Mein Weihnachtskaktus blüht mitten im August. Habt ihr auch einen Weihnachtskaktus im Wohnzimmer, Büro oder auf dem Balkon? Es ist ein pflegeleichter Kaktus, der nicht viel Licht mag und gleichzeitig größere Wassermengen verträgt. Vielleicht habt ihr euch schon einmal gefragt, warum der Weihnachtskaktus so andere Ansprüche hat, bevorzugen die meisten Kakteen doch pralle Sonne und wenig Wasser. Die Antwort ist einfach. Er stammt aus dem Regenwald, genauer gesagt dem Atlantischen Regenwald. Dort wächst er nicht auf dem Boden sondern sitzt als Epiphyt in Astgabeln und auf den Zweigen der Bäume. Bei uns im Regenwald habe ich bis jetzt noch keinen Weihnachtskaktus wild wachsend gefunden. Das mag nichts heißen. Theoretisch sind seine Heimat die Regenwälder des Küstengebirges Südostbrasiliens. Wir leben am Fuß des Küstengebirges. Der Atlantische Regengwald, der uns umgibt, ist aber kein ursprünglicher Wald mehr. Nachdem die Menschen hier schon Kohle aus seinen Bäumen gemacht und Büffel g...
Im Wald von einem Bekannten haben wir Stachelpalmen entdeckt, Brejaúva heißen sie (Astrocaryum aculeatissimum). Ich habe ihre Früchte schon einmal gesehen. Hin und wieder werden sie an den Buden angeboten, die entlang der Straße in Morretes aufgebaut sind. Die dazu gehörige Palme war mir bisher unbekannt. Schöne, schlanke Palmen sind es, vielleicht 8 bis 10 Meter hoch, durch deren Blattkronen ein sanftes Licht fällt. Sie wachsen mitten im Atlantischen Regenwald und gleichen unseren Tucum-Pälmchen, nur dass sie größer sind. Einmal aufgebrochen, geben ihre Früchte ein nach Kokosnuß schmeckendes weißes Fruchtfleisch frei. Das heißt, freiwillig geben sie es nicht her. Es muss mit einem Messer rausgepuhlt werden. Auch die Ernte der Trauben mit den Nüsschen ist nicht so einfach. Der Stamm der Brejaúvas ist voll mit Millionen von dünnen Stacheln, die Nähnadeln alle Ehre machen. Jean hat sich einen langen Stecken zurecht geschnitzt, mit Gabel vorne dran und versucht,...
Es ist wieder soweit. Auch dieses Jahr habe ich für euch wieder einen Adventskalender mit Bildern aus dem Atlantischen Regenwald erstellt. Das ganze Jahr über bin ich mit dem Handy durch den Wald gelaufen und habe Fotos von Pflanzen, Tieren, Baumrinden, Wurzeln, Blättern und allem, was ich interessant fand, gemacht und für den Adventskalender gesammelt. 24 davon habe ich euch in den Adventskalender gepackt und jeweils mit einem kleinen Text versehen, um euch ein bisschen in die phantastische Welt des Regenwaldes zu entführen. Klickt einfach auf den Link => Regenwald Adventskalender und schon könnt ihr Türchen öffnen und in meine Welt eintauchen. Ich wünsche euch viel Spaß damit und eine wundershöne Adventszeit.
Wenn sich die Morgennebel verzogen haben, dauert es jetzt im Winter noch ein wenig, bis die Sonne zu uns im Wald durchkommt. Nur langsam bahnen sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch das Blätterwerk der Baumkronen hindurch zu unserem Häuschen. Es ist ein kühler Morgen, wie er es auch in den vergangenen Tagen war. Schon in meinem frühreren Leben habe ich sie geliebt, diese sonnigen aber kalten Wintertage. Damals bin ich dick eingepackt unter der Morgensonne durch das Ampertal gestiefelt. Außer dem Knarzen, das jeder meiner Schritte im eisigen Schnee verursachte, war nicht viel zu hören. Auch jetzt ist es still. Keine Grille zirpt und die Vögel warten wohl noch ein bißchen, bis auch ihre Kehle aufgewärmt ist. Katze Flocke hat sich oben am Carport einen Aufwärmfleck gesucht. Dort ist die Sonne an ein paar Stellen schon angekommen, zaubert ein Mosaik aus Schatten- und Glanzflecken. Neun Grad hat das Thermometer an der Hauswand heute früh gezeigt. Gestern waren es sogar nur sechs...
In Bayern würden sie vielleicht Biergarten zu dem Restaurantgarten sagen, der direkt an der Meeresbucht Antoninas liegt. Der Unterschied: statt Kiesel gibt es ein Holzdeck und statt Kastanien tropische Bäume. Mal wieder in der Stadt gewesen. Antonina ist ein kleines Städtlein, irgendwo in der Zeit stehen geblieben. Blende ich die Autos aus und die mitten auf den winzigen Gehsteigen stehenden Strommasten, werde ich um hundert Jahre zurück gebeamt. Auf dem Gehsteig vor der Bank steht ein Pferd. Es ist an einem Holzkarren angeschirrt und genießt wohl seine Pause. Sein dono, sein Besitzer, sieht angestrengt auf sein Handy, wischt ein bißchen darauf herum, lehnt sich an die Hauswand an und wartet auf irgend etwas. Sonst passiert nichts. Zur Mittagszeit ist es in Antonina still. Selbst in dem Büffet-Restaurant, in das wir gehen, sind nur wenige Menschen. Zwei Männer sitzen an einem Tisch, wahrscheinlich bei ihrer Mittagspause. Nebenan versucht eine Frau, ein Kind zu füttern...
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