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Zur Bambuspflege Bambussprossen essen

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Sprossen vom Riesenbambus, Dendrocalamus asper. Sehr lecker im Huhneintopf.  Jetzt hat unser Riesenbambus (Dendrocalamus asper) doch noch ein paar Sprossen hervor gebracht. Er ist spät dran. Etwa 15 Sprossen hat er gemacht. Vielleicht werden es noch mehr. Vergangene Woche waren es nur drei als ich nachgeschaut habe. Es können deshalb durchaus noch ein paar dazu kommen. Die Saison hat je gerade erst angefangen. Fünf der bisher 15 aufgegangenen Bambussprossen habe ich gestern geschnitten, um daraus Sprossen zum Essen zu machen. Das Schneiden der Sprossen dient übrigens nicht nur der Kulinarik. Der Horst wird damit auch gepflegt. Ich ernte Sprossen, die eng zusammenstehen oder auf der Seite zur Straße hin wachsen, wo sie später stören könnten. Mit weniger Sprossen, braucht der Horst auch weniger Kraft, und bleibt gesünder.  Es ist schon faszinierend, dass wir den Bambus sowohl zum Bauen verwenden , weil er hart wie Holz ist, und ihn trotzdem auch essen können, weil seine Sprosse...

Auch Hunde lachen

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Ich wollte nur ein Foto für Ute machen. Neben dem Aufgang haben wir vor Jahren eine Pflanzinsel angelegt. Dort wuchern Sumpflilien, Friedenslilie, Regenwald-Iris und Alpina schön langsam Treppe und Rampe zu. Momentam streckt die mit dem Ingwer verwandte Alpina ihre knallroten Blüten in die Höhe.  Jack Sparrow, der Straßenhund Als ich die Treppe hoch gehe, kommt mir Jack Sparrow entgegen. Jack ist ein ehemaliger Straßenhund. Wir haben ihn vor etwa eineinhalb Jahren am Waldweg gefunden. Dort hatte er sich unter einem Busch eingerollt. Spindeldürr und ängstlich lag er dort und rührte sich kaum. Irgendwer hatte ihn wohl einfach im Wald ausgesetzt und sich selbst überlassen. Zuerst haben wir ihn dort mit Wasser und Futter versorgt. Dann hatte er entschlossen, die Veranda des Wochenendhauses eines Nachbarn als neue Bleibe zu nutzen. Nachbar und wir haben ihn brav gefüttert, Wurm- und Antizeckenmittel verabreicht und ihn aufgepäppelt. Irgendwann haben wir ihn kastrieren lassen und bei uns...

Cambucá - Die göttliche Frucht

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Cambucá-Früchte, die gesunde Frucht aus dem Regenwald  Was eine leckere Frucht. Es muss eine der Lieblingsfrüchte der Götter sein. Cambucá heißt sie oder botanisch Plinia edulis.  Nein, ihr kennt sie mit Sicherheit nicht. Sie wird nicht kommerziell angebaut oder vertrieben und sie wächst nur hier an einem begrenzten Küstenabschnitt Brasiliens.  Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder über endemische Baumarten des Atlantischen Regenwaldes gestöbert, das heißt, Arten, die nur dort wachsen. Dabei bin ich auf Cambucá gestoßen oder Cambucazeiro, wie der Baum genannt wird. Ich habe ihn gleich auf meine Wunschliste gesetzt, die Liste der Baumarten, die ich bei uns noch pflanzen möchte. Es ist ein seltener Baum. Er wächst lediglich im Atlantischen Regenwald und dort nur entlang eines schmalen Streifens der südlichen Küste Brasiliens, etwa von São Paulo bis Santa Catarina. Unser Sítio liegt da genau mittendrin. Im Wald sind mir die Früchte bisher noch nicht aufgefallen. Aber bisher...

Der Bambus, ein Meister des schnellen Wachsens

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Die ersten Bambussprossen spitzen aus der Erde. Hier ein Spross des  Guadua chacoensis, eine in Südbrasilien heimische Bambusart, die wir bei uns gepflanzt haben. Endlich spitzen die ersten Bambussprossen heraus. Sie sind spät dran dieses Mal. Der Dendrocalamus (Riesenbambus) hat sonst schon immer Ende November, Anfang Dezember damit begonnen, seine Sprossen in die Höhe zu treiben. Diesen Sommer hat er erst Ende Januar damit angefangen. Auch der Guadua chacoensis, der im Süden Brasiliens heimisch ist, treibt erst seit Kurzem ein paar Sprossen durch die Erde.  Es hat viel geregnet in den vergangenen Monaten und war nicht wirklich so heiss, wie sonst. Vielleicht liegt die Verzögerung daran. Auch sind es nur wenige Sprossen, die da kommen. Während der Riesenbambus weit mehr als ein dutzend Sprossen pro Jahr hervorbringt, sind es dieses Jahr bis jetzt nur drei. Da werden wir keine zum Essen ernten, ausser, es kommen noch ein paar Nachzügler. Der einzige Bambus, der wie üblich Spro...

Bienen bei zunehmenden Mond aggressiv

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Wir haben das neue Bienenhäuschen mit den Jataí-Bienen direkt vor dem Guariçica-Baum aufgestellt, an dem sie uns in die Falle gegangen sind.   Es stimmt tatsächlich. Der Mond beeinflusst die Bienen.  Gestern abend haben wir einen der Jataí-Bienenstöcke umgesiedelt. Die Bienchen sind uns vor etwa drei Monaten in die Falle gegangen. Alessandro hatte die Idee, am Guaraçica-Baum in der Nähe unseres Häuschens, eine Falle aufzuhängen. Am nächsten Tag waren schon Jataís dabei, sich dort einzurichten. Jetzt haben wir uns daran gewagt, sie in ein Holzhäuschen umzusiedeln. Vom Bestand der Bienen her, war es der richtige Zeitpunkt. Der Schwarm war schon groß genug und gut eingerichtet. Um die Waben mit dem Nachwuchs hatten sie bereits etliche kleine Töpfchen gebaut und mit Honig und Pollen gefüllt. Das konnten wir schon vor dem Öffnen der Falle am Gewicht erkennen. Die Waben und Honigtöpfchen der Jataí-Bienen aus den in Karton und schwarze Folie gewickelten PET-Flaschen zu "schälen" und...

Hitzewelle

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36 Grad im Schatten. Luftfeuchte 100 Prozent. Gefühlte Temperatur Backofen aufgeheizt auf 250 Grad. Lust zu nix. Wasche trotzdem Wäsche, hänge sie auf, nehme sie ab, weil es zu regnen anfängt. Drei Tropfen, dann ist es vorbei. Hänge Wäsche wieder auf. Vier Tropfen. Nehme sie wieder ab. Wäscheaufhängspiel.  Ich bin pitschnass. Nicht von den paar Regentropfen, vom Schwitzen.  Beim Nachbarn sind zwei Männer dabei, Faserzement Wellplatten auf den Dachbalken zu verteilen, in der prallen Sonne, eingehüllt in langärmelige Hemden, Hut auf dem Kopf. Will mir gar nicht vorstellen, was die Hitze in deren Körpern anstellt.  Dabei ist es bei uns im Wald noch kühler als in der Stadt, in der Strassen, Plätze und Gebäude die Temperatur noch weiter aufheizen. Inzwischen grummelt es. Endlich. Ein befreiendes Gewitter meldet sich an, ein Gewitter, das für ein bisschen Abkühlung sorgen wird. 

Kakaowunder

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Frucht des Kakaos Alessandro hat mir eine Kakaofrucht mitgebracht.  Ich liebe Kakao. Das Fruchtfleisch schmeckt süss-sauer. Eigentlich ist es eher eine Watte als ein Fleisch. Die umgibt die Samen, aus denen später das Kakaopulver gewonnen wird. Vorher lässt sich die Watte aber vom Samen wegzutzeln. Sehr lecker. Wir haben auch ein paar Kakao-Bäumchen gepflanzt. Eins von ihnen, das hinten im Wald steht, hat dieses Jahr sogar zwei Blüten gehabt. Das war leider genau zur Regenzeit, so dass sich keine Früchte gebildet haben.  Kakao-Bäumchen bevorzugen übrigens eher schattige Plätze als die pralle Sonne. Ihr idealer Standort ist im Wald. Dort wachsen sie zwar langsamer, aber gesünder.  Habt ihr schon einmal Kakaoblüten gesehen? Die sind faszinierend. Sie sind winzig klein, kleiner als der Fingernagel meines kleinen Fingers. Sie ruhen auf einem Millimeter dünnen Stiel, der direkt am Stamm des Bäumchens herauswächst . Dass daraus später einmal die riesigen Kakaofrüchte werden, so...