Dienstag, Dezember 12, 2006

bin wieder da

war eigentlich nie weg. Weg war vielmehr der Computer. Der hatte Ende November seinen Dienst quittiert. Es war ein Samstag. Ich war noch kurz im Internet, hatte ihn dann brav abgeschaltet. Wollte später nochmal surfen. Da war es dann schon zu spät. Er fand die Festplatte einfach nicht mehr und damit auch nicht das Betriebssystem, das Windows. Wie gut, dass so etwas immer samstagnachts passiert, wenn alle geschlossen haben, die helfen könnten.

Am Montag drauf hatte ich ihn gleich in die Werkstatt gebracht. Sie rufen an, wenn sie mehr wissen, haben sie gesagt. Am Dienstag immer noch kein Anruf, da habe ich stattdessen angerufen. Viel zu tun, hieß es. Am Mittwochabend die Botschaft: die Festplatte ist hin. War zu spät, um noch hinzufahren und Weiteres zu besprechen, weil die Werkstatt schon um 18 Uhr schließt, sie wohlweislich um fünf vor 18 Uhr angerufen haben und wir so um die 15 Kilometer zu überwinden haben. Donnerstag hingefahren. PC erst einmal abgeholt, daheim aufgeschraubt und angestaunt. Die Riesenkiste ist fast leer. Früher, so vor 15 bis 20 Jahren sah das anders aus. Da steckten noch große Teile drinnen, waren Karten noch wirkliche Karten und nicht winzige Dingerchen. Die Festplatte haben wir trotzdem geortet. Sah gar nicht durchgebrannt aus. Im Gegenteil. Sie machte einen ganz ordentlichen Eindruck. Habe ein paar Modifikationen mit den Kabeln vorgenommen. Half aber nicht.

Neue Festplatte hatten sie gesagt, kostet 200 Reais plus 40 Reais "Handarbeit". Alessandros Vater hat gleich alle möglichen Freunde und Läden angerufen. Hat eine Festplatte für 160 Reais entdeckt, die wir in drei Raten bezahlen könnten. Nur einbauen müssten wir sie selbst. Vorteil: billiger. Nachteil: habe keine Ahnung, wie ich sie konfigurieren muss, ob ich beim BIOS was ändern muss. Grösster Nachteil aber: sämtliche Daten unwiderbringlich weg.

Wieder Werkstatt in Matinhos angerufen, um zu verhandeln. Sie würden versuchen, Daten zu retten, für 40 Reais. Ich könnte ja erst einmal die Datenrettungsaktion starten lassen und dann später entscheiden, was ich mit der Festplatte mache.

Gute Idee. Lass die Daten retten. Könnte dauern, haben sie gesagt. So drei bis vier Tage. Der zweite Montag kam. Ein Anruf blieb aus. Da bin ich hin gefahren. Keine Daten hätten sie bisher retten können, hieß es. Scheisse, habe ich gesagt. Das versteht hier sowieso keiner. Ich hätte auch "merde" sagen können. Das hätten sie verstanden. Scheisse ist aber eher geeignet zum verbalen Dampfablass. Dann tut eine neue HD, Festplatte rein, und macht, dass ich das Teil wieder benutzen kann.

Am Dienstag dann der Anruf. Ich dachte schon, jetzt ist er wieder einsatzbereit mein PC. Nein, nein, das dauere noch. Die alte Festplatte hätten sie geknackt und könnten jetzt versuchen, ein paar Daten zu retten, welche mir denn besonders wichtig seien, wollten sie wissen. Das war schnell geklärt. Dann war wieder Funkstille.

Erst heute nachmittag, am 3. Montag, konnte ich den PC wieder holen. Die Festplatten waren ausgegangen, die Lieferung der neuen hatte sich verzögert, weil Brasilien gerade ein kleines Luftfahrtproblem hat. Die Flugsicherheit funktioniert nicht so, wie sie sollte, also wird die Hälfte
aller Flüge abgesagt, stauen sich Passagiere und Fracht.

Aber jetzt habe ich ihn ja wieder, den PC. Hatte schon Entzugserscheinungen. Bin heute den ganzen Tag dran gesessen, Programme draufzuspielen und die Einstellungen wieder so machen, wie sie waren. Hat nicht ganz geklappt. Werde morgen weiter kämpfen. Jetzt gehe ich erst einmal ins Bett und sorry, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe. Eure Mails und so werde ich mir auch erst morgen ansehen. Mir fallen schon die Augen zu....

Bis morgen

liebe Grüsse an alle
Gabriela
die, die mit dem PC kämpft

Kommentare:

Juansi hat gesagt…

Hallo Gabriela,

jetzt haben wir in D auch mal in Echtzeit mitgekriegt, wie das bei Euch so läuft. Schon krass - oder einfach nur anders.

Wie geht's der Bar im Sommer?

Viel Erfolg bei Deinen Kämpfen!

Liebe Grüße von Juansi

Sam hat gesagt…

Haha, das kenn ich...
Früher war eine hinniger PC ärgerlich und eine kaputte Waschmaschine eine Katastrophe. Seit ich Internet habe ists umgekehrt.
Willkommen zurück!

Ursel hat gesagt…

Hallo !

Auch Du liebe Güte !!

Meine Waschmaschine war jetzt 1 Monat in Reparatur (seit 3 Wochen hab ich nen Ersatz) und morgen soll sie mir angeblich wieder gebracht werden.
Da wird wahrscheinlich auch die Luftfahrt dran Schuld sein, weil ein Ersatzteil fehlte..Daran hab ich garnicht gedacht..Trotzdem werd ich dennen sagen, dass sie so keine Kunden dazugewinnen !

Aber der Computer, das ist echt viel schlimmer !!!!

Então bemvinda de novo :))

Ursel

Corriendo Mundo hat gesagt…

Na, dann weiterhin viel Spaß beim Wiederherstellen und -installieren! Das habe ich damals bei Buddhistens am Ende der Welt fast täglich gemacht, da jedesmal bei Gewitter alle Sicherungen im Haus durchgeknallt sind, keine Gewitter-Vorsorgemaßnahme hielt stand auf dem Vulkankraterrandm und auch mein Computer völlig durchgeknallt war, so daß ich ihn regelmäßig in die Werkstatt bringen mußte - bis es dann auch endgültig die Festplatte erwischt hat. Damals war ich sozusagen Profi im Immer-wieder-ganz-von-vorne-anfangen.
Habe keine Daten auf dem PC, die ich nicht vermissen könnte bzw. wollte. Heißer Tip ist immer, zwei Geräte zu betreiben. Das mit den wichtigen Daten nie ans Netz anschließen. Aber ich bleibe naiv und völlig unabgesichert.

Schön, daß du wieder zurück bist. Ich dachte eher, du hast im Geschäft so viel zu tun, daß du gar nicht mehr zum Bloggen kommst.

Ein Toast auf den brasilianischen Luftraum und schöne Grüße von Labbatú und dem Raben

gabriela hat gesagt…

hallo Mädels,
schon heiss, wie sich so ein Gerät vermissen lässt. Ich glaube, es liegt daran, weil ich es gewohnt war, in die Tastatur zu hacken, im Internet zu stöbern und hin und wieder zu bloggen. Plötzlich war dann Funkstille. Fühlte mich wie in einem U-Boot unter Wasser. Ganz anders, vor zwei Jahren. Da wohnten wir in einem Fischerdorf, in dem es manchmal zwar Strom gab und einer der Nachbarn hatte auch einen Computer, aber wir hatten weder PC, noch Radio noch Fernseher und ich fühlte mich trotzdem mittendrin im Leben. Aber da war ich es ja auch nicht gewohnt, diese technischen Teile zu nutzen, da wollte ich ja bewusst Abstand davon. War auch schön.

Werde jetzt wohl öfter mal eine Kopie meiner Fotos und Texte machen.

Ach übrigens, Sam, habe jetzt firefox! Die neue Festplatte war schon damit bestückt, als ich den PC abholte...

LG
GAbriela