Herbst im Regenwald
Wie der Sommer, kommt auch der Herbst dieses Jahr früh.
Mir kommt es vor, als wären nur wenige Tage vergangen, dass ich um 5:30 Uhr morgens den Hühnerstall geöffnet habe, um unseren Mädels ihre Streunertour durch Garten und Wald zu ermöglichen. Jetzt ist es um diese Zeit noch dunkle Nacht.
Was gleich geblieben ist, sind die vielen winzigen Wassertropfen in der Luft, die einen dichten Nebel bilden. Im Sommer löst sich dieser schnell, schon in den frühen Morgenstunden auf. In den vergangenen Tagen haben die Sonnenstrahlen den Durchbruch des Nebelvorhangs indes erst am späteren Vormittag geschafft.
Nein, die Blätter der Bäume haben sich nicht verfärbt, tanzen nicht zum Boden, bilden keine bunten Teppiche unter den Baumkronen. Die überwiegende Zahl der Bäume des Regenwaldes trägt ihr Blätterkleid das ganze Jahr über. Eine Ausnahme ist der Jacarandá (Jacaranda mimosifolia). Zu Winteranfang wirft er seine gefiederten Blätter auf einmal ab, überdauert den Winter als leeres Gerüst und begeistert mich jedes Frühjahr wieder, wenn er plötzlich übervoll mit lilafarbigen, glockenartigen Blüten im grünen Meer des Regenwaldes bunte Tupfer malt.
Noch haben die Jacarandás all ihre Blätter. Noch sieht es mit einem flüchtigen Blick wie Sommer aus. Und doch sind sie da, die ersten Herbstzeichen. Ich schwitze weniger. Die Temperaturen überschreiten wesentlich seltener die 30-Grad-Hürde. Die Nächte sind mit 20 Grad bereits angenehm kühl. Die Guaven sind reif und ebenso ihre im Atlantischen Regenwald heimischen Verwandten, die Araça.

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