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Fallen für stachellose Bienen

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Wieder da.  Bienenfalle aus Plastikflasche Haben Bienenfallen in Bäumen versteckt. Damit die Bienen sie auch finden, sind sie mit Propolis ausgespült worden. Jetzt heißt es warten, bis sie bevölkert werden. Anziehen sollen sie die in Brasilien heimischen Bienen, die "meliponíeas". Anders als die in Europa arbeitenden Honigsammler haben sie keinen oder nur einen verkümmerten Stachel. Etwa 250 Arten dieser "abelhas sem ferrão" gibt es in Brasilien. Sie sind kleiner als die europäischen oder afrikanischen Bienen, sammeln aber genauso fleißig. Im Atlantischen Regenwald sind sie für 90 Prozent der Bestäubung verantwortlich. Etliche stehen aber auf der Roten Liste, verdrängt von der europäischen Art und auch, weil ihre Lebensräume zunehmend zerstört werden. Ihr Honig ist flüssiger und würziger. Die Indios sagen ihm Heilkräfte nach.  In "unserem" Wald haben wir in hohlen Baumstämmen Nester von ihnen entdeckt. Ihr Eingang ist ein Wachsgebilde, da...

Der Ofen zieht

So eingeheizt. 12,7 Grad hat es gestern Nacht gehabt. Ausreichend, um den Ofen anzuwerfen. Mist. Er zieht. Er zieht verdammt gut. Ha, meine Palmen können stehen bleiben, freut sich Alessandro. Dabei haben wir ihn so bearbeitet, dass er dem Umschneiden von zwei der drei Jerovás zugestimmt hat. Sie stehen zu nah am Haus, nur einen Meter weg, oder so. Der Umgang ist ständig feucht, der Fuß vom Schornstein auch. Außerdem hängen ihre Blätter genau über dem Schornstein. Die machen den Kamin hin, hat der Fritz gesagt. Wie soll denn da der Rauch abziehen? Die müssen weg, hat Mutti befunden. Und ich habe zugestimmt. Als sie vor wenigen Jahren zunächst nur zarte Blättchen aus dem Boden getrieben haben, habe ich noch gesagt, lass uns zwei ausgraben und woanders hinpflanzen. Gemacht haben wir es nicht. Jetzt sind sie fünf Meter hoch, sind ihre Stämme zwei Oberschenkel dick und ich staune mal wieder, wie schnell hier in den Subtropen alles wächst. Kaum schaust du nicht hin, schon ist di...

Heilender Schmetterlingsstrauch

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Schmetterlingsstrauch "mata campo". Von den hunderten, die ihn besucht haben, hat nur einer fürs Foto still gehalten. Was eure Buddleia ist unser "mata campo". Jetzt im Spätherbst zieht der zarte Duft seiner Blüten hunderte Bienen, Hummeln und vor allem Schmetterlinge in allen erdenklich möglichen Farben an. Eigentlich wollte ich einen acht bis zehn Zentimeter großen borboleta-malaquita (Siproeta stelenes) fotografieren. Der Malachit-grüne Tag-Falter war aber ein bißchen schüchtern und ist immer wieder ausgebüchst, wenn ich ihn endlich beinahe vor der Linse hatte. Vielleicht war es auch ein Smaragd-Schmetterling (Philaethria wernickei). Beide kommen im Atlantischen Regenwald vor und ich kenne nicht wirklich die Unterschiede zwischen ihnen. Mit einem Foto hätte ich den grünen Flatterer wahrscheinlich bestimmen können. So bleibt mir das Erlebnis als schöne Erinnerung im Gedächtnis und ihr bekommt ein Foto von einem anderen Schmetterling, den ich auch nicht kenne...

Tausendundein Mosaikstein

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 Zuerst war das Sammeln von Fliesenresten. Übrig geblieben vom Verfliesen der Bäder, Küchen, Böden und Wände der Nachbarn, Bekannten Freunde. Berge sind es geworden, gestapelt hinter dem Hundehäuschen. Dann kam das Schneiden, zuerst in Streifen, dann in Quadrate, dann mit der Beißzange in passende Eckstückchen. Wieviel es waren? Hunderte? Tausende? Ewig viele. Das Motiv war schon im Kopf seit langem. Ich habe es einfach heraus gelassen, es, meinen Paradiesvogel. Mit Bleistift an die Wand gezeichnet hat er Gestalt angenommen.  Blieb die Farbenfrage. Dutzende Male am Boden ausgelegt. Dann war auch das geklärt. Fast einen Sack Mörtel habe ich verbraucht, um die Teilchen nach und nach an ihren vorbestimmten Platz an die Wand zu kleben. Dann kam ein Fehler. Ich dachte mir, weiß macht sich gut als Fugenmasse, kombiniert wunderbar mit der Duschecke. Das Ergebnis: erschütternd. Sah aus wie Gips. So blass. Vielleicht dunkelt es nach. Von wegen. Nix hat nachgedunkel...

Bienenhintern an Zungenspitze

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Schäferhündin Hanna vor dem Bienenstich und mit normaler Zunge Was hat das Viech für eine Riesenzunge. Hanna bekommt ihr Maul gar nicht mehr zu, so dick ist ihre Zunge angeschwollen. Die gleicht einer rosafarbenen Luftmatratze, die auf einem knallroten, ausgestopften Kissen trohnt. Hannas Zähne sind darunter vollkommen verschwunden. Mit ihrer Pfote versucht sie immer wieder, sich dieses seltsame Teil in ihrem Mund rauszureiben. Dass es angewachsen ist, versteht sie nicht. Als ich bei meiner Morgenrunde die beiden Hundedamen begrüßt habe, war Hannas Zunge noch vollkommen normal. Bei der Mittagsgassirunde löste Alessandro dann Alarm aus. "Heiliger Himmel, wie das aussieht." Bienen- oder Wespenalergie. Da bin ich mir sicher. Ob ich ihr eins von meinen Antihistaminen geben soll? Alessandro befindet, dass dazu jetzt keine Zeit sei und schnell gehandelt werden müsse. "Ruf Schorschi an und bring sie zum Tierarzt", lautet seine Entscheidung. Auf meiner Stirn muss...

Spinnenfressende Wespen

Immer wieder werde ich von diesen klebrigen Fäden der Netze umfangen, die von einigen Spinnen zwischen den Bäumen gewoben werden. Ihr Netz selbst ist nicht enorm groß. Mit ihren Fäden überbrücken sie aber mehrere Meter. Manchmal erscheinen die Netze wie im Nichts zu hängen. Ihr Architekt selbst ist eher friedfertig. Merkt er, dass ich ins Netz gegangen bin, verzieht er sich ruckzuck an einem der unsichtbaren langen Fäden zum Gebüsch oder Baum hinüber. Im Vergleich zu ihren Netzwerken, ist die Spinne selbst eher klein. Große Exemplare nehmen in etwa die Fläche meines Daumennagels ein. Am Ufer des Nachbarteiches hat eine von ihnen ihre klebrige Falle aufgespannt. Trotz ihrer rundum blickenden Fazettenaugen werden sie von den dort in Schwärmen kreisenden Libellen nicht wahrgenommen. Für Spinne ergibt das wunderbare Festschmäuse. Heute habe ich aber eine völlig neue Entdeckung gemacht. Schade, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Es hätte einzigartige Aufnahmen gegeben. Ich habe so...

Karneval am Horziont des Regenwaldes

Nachts laufe ich durch den dunklen, stillen Regenwald vor zur Straße. Die Hunde haben nicht aufgehört zu bellen. Irgendetwas muss los sein.  Ob einem der Nachbarn etwas passiert ist, Einbrecher unterwegs sind, sich der Nachbarshund verletzt hat? Ich muss sowieso mit den Hunden eine Gassirunde drehen und mich etwas bewegen. Also gehe ich los. Drei einsame Sterne sind zwischen den Wolken zu sehen. Durch die Bäume hindurch erkenne ich in der Ferne einen orangefarbenen Streifen am Horizont, der von hellen Lichtern durchzuckt wird: die Reflexe des Karnevals in Antonina, einer der besten Straßenkarnevals Südbrasiliens. Wahrscheinlich sind gerade die Sambaschulen mit ihren Tänzern und phantasievollen Wagen die Avenida Gomes entlang gezogen, begeistert angefeuert von einem Publikum, das oft doppelt oder dreimal so groß ist, wie die Stadt Einwohner zählt. Vielleicht ist die Parade auch schon vorbei und wurde der öffentliche "Baile" eröffnet, Tanz. Dann gibt es Live-Musik von einer m...