heiss, weil die ganz schön Wärme von sich abgeben. Wir haben hier noch Sommer. Heiss kam es zusätzlich noch vom Gasofen, auf dem das Wasser für die Semmelknödel und die Erbsensuppe brodelten.

Dieses Mal dauerte der Stromausfall nur eine gute Stunde. Sie werden immer schneller. Bald werden wir hier also auch den Luxus des Dauerstroms haben.

Vom Kanalisationsluxus sind wir hingegen noch weit entfernt. In Matinhos, unserer Kleinstadt, standen Strassen und Häuser unter Wasser. Sogar das Krankenhaus war geflutet. Das wundert mich allerdings nicht. Ist es doch in direkter Nachbarschaft zu einem Fluss gebaut und noch nicht an die Kanalisation angeschlossen. Was mich eher wundert, ist dass sich kaum einer aufgeregt hat. Immerhin schwamm die Kakke aus den Versatzgruben und Flüssen auf Strassen und in den Häusern herum, obwohl es offiziell heisst, dass schon 70 Prozent aller Gebäude an die Kanalisation angeschlossen seien. Ich frage mich: 70 Prozent von was?

In den Abendnachrichten haben sie von der Überschwemmung berichtet. Über die fehlende Kanalisation, für die der Staat vor zwei Jahren schon x-Millionen locker gemacht hatte, fiel kein Wort, auch nicht darüber, dass einige Strassenregelmässig überschwemmt werden.

Wir hatten Glück. Bei uns hat die Bachsäuberung eine Überschwemmung verhindert. Nein, der Bach vor dem Haus, der einigen ebenso als offene Kanalisation dient, ist angesichts der nährstoffreichen Nahrung längst schon wieder mit Wasserpflanzen und Röhricht zugewachsen. Als sie ihn vor einigen Wochen ausgebaggert haben, haben sie den Dreck einfach ans Ufer gekippt. Enstanden ist so ein kleiner Wall, auf dem der Nachbar Zucchini und ich Inhame gepflanzt haben, weil er ja so gut gedüngt ist. Und jetzt ist aus unserem Uferhochbeet noch ein Damm geworden. War also doch eine gute Sache, den Schlamm liegen zu lassen - auch wenn es anfangs ganz schön gestunken hatte und unsere Katzen allerlei Getier ins Haus brachten, wie Schlangen und so.

Dass unser Modem mit einem zu hohen "loop current" aufwartet liegt, wie Sam schon vermutet hat, an der Telefonleitung. Bei Gewitter ist die wohl ein wenig "überspannt". Wurde ja auch erst vor zwei Wochen erneuert und modernisiert....

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