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Herbst im Regenwald

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Wie der Sommer, kommt auch der Herbst dieses Jahr früh.  Mir kommt es vor, als wären nur wenige Tage vergangen, dass ich um 5:30 Uhr morgens den Hühnerstall geöffnet habe, um unseren Mädels ihre Streunertour durch Garten und Wald zu ermöglichen. Jetzt ist es um diese Zeit noch dunkle Nacht.  Was gleich geblieben ist, sind die vielen winzigen Wassertropfen in der Luft, die einen dichten Nebel bilden. Im Sommer löst sich dieser schnell, schon in den frühen Morgenstunden auf. In den vergangenen Tagen haben die Sonnenstrahlen den Durchbruch des Nebelvorhangs indes erst am späteren Vormittag geschafft.  Nein, die Blätter der Bäume haben sich nicht verfärbt, tanzen nicht zum Boden, bilden keine bunten Teppiche unter den Baumkronen. Die überwiegende Zahl der Bäume des Regenwaldes trägt ihr Blätterkleid das ganze Jahr über. Eine Ausnahme ist der Jacarandá ( Jacaranda mimosifolia) . Zu Winteranfang wirft er seine gefiederten Blätter auf einmal ab, überdauert den Winter als leeres ...

Sonnige Kühle

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Wenn sich die Morgennebel verzogen haben, dauert es jetzt im Winter noch ein wenig, bis die Sonne zu uns im Wald durchkommt. Nur langsam bahnen sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch das Blätterwerk der Baumkronen hindurch zu unserem Häuschen. Es ist ein kühler Morgen, wie er es auch in den vergangenen Tagen war.  Schon in meinem frühreren Leben habe ich sie geliebt, diese sonnigen aber kalten Wintertage. Damals bin ich dick eingepackt unter der Morgensonne durch das Ampertal gestiefelt. Außer dem Knarzen, das jeder meiner Schritte im eisigen Schnee verursachte, war nicht viel zu hören. Auch jetzt ist es still. Keine Grille zirpt und die Vögel warten wohl noch ein bißchen, bis auch ihre Kehle aufgewärmt ist. Katze Flocke hat sich oben am Carport einen Aufwärmfleck gesucht. Dort ist die Sonne an ein paar Stellen schon angekommen, zaubert ein Mosaik aus Schatten- und Glanzflecken. Neun Grad hat das Thermometer an der Hauswand heute früh gezeigt. Gestern waren es sogar nur sechs...

Gartenarbeit im Winter

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Nach Alessandros Pflegeeinsatz, ist mein Wandgesicht wieder zu sehen. Es ist kalt geworden. Logisch, während bei euch Sommer ist, haben wir Winter . Nein, es schneit nicht. Unsere Region liegt zwischen dem tropischen und subtropischen Klima. An ein paar Tagen im Winter kann da auch bei uns im Regenwald die Temperatur nachts auf unter zehn Grad absinken. Tagsüber liegen die Temperaturen aber meistens zwischen 15 und 18 Grad. Gestern waren es gerade einmal 13 Grad, was eher eine Seltenheit ist.  Das nervige sind nicht die niedrigen Celsius Grade. Es ist der stete Regen, der die gefühlte Temperatur gewaltig absenkt. In den Regenpausen arbeitet Alessandro im Garten. Eigentlich war für heute Sonne angesagt, aber es regnet schon wieder, ein leichter Regen. Manchmal macht er Pausen. Dann stiefelt Alessandro los. Vor Tagen hat er angefangen zu mähen, Sträucher und Bäume auszuschneiden, verwelkte Palmblätter abzusägen und Pflanzen umzusetzen.  Mit dem  Bau unseres Zimmerls  s...

Hitzewelle

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36 Grad im Schatten. Luftfeuchte 100 Prozent. Gefühlte Temperatur Backofen aufgeheizt auf 250 Grad. Lust zu nix. Wasche trotzdem Wäsche, hänge sie auf, nehme sie ab, weil es zu regnen anfängt. Drei Tropfen, dann ist es vorbei. Hänge Wäsche wieder auf. Vier Tropfen. Nehme sie wieder ab. Wäscheaufhängspiel.  Ich bin pitschnass. Nicht von den paar Regentropfen, vom Schwitzen.  Beim Nachbarn sind zwei Männer dabei, Faserzement Wellplatten auf den Dachbalken zu verteilen, in der prallen Sonne, eingehüllt in langärmelige Hemden, Hut auf dem Kopf. Will mir gar nicht vorstellen, was die Hitze in deren Körpern anstellt.  Dabei ist es bei uns im Wald noch kühler als in der Stadt, in der Strassen, Plätze und Gebäude die Temperatur noch weiter aufheizen. Inzwischen grummelt es. Endlich. Ein befreiendes Gewitter meldet sich an, ein Gewitter, das für ein bisschen Abkühlung sorgen wird. 

Das neue Jahr beginnt mit blauem Himmel

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Jahresbeginn mit Zyklon und Gewitter.  In kürzester Zeit stand alles unter Wasser, auch die Gummistiefel...  Am ersten Tag des Jahres fällt der Strom aus. Hier im Regenwald und noch dazu im Sommer ist das beinahe täglich der Fall. In der Regel kommt er aber innerhalb kurzer Zeit wieder, der Strom. Wir warten Stunden, dann ist er wieder da. Am zweiten Tag tobt ein wie aus dem Nichts kommender Zyklon, werden wir mal wieder von der Umwelt abgeschnitten. Am Morgen öffne ich die Augen und schaue noch in einen strahlend blauen Himmel.  Die letzten Tage des vergangenen Jahres waren grau und nass gewesen und eigentlich zu kühl für die Jahreszeit. Wir haben schließlich Sommer. Jetzt scheint sie, die Sonne. Ich strecke mich ihr zum Dankeschön entgegen und freue mich auf den Tag. Dann wird es heiß, sehr heiß. 36 Grad im Schatten. Dass sich dem ein Nachmittagsgewitter anschließt, damit ist zu rechnen.  Statt Gewitter gibt es ein Gewitter mit Zyklon, einen gewaltigen Sturm. Der d...

Frieren Bienen?

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  Der Pitanga-Strauch ist voller Blüten. Ein Paradiesstrauch für die Bienen. Gestern haben sich nur wenige unserer stachellosen Bienen auf den Weg zum Nektarsammeln gemacht. Sonne, 19 Grad und nur eine leichte Windbrise wären eigentlich ein wunderbares Arbeitswetter. Die im Vergleich zu den anderen in Brasilien heimischen Bienen etwas dickeren und größeren Mandaçaia-Bienen haben das herrliche Wetter des tropischen Winters auch entsprechend genutzt. Fleissig sind sie zwischen dem Pitanga-Strauch und ihrem Häuschen hin und her geflogen. Wird aus jeder Blüte des Pitanga-Strauches eine Frucht, werden wir dieses Jahr jede Menge dieser roten, süß-sauer schmeckenden Früchte essen können. Vielleicht reicht es sogar, um einen Likör anzusetzen. Auch die Kirsche des Atlantischen Regenwaldes, die nichts mit den in Bayern wachsenden Kirchbäumen zu tun haben, machen sich schon an, ihre weißen Blüten zu öffnen.  Bald wird auch der Guaco wieder sein Duftaroma verströmen. In Hausnähe ist die K...

Zeit der Hitzesiesta

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  Meine armen Pflanzen. Der Ficus pumila, den sie hier unha-de-gato (Katzenkralle) nennen, ist zum großen Teil von der Sonne versengt. Ich hoffe, er erholt sich wieder. Schließlich soll er einmal mein Wandgesicht umranken. Nichts regt sich, kein Lüftlein. Kein Vogel kreist am Himmel, keine Grille zirpt und auch von den Teiús, den Rieseneidechsen, die sonst im Sommer immer irgendwo im Garten herumlaufen, ist nichts zu sehen. Wahrscheinlich sitzen sie in ihren Erdhöhlen und warten auf den Abend, darauf, dass die Sonne ein wenig von ihrer Kraft verliert, sich dann die jetzt so schwere Luft wieder leichter atmen lässt. Bei der Sommerhitze halten selbst die Tiere des Regenwaldes Siesta. Jacky döst in seinem Häuschen. Das steht im Schatten, hat einen Fliesenboden und ist isoliert. Gloria hat es sich auf den kühlen Fliesen im Bad bequem gemacht. El Zorro sitzt vor dem sich drehenden Ventilator und hechelt.  Der Ventilator ändert nicht wirklich etwas an der Wärme im Haus. Das rauschen...

Erdpyramiden im Garten

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Der viele Regen hat im Garten Mini-Erdpyramiden gebildet. Unser Garten ist mit Erdpyramiden durchzogen. Der ganze Garten ist ein wenig übertrieben. Aber dort, wo die Baustelle für unser Zimmer ist, da stehen sie, etliche Erdpyramiden. Der Regen der vergangenen Wochen (oder sind es Monate?) hat sie gebildet.  Ich glaube, seit September haben wir Sonne und Sterne nur ein halbes dutzend Mal gesehen . Die restlichen 90 Tage hat es, genieselt, gewittert, gestürmt, geregnet , war es trüb und zu kühl für die Jahreszeit. Kam sie dann einmal heraus, die Sonne, hat sie die Temperaturen auf fast 40 Grad aufgeheizt. Jetzt regnet es wieder. Bis April soll es so bleiben. Der El Niño sei schuld, sagen sie.  Wahrscheinlich wird der Regen unsere Erdpyramidensammlung noch vergrößern. Dort, wo wir den Aushub für die Punktfundamente aufgeschüttet haben, haben die himmlischen Wassermengen die feinen Ton- und Lehmelemente ausgewaschen. Geblieben sind Säulchen mit einem Stein oben drauf. Der hat die...

Plötzlich ist sie da, die Sonne

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  Noch stehen die Gummistiefel vor dem Haus, bereit für ihren Einsatz, sollte es wieder regnen. Die Sonne kam so plötzlich wie ein Gewitter hoch oben in den Bergen. Kaum ist unser Besuch abgereist, sind Oktober und Allerheiligen vorbei, ist die Sonne wieder da. Was gibt es Schöneres, als die Augen aufzumachen und durch das Fenster hindurch einen blauen Himmel zu sehen? Das Blau streichelt meine Seele. So lange ist das schon nicht mehr passiert. Die Wochen des Regens kommen mir wie Jahre vor. Noch ist es angenehm kühl. Ob es heute heiß wird? Gestern hat die Sonne die Luft nur auf 29 Grad erwärmt. Die Ausläufer eines aussertropischen Zyklons haben Wind mitgebracht. Er hat ein zu starkes Aufheizen verhindert. Denn eigentlich müsste sich bei uns jetzt der Jahreszeit entsprechend schön langsam sommerliche Hitze einstellen.  Auch heute streift wieder ein leichter Wind durch Haus und Wald. Ich werde den Tag genießen. Drei Maschinen Wäsche gewaschen. Nach so viel Regen ist selbst das ...

Regen ohne Unterlass

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Im brasilianischen Bundesstaat Paraná hat es in diesem Oktober so viel geregnet wie noch nie, seit mit den Aufzeichnungen begonnen wurde. Genau da sind wir mittendrin. Bei uns im Wald waren es unglaubliche 587 mm in nur einem Monat. Nach meinen Aufzeichnungen liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Oktober bei uns bei nur 226 mm. Damit hat sich dieses Jahr im Oktober mehr als doppelt soviel über uns ergossen, als in den vergangenen Jahren. Zum Vergleich: in Deutschland hat es 2022 in 12 Monaten nur wenig mehr geregnet als bei uns in nur einem Monat. Bei uns waren es im Oktober dieses Jahres 587 mm in Deutschland waren es im gesamten Jahr 2022 hingegen 670 mm. Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir da nicht zu Fröschen geworden sind... Quelle Niederschlagsmenge Deutschland: https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-niederschlagshoehe

Mitten im Winter wird es Sommer

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  Bambusorchidee Es ist Sommer. Mitten im Winter schwitze ich bei 34 Grad.  Die Hunde hecheln, die Hühner verstecken sich im Schatten unter den Bäumen und ich laufe mit dem Schwitztuch in der Hand herum.  Eigentlich müsste es jetzt noch kühl sein. August ist ein Wintermonat, in dem es nachts gerade einmal so um die zehn Grad hat. Scheint die Sonne, kann es im August tagsüber angenehme 22 Grad oder ausnahmsweise auch einmal 25 Grad erreichen.  Dieses Jahr hat sich der Winter irgendwie auf wenige Tage verkürzt. Die kühlen Tage sind längst vorbei. Statt mich, wie sonst im Winter, nachts mit meiner dicken flauschigen Decke einzumummeln, liege ich unter der leichten Sommerdecke. Bei einer nächtlichen Temperatur von 20 Grad würde ich mit der Winterdecke nur ins Schwitzen kommen.  Für die Jahreszeit ist es viel zu heiß. Seit 15 Jahren zeichne ich die maximal und minimal Temperaturen auf. 34 Grad habe ich dabei im August noch nie gemessen. Nein, das Thermometer ist nich...

Helikonien, Bambus und Bananenstauden

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Jetzt ist sie wieder da, die Sonne, so als wäre nichts gewesen. Geblieben ist der Schlamm. Zumindest waten wir jetzt aber von der Sonne und nicht von Tropfen begleitet durch den Matsch.  Es ist kühl geworden. Gerade einmal zehn Grad waren es in der Nacht. Vom Zyklon sind wir zum Glück jedoch verschont geblieben. Einhundert Millimeter Niederschlag waren angesagt. Angekommen sind zwei Millimeter und ein wenig Wind in den frühen Morgenstunden. Den Süden Brasiliens hat es indes schlimm erwischt. Überschwemmungen und Sturm haben Todesopfer gefordert und die Heime hunderter Menschen zerstört. Gleichzeitig hat es etwa 140 Kilometer nördlich von uns, in Iguape, ein Erdbeben gegeben. Es war ein leichtes, nur vier Punkte auf der Skala. Für Aufregung hat es trotzdem gesorgt, liegen wir doch nicht in der Nähe eines Zusammentreffens tektonischer Platten.  Wir haben nichts gespürt. Nur die Tiere haben ein wenig verrückt gespielt. Irgendein Wildtier hat zudem den Kübel mit dem Katzenfutter e...

Regentagblues

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  Der dritte Regentag in Folge. Ich glaube, ich werde zum Schwammerl. Die sprießen gerade wunderbar, obwohl es eigentlich mit 17 Grad tagsüber relativ kühl ist für subtropische und auch für Schwammerlwachs-Verhältnisse. Ein Regentag ist ja ganz o.k., aber mehr als einer nervt. Dann sind wir eingekapselt in unserem Minihaus und warten sehnsüchtig darauf, draussen wieder werkeln zu können. Als Kind habe ich mir einmal zum Geburtstag einen Tag im Haus gewünscht, genauer gesagt im Bett. Das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, war wie unseres sehr klein: eine Wohnküche, ein Kinderzimmer und das Schlafzimmer meiner Eltern. Ins Schlafzimmer passte gerade mal das Doppelbett. An dem ging es nur im Seitwärtsschritt vorbei, was ich lustig fand, weil es immer so aussah, als ob meine Mutter tanzen wollte. Im Kinderzimmer wurde das Sofa nachts zum Bett für meine Schwester. Für meinen Bruder gab es ein Klappbett und für mich ein richtiges, kleines Bett. Zwischen den Betten standen Nähmaschine und ...

Natürliches Windspiel und Fensterbau

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Die Natur hat uns ein natürliches Windspiel geschenkt. Da hängt es und wiegt sanft im Wind hin und her, während wir die letzten goldenen Herbsttage zum Fensterbau nutzen. Es wird kühl. Schwiegermutter sitzt im mit Kissen ausgestopftem Rollstuhl. Mit der schwarzen Stola über den dunklen Wollpulli wirkt sie wie ein Mütterlein aus Sibirien. Was fehlt, ist ein dickes Kopftuch. Die Kaltfront aus Rio Grande do Sul nähert sich uns. Gestern waren es noch angenehme 27 Grad, heute 20. Ich weiß, das hört sich warm an, für Mitteleuropäer. Für uns ist es dank der hohen Luftfeuchte kühl.  Zum Glück sind Schiebefenster und Fenster für die Glastüren fast fertig. Ja, in die Glastüren kommen Fenster rein. Im heißen, tropischen Sommer, soll das obere Fenster herunter geklappt werden, damit die warme Luft nach draussen ziehen kann. Sieben der acht Türfenster sind fertig zusammengebaut und gestrichen. Fehlt noch das Schneiden des Glases, das Einsetzen und das Montieren. Von den Schiebefenstern sind zwe...

Seltsam roter Himmel

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Gestern Abend gab es noch ein seltsames Schauspiel. Es war eigentlich schon dunkel, am Horizont erschien der Himmel trotzdem noch in einem dunklen Rot, in einem dunkleren Rot als bei den üblichen Sonnenuntergängen und auch etwa eine Stunde später, nach dem offiziellen Sonnenuntergang. Als im Januar bei Tonga ein Vulkan ausgebrochen war, sorgten die dabei in die Luft geschleuderten Staubpartikel auch im 12.000 Kilometer weiter entfernten Brasilien über Tage hinweg für orangefarbene Abendhimmel .  Mir ist nicht bekannt, dass es dieses Mal ebenso vor Kurzem einen Vulkanausbruch gegeben hätte. Auch einen Brand scheide ich aus, da es keinerlei Bewegungen gab und auch nichts Entsprechendes in den Nachrichten verlautbart worden ist. Es muss irgendetwas anderes dahinter stecken. Ein subtropisches Phänomen? Keine Ahnung. Vielleicht bringe ich ja später ein wenig dazu raus.

Winterimpressionen

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Sachte schieben sich die Sonnenstrahlen durch die Fensterscheiben und streicheln mein Gesicht. Es ist nicht die alles versengende Sonne des Sommers, die schon in den frühen Morgenstunden den Schweiß zum Laufen bringt, noch bevor ich aufstehe. Jetzt im Winter zeigt sie sich zart und einfühlend, umschmeichelt Mensch, Tier und Pflanze auf sanfte Weise.  Mit der Kaffeetasse stehe ich kurz später vor dem Haus und lasse mir von ihr meinen Körper auf Wohlfühltemperatur erwärmen.  Das Thermometer, das auf der Schattenseite an der Hauswand hängt, zeigt nur etwas mehr als zehn Grad. Im Morgengrauen lag die Tiefsttemperatur bei nur fünf Grad, für brasilianische Gefühle eine Frosttemperatur. Dabei hat es in manchen Regionen im Süden Brasiliens sogar tatsächlich Frost gegeben. In Curitiba war am frühen Morgen die Nullgradgrenze erreicht worden, wie mir Renato erzählt. Er wohnt im Großraum Curitibas. Jetzt ist er zum Aufwärmen an die Küste gekommen.  Ich liebe diese Wintertage, an dene...

Regenpause: Neuer Kloofenstergucker

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Unser Kloofenster ist derzeit definitiv das meist besuchte Fenster unseres Häusleins.  In einer kurzen Regenpause hat heute nicht der Cambacica durchs Fenster ins Haus gelugt, sondern ein dunkelblauer Vogel, mit gelben Streifen an den Flügelansätzen. Nachdem, was ich bei Wikiaves herausgestöbert habe, war es ein Ferro-velho (Euphonia pectoralis), Alteisen auf deutsch. Ihm und seinen Freunden scheint der Regen nicht viel auszumachen. Futter finden sie auch im Winter genug, irgendein Baum trägt im Regenwald immer Früchte oder Samen und Insekten schwirren das ganze Jahr herum. Ja, es regnet immer noch, über 200 Millimeter in vier Tagen, etwa ein  Viertel der durchschnittlichen Jahres-Niederschlagsmenge Deutschlands, nur eben nicht in 365, sondern in vier Tagen. Nach meinen Aufzeichnungen ist der Juni tatsächlich ein Regenmonat. Allerdings hat es in den Junimonaten, die ich bisher hier erlebt habe, meistens nur leicht und nur ein paar Millimeter pro Tag geregnet. Auch für Morgen ...

Inspektionsrunde in Regenpause: Abgebrochener Inga-Baum

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Baumbruch durch Regen Beinahe hundert Millimeter in zwei Tagen und es regnet weiter. Ungewöhnlich viel für die Jahreszeit. Aber es ist notwendig. Vorausgegangen sind dem Regen 17 Tage Sonnenschein.  Heute Vormittag gab es eine kleine Regenpause. In der haben wir die Inspektionsrunde gedreht. Oberhalb der Obstwiese ist ein Teil des Inga-Baumes abgebrochen.  Es war einmal ein stattlicher Baum. Inga-Bäume machen schotenartige Früchte. Die Samen sind von einer Watte umschlossen, die süßlich schmeckt. Ich habe es geliebt, sie auszutzeln. Von den wenigen Inga-Bäumen, die im Wald wachsen, erwische ich nur selten mal eine reife Schote. Samen und Schoten stehen auch bei Vögeln und Affen als Leckerbissen hoch im Kurs. Noch steht ein Rest des einst so stattlichen Inga-Baumes (in Mitte) Eigentlich sollte der Inga-Baum an der Obstwiese weiterhin fröhlich wachsen und auch die dutzenden Orchideen, Bromelien und Farne auf ihm. Der Stromkonzern hat uns da aber einen Strich durch die Rechnung g...

Wir haben wieder Strom

Die Leichtigkeit des Lebens ist wieder zurückgekehrt. Seit heute abend wird es wieder hell, wenn ich den Lichtschalter drücke. Wir müssen nicht mehr im Schummerlicht kochen und auch nicht bangen, dass die eingefrorenen Früchte und Fische gänzlich auftauen. Ich kann wieder mit der Welt kommunizieren, einfach die wunderbare Erfindung in Form der Brotbackmaschine anwerfen, heiß duschen (in den meisten Haushalten Brasiliens wird das Duschwasser elektrisch erhitzt) und die Waschmaschine die Wäsche waschen lassen. Strom erleichtert das Leben. Weil wir auch am Nachmittag noch keinen Strom hatten, bin ich mit der Nachbarin die Teerstraße entlang einen guten Kilometer zu einem anderen Nachbarn gelaufen. Etliche der Leute, die wir auf dem Weg gefragt haben, haben uns erzählt, dass bei ihnen der Strom gegen Mittag wiedergekehrt ist. So wie es aussah, war nur entlang unseres Waldweges die Versorgung nicht wieder hergestellt worden. Ohne Auto und mit der seit der Pandemie noch eingeschränkteren Bus...

Zyklon Yakecan ist angekommen

Der Wind saust ums Haus. Yakecan ist angekommen. Yakecan, so haben die Meteorolgen den subtropischen Zyklon benannt, der die Temperaturen zum Absturz gebracht hat. Den ganzen Tag über  war schönstes Wetter, um Drachen in den Himmel steigen zu lassen, wenn ich denn einen hätte und nicht so viele Bäume bei uns wären. Jetzt stürmt es. Über das Dach schrabbt ein Ast. Ich frage mich, von welchem Baum der stammen kann. Wir schneiden die Bäume rund um das Haus regelmäßig zurück, damit das Dach fei bleibt. Beim Kontrollgang entdeckt Alessandro, dass ein Bambuskolm hinter dem Haus umgefallen ist. Bei jeder neu aufkommenden Böe wetzt er von links nach rechts und wieder zurück über das Dach. Bei einem der Wetzer macht es klack und die Dachrinne fliegt runter. Den Bambushorst hatte ich eigentlich auch ausgeschnitten. Nur einen einzigen, einen etwas dickeren Kolm habe ich stehen gelassen, der jetzt aussieht wie ein Bambusbaum. Allerdings sind aus den von den abgeschnittenen Kolmen übrig geblieb...