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Raus aus dem Haus, rein in die Arbeit

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Im nächsten Leben werde ich Katze, vielleicht fallen mir dann die Entscheidungen  darüber leichter, was ich zuerst machen soll. So a saudumma Tag, I woaß ned recht wos I mog und wenn i's wissad kannt I ned so wia I wui..... Konstantin Wecker. Heute mit ihm aufgewacht. Nein, nicht mit Konstantin Wecker. Sein Lied hat mich wohl schon im Traumland gefangen genommen. Dabei ist draußen vor der Tür ein wunderschöner Herbsttag, mit Sonne und 30 Grad. Die erste Maschine Wäsche wartet schon darauf, von der Leine angenommen zu werden. Die Hunde wollen Gassi laufen. Die Hühner und Schwiegermutter wollen ihr Mittagessen und ich zerbreche mir den Kopf darüber, was ich zuerst machen soll.  Als Zweites könnte ich dann die Fenster vom neuen Zimmerl streichen, das Holz für die Treppe zur Galerie hobeln und schleifen, die Gartentreppe zum Waldweg hinauf vom Wildwuchs befreien, Alessandro beim Graben des Loches für die Versatzgrube helfen, mein Schrankerl für das Bad mit Leinöl einlassen.  ...

Seltsamer Ruf am Nachmittag

Das muss ich euch jetzt schnell erzählen. Seit ein paar Tagen höre ich am späten Nachmittag immer wieder den Ruf eines Vogels. Zuerst dachte ich, es ist ein Tukan. Vor allem im Frühjahr und Sommer sehen wir bei uns immer wieder grünschnabelige Tukane (Ramphastos dicolorus). Meistens sind sie zu zweit, manchmal auch in kleinen Gruppen. Sie mögen die an Rispen wachsenden, kleinen Früchte des Umbauva-Baumes. Der grünschnabelige Tukan ist äußerst gesprächig. Sein Gezwitscher ist ein lautes Krächzen. Das lässt er erschallen, um seine Spezls zu rufen, um ihnen zu zeigen, wo es Futter gibt, wo er ist und auch, um seine künftige Geliebte zu beeindrucken. Ein bisschen hat mich der spätnachmittägliche Ruf an den der grünschnabligen Tukane erinnert. Nur ist er nicht ganz so rauh, nicht ganz so tief und ein wenig melodischer.  Es hätte auch ein Guaxe sein können. Guaxe sind schwarze, etwa Amselgroße Vögel, die unter den Flügeln knallrot sind. In der Nähe von Seen, Bächen und Flüssen bilden si...

Herbst im Regenwald

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Wie der Sommer, kommt auch der Herbst dieses Jahr früh.  Mir kommt es vor, als wären nur wenige Tage vergangen, dass ich um 5:30 Uhr morgens den Hühnerstall geöffnet habe, um unseren Mädels ihre Streunertour durch Garten und Wald zu ermöglichen. Jetzt ist es um diese Zeit noch dunkle Nacht.  Was gleich geblieben ist, sind die vielen winzigen Wassertropfen in der Luft, die einen dichten Nebel bilden. Im Sommer löst sich dieser schnell, schon in den frühen Morgenstunden auf. In den vergangenen Tagen haben die Sonnenstrahlen den Durchbruch des Nebelvorhangs indes erst am späteren Vormittag geschafft.  Nein, die Blätter der Bäume haben sich nicht verfärbt, tanzen nicht zum Boden, bilden keine bunten Teppiche unter den Baumkronen. Die überwiegende Zahl der Bäume des Regenwaldes trägt ihr Blätterkleid das ganze Jahr über. Eine Ausnahme ist der Jacarandá ( Jacaranda mimosifolia) . Zu Winteranfang wirft er seine gefiederten Blätter auf einmal ab, überdauert den Winter als leeres ...

Der Baum mit dem Wohlfühlduft

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Selbst bei Regen verbreiten die kleinen Blüten des Tabocuva-Baumes einen herrlichen Duft.  Einer der ersten Bäume, den ich hier im Atlantischen Regenwald kennengelernt habe, ist der Tabocuva (Pera glabrata). Er ist eher ein kleiner Baum, der laut Angaben in der Literatur nur acht bis zehn Meter hoch werden soll.  "Tabocuva brennt hervorragend. Du kannst ihn schlagen und das Holz gleich als Scheit hernehmen", haben Renato und Sebastião uns einhellig erklärt. Wie bei den meisten Einheimischen unserer ländlichen Region stehen in ihren Häusern Holzöfen, auf denen sie Reis, Bohnen und andere Mahlzeiten zubereiten.  Ich habe ihn mir schnell gemerkt. Nicht wegen seiner Brennqualität. Seine graubraune, geriffelte Rinde unterscheidet sich von den meisten der anderen Bäume. Seine Blüten habe ich indes erst kürzlich per Zufall entdeckt. Schon lange wollte ich wissen, von wo dieser herrliche Duft herkommt, der im Sommer die Luft unseres Waldes durchzieht. Es ist ein angenehmer, süßli...

Regenwald Adventskalender

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Es ist wieder soweit.  Auch dieses Jahr habe ich für euch wieder einen Adventskalender mit Bildern aus dem Atlantischen Regenwald erstellt.  Das ganze Jahr über bin ich mit dem Handy durch den Wald gelaufen und habe Fotos von Pflanzen, Tieren, Baumrinden, Wurzeln, Blättern und allem, was ich interessant fand, gemacht und für den Adventskalender gesammelt. 24 davon habe ich euch in den Adventskalender gepackt und jeweils mit einem kleinen Text versehen, um euch ein bisschen in die phantastische Welt des Regenwaldes zu entführen.  Klickt einfach auf den Link =>  Regenwald Adventskalender  und schon könnt ihr Türchen öffnen und in meine Welt eintauchen. Ich wünsche euch viel Spaß damit und eine wundershöne Adventszeit. 

Sonnige Kühle

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Wenn sich die Morgennebel verzogen haben, dauert es jetzt im Winter noch ein wenig, bis die Sonne zu uns im Wald durchkommt. Nur langsam bahnen sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch das Blätterwerk der Baumkronen hindurch zu unserem Häuschen. Es ist ein kühler Morgen, wie er es auch in den vergangenen Tagen war.  Schon in meinem frühreren Leben habe ich sie geliebt, diese sonnigen aber kalten Wintertage. Damals bin ich dick eingepackt unter der Morgensonne durch das Ampertal gestiefelt. Außer dem Knarzen, das jeder meiner Schritte im eisigen Schnee verursachte, war nicht viel zu hören. Auch jetzt ist es still. Keine Grille zirpt und die Vögel warten wohl noch ein bißchen, bis auch ihre Kehle aufgewärmt ist. Katze Flocke hat sich oben am Carport einen Aufwärmfleck gesucht. Dort ist die Sonne an ein paar Stellen schon angekommen, zaubert ein Mosaik aus Schatten- und Glanzflecken. Neun Grad hat das Thermometer an der Hauswand heute früh gezeigt. Gestern waren es sogar nur sechs...

Wenn der Weihnachtskaktus zum Augustkaktus wird

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Mein Weihnachtskaktus blüht mitten im August. Habt ihr auch einen Weihnachtskaktus im Wohnzimmer, Büro oder auf dem Balkon? Es ist ein pflegeleichter Kaktus, der nicht viel Licht mag und gleichzeitig größere Wassermengen verträgt. Vielleicht habt ihr euch schon einmal gefragt, warum der Weihnachtskaktus so andere Ansprüche hat, bevorzugen die meisten Kakteen doch pralle Sonne und wenig Wasser. Die Antwort ist einfach. Er stammt aus dem Regenwald, genauer gesagt dem Atlantischen Regenwald. Dort wächst er nicht auf dem Boden sondern sitzt als Epiphyt in Astgabeln und auf den Zweigen der Bäume.  Bei uns im Regenwald habe ich bis jetzt noch keinen Weihnachtskaktus wild wachsend gefunden. Das mag nichts heißen. Theoretisch sind seine Heimat die Regenwälder des Küstengebirges Südostbrasiliens. Wir leben am Fuß des Küstengebirges. Der Atlantische Regengwald, der uns umgibt, ist aber kein ursprünglicher Wald mehr. Nachdem die Menschen hier schon Kohle aus seinen Bäumen gemacht und Büffel g...

Stadtbesuch

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  In Bayern würden sie vielleicht Biergarten zu dem Restaurantgarten sagen, der direkt an der Meeresbucht Antoninas liegt. Der Unterschied: statt Kiesel gibt es ein Holzdeck und statt Kastanien tropische Bäume. Mal wieder in der Stadt gewesen. Antonina ist ein kleines Städtlein, irgendwo in der Zeit stehen geblieben. Blende ich die Autos aus und die mitten auf den winzigen Gehsteigen stehenden Strommasten, werde ich um hundert Jahre zurück gebeamt.  Auf dem Gehsteig vor der Bank steht ein Pferd. Es ist an einem Holzkarren angeschirrt und genießt wohl seine Pause. Sein dono, sein Besitzer, sieht angestrengt auf sein Handy, wischt ein bißchen darauf herum, lehnt sich an die Hauswand an und wartet auf irgend etwas. Sonst passiert nichts. Zur Mittagszeit ist es in Antonina still.  Selbst in dem Büffet-Restaurant, in das wir gehen, sind nur wenige Menschen. Zwei Männer sitzen an einem Tisch, wahrscheinlich bei ihrer Mittagspause. Nebenan versucht eine Frau, ein Kind zu füttern...

Blutsfähnchen wärmt sich auf

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  Schmetterling des Atlantischen Regenwaldes: Pirascca sagaris Ich glaube der Kleine wollte sich mal eben bei mir ein bisschen aufwärmen. Die Sonne hat zwar die Tageshöchsttemperatur auf 19 Grad gebracht, für tropische Falter ist das aber trotzdem noch etwas kühl. So saßen plötzlich 30 mm Schmetterling auf meiner Hand und dann auf meinem Finger, statt in der Luft umherzuschwirren.  Im Sommer habe ich öfters versucht, ihn oder einen seiner Verwandten zu fotografieren. Sie waren aber immer zu schnell für mich. Bis ich abgedrückt habe, war entweder nichts mehr von einem Falter auf dem Bild zu sehen oder nur ein verschmierter dunkler Fleck. Fliegt er, ist nur ein Schwarz-Rot wahrnehmbar, nichts aber von einem Muster. Dem Winter sei Dank habe ich ihn nun endlich fotografieren und damit bestimmen können. Sehr wahrscheinlich ist es ein Pirascca sagaris. Das habe ich mit Hilfe von iNaturalist herausgefunden. Einen Volksnamen hat er nicht. Ich nenne ihn einfach Blutsfähnchen, wegen sei...

Gartenarbeit im Winter

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Nach Alessandros Pflegeeinsatz, ist mein Wandgesicht wieder zu sehen. Es ist kalt geworden. Logisch, während bei euch Sommer ist, haben wir Winter . Nein, es schneit nicht. Unsere Region liegt zwischen dem tropischen und subtropischen Klima. An ein paar Tagen im Winter kann da auch bei uns im Regenwald die Temperatur nachts auf unter zehn Grad absinken. Tagsüber liegen die Temperaturen aber meistens zwischen 15 und 18 Grad. Gestern waren es gerade einmal 13 Grad, was eher eine Seltenheit ist.  Das nervige sind nicht die niedrigen Celsius Grade. Es ist der stete Regen, der die gefühlte Temperatur gewaltig absenkt. In den Regenpausen arbeitet Alessandro im Garten. Eigentlich war für heute Sonne angesagt, aber es regnet schon wieder, ein leichter Regen. Manchmal macht er Pausen. Dann stiefelt Alessandro los. Vor Tagen hat er angefangen zu mähen, Sträucher und Bäume auszuschneiden, verwelkte Palmblätter abzusägen und Pflanzen umzusetzen.  Mit dem  Bau unseres Zimmerls  s...

Penelope hat Hunger

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  Wildhuhn Penelope guckt zum Küchenfenster rein. Penelope ist fast schon ein Haustier. Nein, sie kommt nicht ins Haus, sie begnügt sich mit dem Garten rund herum. Sie ist unser Gartentier. Unser Garten ist ein Sammelsurium von Palmen, Bäumen voller Bromelien, Farnen und Philodendren, verschiedensten Sträuchern, Baumfarnen und üppig wachsenden Blattpflanzen, wie verschiedenen Helikonien, riesigen Friedenslilien und anderen Blumen. Auch eine weiß blühende Strauchrose und ein brasilianischer Holunder gehören zu dem Sammelsurium, das unsere einstige Waldlichtung von 4.000 Quadratmetern prägt.  Penelope ist eine Art Wildhuhn, das im Atlantischen Regenwald lebt, dem Regenwald, der sich entlang der Küste Brasilens in einem Streifen über das Gebirge hinweg vom Süden bis in den Norden erstreckt.  Penelope obscura, ein Wildhuhn des Atlan- tischen Regenwaldes. Das dort heimische Wildhuhn erinnert mich an Auerhühner, die ich als Jugendliche in den Chiemgauer Bergen bei der Baltz beo...

Zur Bambuspflege Bambussprossen essen

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Sprossen vom Riesenbambus, Dendrocalamus asper. Sehr lecker im Huhneintopf.  Jetzt hat unser Riesenbambus (Dendrocalamus asper) doch noch ein paar Sprossen hervor gebracht. Er ist spät dran. Etwa 15 Sprossen hat er gemacht. Vielleicht werden es noch mehr. Vergangene Woche waren es nur drei als ich nachgeschaut habe. Es können deshalb durchaus noch ein paar dazu kommen. Die Saison hat je gerade erst angefangen. Fünf der bisher 15 aufgegangenen Bambussprossen habe ich gestern geschnitten, um daraus Sprossen zum Essen zu machen. Das Schneiden der Sprossen dient übrigens nicht nur der Kulinarik. Der Horst wird damit auch gepflegt. Ich ernte Sprossen, die eng zusammenstehen oder auf der Seite zur Straße hin wachsen, wo sie später stören könnten. Mit weniger Sprossen, braucht der Horst auch weniger Kraft, und bleibt gesünder.  Es ist schon faszinierend, dass wir den Bambus sowohl zum Bauen verwenden , weil er hart wie Holz ist, und ihn trotzdem auch essen können, weil seine Sprosse...

Auch Hunde lachen

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Ich wollte nur ein Foto für Ute machen. Neben dem Aufgang haben wir vor Jahren eine Pflanzinsel angelegt. Dort wuchern Sumpflilien, Friedenslilie, Regenwald-Iris und Alpina schön langsam Treppe und Rampe zu. Momentam streckt die mit dem Ingwer verwandte Alpina ihre knallroten Blüten in die Höhe.  Jack Sparrow, der Straßenhund Als ich die Treppe hoch gehe, kommt mir Jack Sparrow entgegen. Jack ist ein ehemaliger Straßenhund. Wir haben ihn vor etwa eineinhalb Jahren am Waldweg gefunden. Dort hatte er sich unter einem Busch eingerollt. Spindeldürr und ängstlich lag er dort und rührte sich kaum. Irgendwer hatte ihn wohl einfach im Wald ausgesetzt und sich selbst überlassen. Zuerst haben wir ihn dort mit Wasser und Futter versorgt. Dann hatte er entschlossen, die Veranda des Wochenendhauses eines Nachbarn als neue Bleibe zu nutzen. Nachbar und wir haben ihn brav gefüttert, Wurm- und Antizeckenmittel verabreicht und ihn aufgepäppelt. Irgendwann haben wir ihn kastrieren lassen und bei uns...

Cambucá - Die göttliche Frucht

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Cambucá-Früchte, die gesunde Frucht aus dem Regenwald  Was eine leckere Frucht. Es muss eine der Lieblingsfrüchte der Götter sein. Cambucá heißt sie oder botanisch Plinia edulis.  Nein, ihr kennt sie mit Sicherheit nicht. Sie wird nicht kommerziell angebaut oder vertrieben und sie wächst nur hier an einem begrenzten Küstenabschnitt Brasiliens.  Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder über endemische Baumarten des Atlantischen Regenwaldes gestöbert, das heißt, Arten, die nur dort wachsen. Dabei bin ich auf Cambucá gestoßen oder Cambucazeiro, wie der Baum genannt wird. Ich habe ihn gleich auf meine Wunschliste gesetzt, die Liste der Baumarten, die ich bei uns noch pflanzen möchte. Es ist ein seltener Baum. Er wächst lediglich im Atlantischen Regenwald und dort nur entlang eines schmalen Streifens der südlichen Küste Brasiliens, etwa von São Paulo bis Santa Catarina. Unser Sítio liegt da genau mittendrin. Im Wald sind mir die Früchte bisher noch nicht aufgefallen. Aber bisher...

Der Bambus, ein Meister des schnellen Wachsens

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Die ersten Bambussprossen spitzen aus der Erde. Hier ein Spross des  Guadua chacoensis, eine in Südbrasilien heimische Bambusart, die wir bei uns gepflanzt haben. Endlich spitzen die ersten Bambussprossen heraus. Sie sind spät dran dieses Mal. Der Dendrocalamus (Riesenbambus) hat sonst schon immer Ende November, Anfang Dezember damit begonnen, seine Sprossen in die Höhe zu treiben. Diesen Sommer hat er erst Ende Januar damit angefangen. Auch der Guadua chacoensis, der im Süden Brasiliens heimisch ist, treibt erst seit Kurzem ein paar Sprossen durch die Erde.  Es hat viel geregnet in den vergangenen Monaten und war nicht wirklich so heiss, wie sonst. Vielleicht liegt die Verzögerung daran. Auch sind es nur wenige Sprossen, die da kommen. Während der Riesenbambus weit mehr als ein dutzend Sprossen pro Jahr hervorbringt, sind es dieses Jahr bis jetzt nur drei. Da werden wir keine zum Essen ernten, ausser, es kommen noch ein paar Nachzügler. Der einzige Bambus, der wie üblich Spro...

Bienen bei zunehmenden Mond aggressiv

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Wir haben das neue Bienenhäuschen mit den Jataí-Bienen direkt vor dem Guariçica-Baum aufgestellt, an dem sie uns in die Falle gegangen sind.   Es stimmt tatsächlich. Der Mond beeinflusst die Bienen.  Gestern abend haben wir einen der Jataí-Bienenstöcke umgesiedelt. Die Bienchen sind uns vor etwa drei Monaten in die Falle gegangen. Alessandro hatte die Idee, am Guaraçica-Baum in der Nähe unseres Häuschens, eine Falle aufzuhängen. Am nächsten Tag waren schon Jataís dabei, sich dort einzurichten. Jetzt haben wir uns daran gewagt, sie in ein Holzhäuschen umzusiedeln. Vom Bestand der Bienen her, war es der richtige Zeitpunkt. Der Schwarm war schon groß genug und gut eingerichtet. Um die Waben mit dem Nachwuchs hatten sie bereits etliche kleine Töpfchen gebaut und mit Honig und Pollen gefüllt. Das konnten wir schon vor dem Öffnen der Falle am Gewicht erkennen. Die Waben und Honigtöpfchen der Jataí-Bienen aus den in Karton und schwarze Folie gewickelten PET-Flaschen zu "schälen" und...

Hitzewelle

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36 Grad im Schatten. Luftfeuchte 100 Prozent. Gefühlte Temperatur Backofen aufgeheizt auf 250 Grad. Lust zu nix. Wasche trotzdem Wäsche, hänge sie auf, nehme sie ab, weil es zu regnen anfängt. Drei Tropfen, dann ist es vorbei. Hänge Wäsche wieder auf. Vier Tropfen. Nehme sie wieder ab. Wäscheaufhängspiel.  Ich bin pitschnass. Nicht von den paar Regentropfen, vom Schwitzen.  Beim Nachbarn sind zwei Männer dabei, Faserzement Wellplatten auf den Dachbalken zu verteilen, in der prallen Sonne, eingehüllt in langärmelige Hemden, Hut auf dem Kopf. Will mir gar nicht vorstellen, was die Hitze in deren Körpern anstellt.  Dabei ist es bei uns im Wald noch kühler als in der Stadt, in der Strassen, Plätze und Gebäude die Temperatur noch weiter aufheizen. Inzwischen grummelt es. Endlich. Ein befreiendes Gewitter meldet sich an, ein Gewitter, das für ein bisschen Abkühlung sorgen wird. 

Kakaowunder

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Frucht des Kakaos Alessandro hat mir eine Kakaofrucht mitgebracht.  Ich liebe Kakao. Das Fruchtfleisch schmeckt süss-sauer. Eigentlich ist es eher eine Watte als ein Fleisch. Die umgibt die Samen, aus denen später das Kakaopulver gewonnen wird. Vorher lässt sich die Watte aber vom Samen wegzutzeln. Sehr lecker. Wir haben auch ein paar Kakao-Bäumchen gepflanzt. Eins von ihnen, das hinten im Wald steht, hat dieses Jahr sogar zwei Blüten gehabt. Das war leider genau zur Regenzeit, so dass sich keine Früchte gebildet haben.  Kakao-Bäumchen bevorzugen übrigens eher schattige Plätze als die pralle Sonne. Ihr idealer Standort ist im Wald. Dort wachsen sie zwar langsamer, aber gesünder.  Habt ihr schon einmal Kakaoblüten gesehen? Die sind faszinierend. Sie sind winzig klein, kleiner als der Fingernagel meines kleinen Fingers. Sie ruhen auf einem Millimeter dünnen Stiel, der direkt am Stamm des Bäumchens herauswächst . Dass daraus später einmal die riesigen Kakaofrüchte werden, so...

Gartenarbeit bei Regen

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Freischneiden des Zwingers Heute wieder ein Regentag. Irgendwie gibt es bei uns in diesem Sommer mehr Regen als Sonne. Die Pflanzen finden das prima und wuchern wild Richtung Himmel.  Die Araça, ein bei uns im Regenwald heimischer Baum mit leckeren Früchten, ist ebenso über sich hinaus gewachsen. Sie hat dabei über dem Eingang des Zwingers ein Tor gebildet. Davon war wiederum die Ora-Pro-Nobis begeistert (Pereskia). Sie hat die Araça-Äste über dem Zwinger als Klettergerüst genutzt und dieses mit einem undurchdringlichen Teppich versehen. Kurz, es war Zeit, ein wenig einzuschreiten. Statt zu bauen, stand heute Gartenarbeit auf dem Programm, genauer gesagt, das Zurückschneiden der Araça und der mit Dornen bewehrten Ora-Pro-Nobis. Dass es dabei geregnet hat, war nicht weiter schlimm. Der Regen hier im Regenwald ist warm. Hätte die Sonne gescheint, wäre ich auch nass gewesen vor lauter Schwitzen. So, war es eine angenehme Arbeitstemperatur und der Regentag ein guter Gartenarbeitstag. ...

Vollmondschatten

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  Gestern Nacht noch Vollmond geguckt.  Es erstaunt mich immer wieder, wie stark das Mondlicht hier im Wald alles erhellt. Beim Gassigang mit den Hunden auf dem Waldweg brauche ich nicht einmal eine Taschenlampe. Als die Hunde noch klein waren, haben sie sich jedesmal vor ihrem eigenen Schatten erschreckt, den der Vollmond von ihnen auf den Waldweg gezaubert hat. Ich habe mich längst noch nicht daran gewöhnt. Ich könnte die Mondschatten stundenlang bewundern.  Früher, als ich noch in einem Dorf gelebt habe, ist mir die Kraft des Mondlichtes nie so aufgefallen. Sie war ja auch übertüncht von der Straßenbeleuchtung, den Lichtern der Autos und der Häuser. Dabei ist die Kraft des Mondlichtes tatsächlich enorm. Selbst wenn der Begleiter der Erde, wie gestern, von Wolken umrundet ist, erhellt er dennoch die dunkle Nacht.  Toll finde ich auch, dass ihr ihn genauso seht. Andrea, wir könnten uns doch mal über 11.000 Kilometer hinweg zum Vollmondgucken verabreden. Was meinst?